Michel Pauly, Mathias Schiltz, Mill Majerus
"Vorbereitung und Nachverarbeitung sind so wichtig wie der Besuch selbst"
Kritische Fragen an Generalvikar Mathias Schiltz und Mill Majerus, Koordinator des Papstbesuches
Selbstverständlich soll im "forum"-Dossier auch die Stimme der kirchlichen Hierarchie zu Wort kommen. "forum" stellte dem Generalvikar Mathias Schiltz und dem Koordinator des Papstbesuches Mil Majerus kritische Fragen über Sinn und Zweck der Visite sowie über konkrete Aspekte der Organisation in Luxemburg. Die Antworten waren sehr offenherzig.
Eine Glaubensstärkung, die Angst macht?
Selbstverständlich soll im "forum"-Dossier auch die Stimme der kirchlichen Hierarchie zu Wort kommen. "forum" stellte dem Generalvikar Mathias Schiltz und dem Koordinator des Papstbesuches Mil Majerus kritische Fragen über Sinn und Zweck der Visite sowie über konkrete Aspekte der Organisation in Luxemburg. Die Antworten waren sehr offenherzig.
Eine Glaubensstärkung, die Angst macht?
forum: Über Sinn and Zweck des Papstbesuches haben Sie, Herr Generalvikar, ebenso wie der Herr Bischof, sich schon an verschiedenen Stellen geäussert. Wir wollen diese Aussagen hier nicht noch einmal wiederholen, sondern eher einige kritische weiterführende fragen dazu stellen: Immer wieder wird betont, Sund Zweck des Papstbesuches sei, der Kirche Luxemburgs neue Anstösse zu vermitteln, ihren Glauben zu erneuern. Al einztige5 Mitgtied
deft Synode wea ich, daaa genau din auch zu den
EAwantungen den Synode gehOAte. Man kann a ich ,6nagen,
ob die)se EAwaAtungen en()Uttt haben, oden
ob nun don. Papstbesuch nicht eheA ein Voivand izt
paztoAate Immobaitat?
M. Schatz: Die Erneuerung des Glaubens muss
selbstverstandlich durch uns selbst geschehen.
Sie muss in den kirchlichen Gemeinden vor
or t geschehen. Doch sicher kbnnen wir auch vom
Papstbesuch etwas fur die Glaubenserneuerung erwarten.
Ich sehe drei Richtungen solcher Erwartungen.
Erstens ist Papst Johannes Paul II. selbst eine ohne
Zweifel starke Glaubenspersbnlichkeit, was auch
seine hohe Ausstrahlungskraft auf die Massen zum
Tell erklart. Zweitens - und die vielen. Kontakte
zur Vorbereitung bestatigen uns diesen Eindruck -
das gesamte Ereignis, nicht nur der Papst als Person,
ist eine Gelegenheit, ein Anstoss fur viele
Menschen, sich neu gegenUber Kirche und Glaube zu
situieren. Ich kann mir vorstellen, dass manche,
die bislang im Glaubensleben eher indifferent waren,
in den Tag hineinlebten, durch die Konfrontation
mit diesem Ereignis herausgefordert werden,
ihre Glaubenssituation neu zu definieren: gehbre
ich noch zur Luxemburger Kirche, die den Papst
empfangt, und somit zur katholischen Weltkirche,
die er vertritt, oder nicht? Drittens brauchen wir
heute als Kirche nicht nur kleine Gemeinschaften
- so wichtig sie auch sind und so sehr wir sie aucl
eventuell vernachlassigen sondern auch den weiteren
Horizont, die Verbindung der Gemeinschaften
untereinander und mit der Weltkirche. Dieser Gedarike
wird auch im Anschluss an die Synode im
Text des Pastoralrates "Bausteine einer lebendigen
Gemeinde", schon vor der Ankundigung des Papstbesuches,
aufgegriffen: die kleinen Gruppen, die in
einer legitimen Pluralitat in ihrer jeweiligen Eigenart
ihren Glauben leben (und auch die Territorialpfarreien
schrumpfen ja immer mehr zu kleinen
Gemeinschaften), brauchen daneben von Zeit zu Zeit
die Begegnung mit den andern und zwar in der gemeinsamen
Eucharistiefeier als dem Fundament unseres
Glaubens.
