UN-Klimakonferenz in Kopenhagen

Ausgabe 291 - 2 °C?

Live-Blog: Saving Copenhagen but not the Climate?

Nach und nach treffen die Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen ein und halten ihre Ansprachen vor dem Plenum. Ihre Spin-Doctors haben die Entwicklung des Stimmungsbarometers offensichtlich gut im Griff. Gestern Abend nämlich hatten die Gipfelgespräche einen Tiefpunkt erreicht, weil ein neuer Text auf den Tisch gelegt wurde, in dem alle sensiblen Punkte des Abkommens zwischen Klammern gesetzt (also als ungeklärt markiert) oder positive Versprechen (wie beispielsweise der Rettungsfond für die Regenwälder) ganz entfernt wurden. 30 Stunden vor Ende des Gipfels verfügen die Chefs, dass man sich doch bitte “zusammenraufen solle, um die Welt zu retten” (Nicolas Sarkozy). Die Inszenierung ist perfekt: Egal was jetzt am Ende rauskommt, es ist besser als die totale Bankrotterklärung, mit der gestern alle gerechnet haben.

Wenn es keinen Zwischenfall gibt, wird ein Kompromiss gefunden werden. Bis die Analysten zu dem Text, der bei diesem Schlusssprint entsteht, eine fundierte Leseanleitung liefern können, ist das Gruppenfoto der Retter in letzter Minute bereits um die Welt gegangen und die frohe Botschaft verkündet: “Kopenhagen war doch noch ein Erfolg”. Wenn nicht doch noch ein Wunder geschieht, muss aber bezweifelt werden, ob der Deal den Klimawandel wirklich rechtzeitig stoppen kann und die Verantwortung fair verteilt. Letztlich bleibt dann auch noch abzuwarten, wann die politischen Zusagen in einen rechtlichen Text übersetzt werden. Und dieser muss dann noch von den 192 Vertragsstaaten ratifiziert werden…

Gordon Brown

Mein Leben als Paparazza (2): Leider habe ich die Ankunft von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy verpasst, aber Gordon Brown hat für die Kamera gelächert.

Eintrag aus: Politik Donnerstag, 17. Dez 2009 Pia Oppel

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