In Memoriam Anna Politkovskaja
Am Samstag wurde die russische Journalistin und Buchautorin Anna Politkovskaja ermordet. Politkovskaja arbeitete für die oppositionelle Zeitung Nowaja Gaseta. In ihren Artikeln berichtete sie unerschrocken über die Schattenseiten Russlands unter Präsident Putin: Rechtlosigkeit, Korruption und organisierte Kriminalität. Besonders ihre Bücher „Tschetschenien – die Wahrheit über den Krieg“ und „In Putins Russland“ haben international für Aufsehen gesorgt. Politkovskaja hatte viele Feinde: Politiker, Kriminelle, Rechtsextreme… Wer der Mörder mit der Baseballkappe war, der sie im Aufzug ihres Moskauer Wohnhauses mit vier Kopfschüssen tötete, wird wohl nie herausgefunden werden. Der Fall Politkovskaja zeigt jedoch welch wichtige Rolle Journalisten für eine funktionierende Demokratie spielen und welchen Gefahren sie sich dabei aussetzen.
Fast zeitgleich hat ein Gremium in Moskau eine erneute Kandidatur Vladimir Putins bei den nächsten Präsidentschaftswahlen abgelehnt. Man darf gespannt sein, wieviel der demokratische Rechtsstaat Putin wert sein wird. Von den EU-Ländern braucht man dabei auf keine Hilfe zu hoffen. Denn die EU hat vor allem die “strategische Partnerschaft” mit Russland im Auge. Da kann es auch schon mal passieren, dass der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder von einer “Normalisierung der Lage” in Tschetchenien spricht. In Zeiten, wo man von der Verteidigung der europäischen Werte spricht, sollte man dies nicht nur auf Theaterstücke beziehen sondern auch auf die internationalen Beziehungen zu autoritären Regimen. Obwohl, dann würde es ja anfangen weh zu tun…
Eintrag aus: Politik Add comment Dienstag, 10. Okt 2006 admin





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