Was der Papst uns ausser diesen drei Schwerpunkten
noch sagen wird, wozu er uns noch aufstacheln wird,
lasst sich ja zur Zeit noch nicht sagen.
forum: Ich habe eine gmime Angi5t von den Gtaubeupeu3ntichkeit
dinn Paote5. SeLt Beginn
6eiaez Ponti(likate,5 gibt es doch in don Kirche
eine eindeutige RutauAationtendenz. Am fztauten.
kommt din woht Lo jang6ten Vokument abeA Bume
and Beichte zum kodAuck. Jede RutauAation 661e,-a0
miA abeA eine Ang6tAeaktion. Mud anguicht den
Aqgaben, die WIZ eAwaAten, z. S. auch -he Diatog
mit den WettAaigionen, ncheint day miA die ,schtechtute
Reaktion zu 6ein. Den Papal stAalitt eine gewi,
me Sichenheit au,s, abeA ob din winbCich Sickenheit
Gtauben i6t, we.bm ich nicht. 'NA , Rau&
macht avcn ja, weit Wih auk Gott bauen, o(11)en.
die FAaaen, die nick ntetten, and n&mt avo die
Angn-t von FAagen. Ich kann diu nicht . Aecht
au einen NenneA bAingen mit den "Rntautation"
(den AuzdAack tammt von Ka Ad. RatzingeAl,die in
den Kirche atteathatben am Weniz it. Da,5 taut bei
min v-ho-ho FAagen oV)en.
M. Schatz: Der persbnliche Kontakt, der mich
jetzt Johannes Paul II. naher kennenlernen
liess, hat mir die Gewissheit verschafft,
dass seine Persbnlichkeit gepragt ist von der taglichen
Auseinandersetzung mit einer andern Ideologie,
aber auch mit den Machten, die sich darauf berufen.
Sicher hat er dadurch eine andere Art, Probleme
anzugehen,als wir sie hier in Westeuropa gein:
Le Monde 28-29/]o/1984
38
. . .
wohnt sind. Ob man ihm das aber zum Vorwurf machen
kann, sei dahingestellt. Vor fUnf Jahren hatte ich
auch ahnliche Bedenken. Im Gesprach mit Leuten, die
ihn naher kannten, wurde mir gesagt, er sei ein
Mensch, der bereit sei,hinzuzulernen, ja sich zu
andern. Das scheint mir tatsachlich der Fall zu
sein. Im Okumenismus hat er sich doch sehr weit engagiert
und geht sicher ein StUck Uber die Position
Pauls VI. hinaus. Bei semen Reisen in andere
Kontinente hat er immer grossen Respekt vor den anderen
Religionen gezeigt.
Stichwort: Restauration: Vielleicht mUssen wir die
ausserordentliche Bischofssynode im Herbst abwarten,
um zu erfahren, wo Johannes Paul II. die
Hauptstossrichtung, die "ligne de force", des 2.
Vatikanischen Konzils sieht. Sicher ist er wohl
der Meinung, doss das Konzil zum Teil falsch interpretiert
wurde, dass der Konzilsgeist missverstanden
wurde. Kardinal Ratzinger (Prafekt der
Glaubenskongregation) bragte das harte Wort vom
Konzilsungeist. Nun, wir mUssen mal wieder auf die
Konzilstexte selbst und ihre Entstehungsgeschichte
zurUckgreifen. Ich glaube dem Papst geht es darum,
den Glauben in seiner Uberlieferten Authentizitat
zu starken. Es geht ihm auch darum, "in necessariis"
eine gewisse Einheit in der Kirche wiederherzustellen.
