UN-Klimakonferenz in Kopenhagen

Ausgabe 291 - 2 °C?

Live-Blog: Chaotisches Finale

Obama kam zu spät an. Merkel musste den Hinterausgang ihres Flugzeugs benutzen, weil die vordere Tür geklemmt hat. Rasmussen ist bei seiner Eröffnungsrede des historisch einzigartigen Treffens von 130 Staats- und Regierungschefs sichtbar nervös. Lula gibt vor 130 anderen Staats- und Regierungschefs zu, dass er “frustriert” sei…es sieht nach einem Fiasko aus.

Das macht die Journalisten nervös, denn keiner wiess, wie er das Geschehen deuten soll. Sie rennen durchs Bella Center in der Suche nach einem Schnappschuss und vor allem nach Informationen. Denn während die Spitzenpolitiker ihre Reden halten, arbeiten immer noch zwei Arbeitsgruppen am Text.

Die Rede von Lula ist dann überraschend inspierierend. Es müsse “ein Engel oder ein weiser Mann das Plenum zu einem Wunder bewegen”, um jetzt noch einen Deal in Kopenhagen zu besiegeln. Aber glaube an Wunder. Er appelliert mit Pathos an den Gerechtigkeitssinn seiner Amtskollegen und erntet am Schluss begeisterten Zufall, auch im Pressezentrum klatschen einige. Auf den Bildschirmen, die das Geschehen im Plenarsaal übertragen, sieht man Standing Ovations.

Brasiliens Präsident Lula

Brasiliens Präsident Lula

Als Obama ans Rednerpult tritt, wird es im Pressezentrum sehr still, alle lauschen und tippen. Aber er sagt nichts überraschendes, USA bleibt bei seinen Reduktionen 17% bis 2020 im Vergleich zum Referenzjahr 2005. Er wird die Welt doch nicht retten.

Obama hält eine langweilige Rede

Obama hält eine langweilige Rede

Anscheinend haben 28 Staats- und Regierungschefs heute Nacht eine Art politische Absichtserklärung als Kompromisslösung erreicht – ohne Zahlen und konkrete Ziele. Es bleiben noch vier Stunden bis die grossen dieser Welt wieder ins Flugzeug steigen…

Eintrag aus: Politik Freitag, 18. Dez 2009 Pia Oppel

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