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forum 260 mit einem Dossier zum Thema “Theater in Luxemburg”

Warum überhaupt ins Theater gehen, wenn das wahre Leben reichlich Bühnenstücke bietet! Am Arbeitsplatz, in Politik, Presse und Familie werden wir täglich Zeuge von amüsanten, bizarren und häufig auch schmerzhaften Aufführungen. Die uns präsentierten Lügen, die Aufgeregtheit, Eitelkeit und Leidenschaft liefern hinreichend Stoff, um sich ein ungeschminktes Bild vom Wesen der Menschen zu machen. Warum also ins Theater gehen, wenn die Geschichten von Aufstieg und Untergang, von Liebe und Leid mittlerweile an anderen Orten lautstark erzählt werden. Politik und Medien sind heute die Bühne; RTL-Télévision bringt King Lear – ohne Sinn und Zweck, in Endlosschleifen, als ständige Wiederholung des immer wieder Gleichen.

Anders als in den Medien und in der Politik wird im Theater aber nur selten für die Galerie gespielt, einer einzelnen Stimme gelingt es hier immer noch, durch den Raum und bis in die letzten Reihen ein Gefühl der Unmittelbarkeit zu schaffen, die Konzentration des Publikums, wenn der Vorhang aufgeht, ist mit Händen zu fassen …

Die Lesestücke, die wir zum Thema Theater haben sammeln können, sind als Einstieg in den Theaterherbst gedacht. Wir hoffen, dass sie Ihnen Lust machen, in den kommenden Wochen ein paar Premieren und Stücke zu besuchen und darüber ins Gespräch zu geraten. Die Theaterleute selber, so haben wir festgestellt, würden sich über nichts mehr freuen, als über den Austausch mit ihrem Publikum.

Das vorliegende Heft ist etwas dünner geraten als sonst, trotzdem sollten Sie auf Ihre Kosten kommen. Warum in Luxemburg die überfällige Umsetzung von EU-Direktiven gegen Diskriminierung noch immer nicht erfolgt ist, beleuchtet Carole Winandy. Dieter Ferring und Helmut Willems weisen auf die Notwendigkeit sozialwissenschaftlicher Forschung hin. Luc Reuters Artikel über Kultur und Sport in der Kooperationspolitik ist ein weiterer Beitrag in forum zu einer Grundsatzdebatte, die von Raymond Weber in Heft 254 eingeleitet wurde. Norbert Campagna analysiert vor dem Hintergrund der Regensburger Rede des Papstes das Verhältnis von Glauben und Gewalt im Islam und im Christentum. Und Romina Calò fragt sich, ob das MUDAM auch in Zukunft so unentbehrlich bleiben wird, wie es im Moment der Fall zu sein scheint.

Eintrag aus: Kultur,Politik Montag, 09. Okt 2006 JST

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