Das mag nach Uniformitat aussehen,
z.B. in der liturgischen Praxis. Es widerspricht
auch z.T. der Rede von einer notwendigen Inkulturation
des Glaubens in die Kultur der verschiedenen
(nicht-europaischen) Vblker. Doch der Kontakt,
den der Papst immer wieder gerade mit den jungen
Kirchen der Dritten Welt sucht, wird sicher seine
Folgen haben. Er kann nicht drei-, viermal nach
Afrika fahren und die dortigen Gebets- und Liturgiefeiern
sehen und bei seiner RUckkehr in Rom
eine Einheitsliturgie fUr die ganze Welt verordnen.
Es geht dem Pabst urns Wesentliche: in diesen Fragen
will er die Einheit der Kirche starken. Ich
wUrde das aber nicht so schnell Restauration oder
RUckkehr zu einer vorkonziliaren Haltung nennen.
Johannes Paul II. hat Ofters betont, dass er sich
als Erbe des Konzils sieht, und dass es eine schwere
Erbschaft ist, das Konzil zu verwirklichen. Wir
sollten ihm diese Chance lassen. Es ist natUrlich
nicht von der Hand zu weisen, dass sich in Rom in
letzter Zeit auch restaurative Krafte breitmachen.
Doch ist dos die Schuld Johannes Paul II. oder einfach
das Ergebnis einer normalen Pendelbewegung?
Mir scheint, dass das Konzil als eine Realitat
gilt, hinter die wir nicht mehr zurUckkommen.
Monolog oder Dialog?
forum: Sie swLachen eben die Reisen in die atitte
(Vat und den Wia.en des Papstes an, zu
.Liahn_en, was die doAtigen KiiLchen ihm zu sagen haben.
Wie steht es in die„5eA, Hinicht nit seinem
Be.sach in LuxembuiLg. 1m HiAtenbAie unse,tes Bischo(
l es gekt immet wiedeA die Rede davon, deA
Papst dome, um uas zu sagen um COVS die WettkiA.
che nHheAzubtingen Auch Sie spAachen uase-
Pzwattuncien gegenabeA dam Papst an. AbeA:
auch win den Papst etwas sagen? MU,S6 man sich
au tC einen papstUchen Monotog ge(l asst hatten odeA
dot man acti einen Diatog ho{) ,cien, zumindest auY)
einen iastitutionatisietten Diatog?
M. Schittz: Vorab eine Richtigstellung zum Hirtenbrief:
Im Anschluss an ein Pauluszitat
sagt auch dort schon der Herr Bischof, aus der Begegnung
mit dem Papst erwachse ein Miteinander,
aus dem unser Glaube qemeinsam gestarkt werde.
VERGIB
UNS UNSERE
SCHULD
Ich spreche nicht nur in meinem Namen.
Ich bitte nicht nur um Vergebung
meiner privaten SUnden.
Wir stehen vor Dir
als Gemeinschaft
die schuldig ist.
Was sind wir Dir denn schuldig geblieben
Vater?
Was hatten wir Dir geben kbnnen
was Du nicht hast?
Du wirst nicht bekannt als der
der Du bist
wenn wir uns nicht zusammentun
Dich bekannt zu machen.
Einer allein kann Deinen Namen nicht heiligen.
Wer das im Alleingang versuchte
wurde ans Kreuz geschlagen
schuldig sind wir schweigende Gaffer.
Dein Reich kann nicht kommen
wenn wir nicht solidarisch daran bauen.
Im Alleingang wollte es einer versuchen
als Spinner wurde er abgetan
schuldig sind wir lachende Spbtter.
Dein Wille kann nicht geschehen
wenn wir uns nicht zusammenschlie$en
ihn zu tun.
Im Alleingang versuchte es einer
wurde als Gotteslasterer verurteilt
schuldig sind wir alle
weil wir uns weigern
die deutlichen Zeichen der Zeit zu lesen.
Vergib die Schuld
von uns schweigenden Gaffern
von uns lachenden Spbttern
von uns allen
die wir uns weigern
die Zeichen der Zeit zu lesen.
Auch er sieht das als ein Entgegenkommen zweier
Seiten, und nicht als ein Diskurs in eine Richtung.
Andererseits ist hier sicher eine Schwachstelle
des Besuches in Luxemburg angesprochen! Bei den
Vorbereitungen haben wir zu Anfang nicht genUgend
darauf aufgepasst, dass das, was wir dem Papst zu
sagen haben, auch zum Ausdruck kommt. Anfangs war
eine Begegnung mit dem Papst im kleineren Kreis
geplant, etwa mit Priestern, mit Ordensleuten,
mit Laienvertretern. Von Rom aus kam dann der
Wunsch des Papstes - wohl nach den Erfahrungen
in der Schweiz (das ist meine Interpretation) -,
nicht mehr mit ausgewahlten Priestern zusammenzukommen,
sondern eine solche Begegnung fUr alle
Geistlichen zu bffnen. Daher bekam diese Begegnung
(im Stadttheater) einen vbllig neuen Charakter.
Wir mUssen nun inklusiv Laienvertreter mit
9oo Personen rechnen, so dass dann doch der
Papst, nach einer Grussadresse eines Priesters -
oder Laienvertreters, eher eine Ansprache halt,
39
C3
I.J.00214M IILOS SO OEN16 -,1 0 e AJ OLICHE GEK0MHEN SiN0 3
48E2., Sib- 14155E7Q DecH,
HEIL-16ER VATEg
DER P)(..LCNKNI CR
als dass er sich ins Gesprach mit uns einlasst.
Es gibt auch bei uns z.B. keftne Universitat, wie
in Belgien, wo er mit deren Vertretern einen
institutionalisierten Dialog fUhren kann; in den
Niederlanden fUhrt er solche bkumenische Gesprache.
Dies scheint mir allerdings der einzige wirklich
erwahnenswerte wunde Punkt in unserer Organisation
zu sein, doch als das uns bewusst wurde,
war leider der Zeitplan vbllig ausgebucht, so
dass daran nicht mehr zu rUtteln war.
HinzufUgen muss man, doss der Papst selbstverstandlich
nicht vbllig uninformiert nach Luxemburg
kommt. Der Herr Bischof und ich waren schon
zweimal nach Rom, um ihn Uber die hiesige Situation
ins Bild zu setzen. Vielleicht muss einer
von uns nochmals hinfahren. Wir haben auch eine
Reihe schriftlicher Berichte hingeschickt. Noch
heute morgen habe ich einen Bericht Uber die Loge
der Immigranten nach Rom gesandt, im Hinblick auf
die Eucharistiefeier in Esch. Insofern kommt ouch
ein innerkirchlicher Dialog schon im Vorfeld des
Besuches zustande, der ohne diesen Besuch sicher
nicht in dieser Intensitat gefUhrt worden ware
und durch den Rom doch die Loge und die Probleme
der Lokalkirchen besser kennenlernt. Diese informationen
kommen beim Besuch selbst hbchstens in
Form von Echos in semen Reden zum Ausdruck, aber
ein intensiver Austausch hat doch stattgefunden.
NatUrlich mag man den als gefiltert darstellen,
weil nur einige Leute daran beteiligt waren, doch
wir geben uns MUhe, den Pabst so objektiv wie mbglich
zu informieren.
,n [.,\Iajc)at: Ich mOchte in diesem Zusammenhang ouch
darauf hinweisen, doss mir der innerkirchliche
Dialog wie er in der jetzigen Vorbereitungsphase
lauft, ganz besonders gut gefallt. Der
Dialog soil nicht nor mit dem Pabst stattfinden.
Ich weiss nicht, ob die kotholischen Jugendverbande
je so intensiv zusammengearbeitet und miteinander
diskutiert haben wie jetzt zur Vorbereitung
der Echternacher Begegnung. Auch erwagt man, die
fUr Echternach vorbereiteten Aussagen nun mit
Basisgruppen, z.B. Schulklassen, oder JOC-Gruppen
durchzudiskutieren, um zu LiberprUfen, ob diese
Jugendlichen sich darin wiedererkennen. Eine SchUlergruppe
aus don Athenaum hat z.B. die Arbeiten
der Vorbereitungsgruppe fUr Echternach regelmassig
kritisch begleitet. NatUrlich hangt dos z.T.
ouch am Engagement einzelner Personen.
forum: lit EchteA4Lach Lst aLso DelJbant, Jas atm.6n
Jnc,:i ndUcIten (-ley Pcwst
deA. 1:4".'tehe mittci.Cen soucw:
flajcAto: Der Plan sieht vor, doss in Echternach
die Jugend eine halbe Stunde lang ihre
taglichen Probleme, ouch ihre Auseinandersetzung
nit der Kirche darstellen soll. Die Stichworte
sind dabei Solidaritat, Vertrauen, Freiheit. Anschliessend
erst wird der Papst dos Wort ergreifen.
forum: 1-Se „.5otcheo ALL ja. oi_cht ammichtio,
RTA ..spfLedien dcft(1 . WiC gc_,schieht
Auwaht dL!.,suL. Redu.u:? Redet dn. Vataan catc/, ein
abb .ot YH,,Lt bei de.L Ge6taCtun?
N. Majefuo: Die Verantwortung fUr das, was in Echternach
gesagt werden wird, liegt bei
der spezifischen Vorbereitungsgruppe. Eingeladen
waren von Anfang an alle Religionslehrer, die Lei
ter der katholischen Jugendverbande, offizielle
wie die JOC oder die Pfadfinder und informelle wie
"Jeunes en marche" aus dem Dekanat Bettemburg. Jene
, die seit Oktober an den Vorbereitungen mitgearbeitet
haben, kiinnen jetzt mitreden, wenn es
um die Formulierung der Inhalte geht. NatUrlich
werden die Texte im voraus vorbereitet und nicht
der Spontaneitat Uberlassen, schon allein um Zeit
zu sparen. Ubrigens beginnt die Veranstaltung
schon lange bevor der Papst in Echternach angekommen
ist. Und es sollen nicht nor Texte gesprochen
werden, es wird ouch gesungen, es gibt szenische
Darstellungen, usw.
Der Paps bei den Arbeitern — nur Theater?
lm Prinzip gilt Ahnliches fUr Esch.
Auch hier wird zur Zeit von den Pfarrern,
den Vertretern der Auslandermissionen und
von Laien ein 3/4stUndiges Programm fUr die Partezeit
vorbereitet. Ich weiss, dass hier JOC, CPHO,
KNA, LCGB um einen Tisch sitzen - was auch nicht
alltaglich ist -, um die Aussagen der Kirche zum
Theme Arbeit in einer den einfachen Menschen verstandlichen
Form aufzuarbeiten, bzw. um die Probleme
der Menschen im Arbeitsprozess auszudrUcken.
forum: di p haben ein paaArnat betont,
Paptbesucite.:s die
Ki.tche SoA.,ge LO S and "Setenheit
geqeAti.beA den AA.bc4to,._sen
audAtic.ta,J1 doss 5c//3x,
doch dco alm Aneatc.A?
du Eociaccemc,_0: dos K,(IACILC. LaxembnAg
tc doss VoA \fouatc..o /tat dcA Hut)
.,stac-h.cf e Kt_eAto au de'L .i.neotteiegend C41101 Soti
daAitatsb ,Lie io Sac/'e' Sch,(4.occ (1,j5 "Ste(71(2,C
Dlidet-ingen veAiamt, abcA die. Izatiloticlic, Taqc_
sz&Ltang hat Um vie/'t vuLjent...Cieht. Oic. Enzykt(
Ia "LaboAcm cATAcc.o", .sichn dvL bensten
and ,.,La.clikae,5tco Papte, OACICIJ 61 LUAJWbEft2
MC-61C. E,Lachtevo
Sch,Utz: Wir erwarten eben, doss Johannes Paul
II. uns in Richtung "Laborem exercens"
aufrUttelt. Aus diesem Grund haben wir bewusst die
Begegnung mit Arbeitern und Immigranten in Esch
ins Programm aufgenommen. Gerade zu diesem Theme
scheint uns seine Botschaft besonders eindringlich.
Der Papst wird in Esch wohl eine Feier erleben, an
der Luxemburger und Gastarbeiter gemeinsam teil-
40
DOSSIER
nehmen. Ich habe ihm aber mitgeteilt, dass das sicher
eine Ausnahme ist: vor allem in den Pfarrgemeinden
geschehe sehr wenig fUr den interkulturel
len Dialog. Ich glaube nicht, dass wir dem Papst
etwas vormachen wollen. Das Vorprogramm ist auf
jeden Fall eher in Richtung Sensibilisierung der
Luxemburger konzipiert.
Weiches Papstbild wird vermittelt?
forum: Die Mechea, deaea dam rapt bei 5eattichea
Vem,afttattuagea begegaea wifLd,
e.iaiache Leate au:5 dem Voa. Die PLage, die
,t7e.ttt, it dine: WeAdea ,5ich die.se Leute aach
dm 6nach ciu±Lichticiemn MCA. eia ,at,scheit.
BiCd COO dem. Rotte dc,,s Pawtn ia dem iCiA.C11C. madteri.
U;VWCH? Va.s COO duo 7jR,C. vataaLschea K0112.
tiea gezeichaete Papstbad i6t ja aMeu ca..6 je.-
u,s, du die 3(1 ,/) eateiche cou ihm
macht.
Sicher tritt der Papst im Kontext von
Massenveranstaltungen als grosse Persbnlichkeit
auf. Zweitens wird das Papstbild auch
von den Massenmedien mitgepragt, Jber die wir als
Kirche nicht allein bestimmen, auch wenn wir im
Gespr'ach sind mit den Luxemburger Journalisten.
Drittens tritt der Papst im Rahmen eines bestimmten
Sicherheitsaufwandes auf, auf den leider nicht
«Aktioun A-B-C»
fiir I:Elia
Anlasslich des Papstbesuches 1980 in der BRD wurden
31,2 Millionen DM gesammelt, die an den Papstlichen
Rat "Cor Unum" zwecks Vergabe an Entwicklungsprojekte
weitergeleitet wurden. 1984 war erst
ein Drittel des Geldes in der Sahel-Region angelangt.
Die restlichen 2o Millionen warteten noch
auf deutschen Bankkonten (vgl. "imprimatur", Nr.1/
1984).
Ein solcher Skandal soil in Luxemburg unbedingt
verhindert werden. Daher ist es zu begrUssen, dass
Abbe Jean HIERZIG (dem wir auch die obige Reiseliste
verdanken, die er fUr eine entsprechende
Ausstellung im Mansfeld-Saal in der Nationalbibliothek
wahrend der Oktave zusammengestellt hat)
seine "Aktioun A-B-C", die er jedes Jahr mit Schblern
aus dem Lycee technique Michel–Lucius durchzieht,
diesmal landesweit geplant hat. Auf Grund
seiner Erfahrung kann er namlich dafUr bUrgen,
dass das gesammelte Geld wirklich ankommt.
Dieses Jahr sollen bis Ende April 50000 Aufkleber
a 3o F verkauft werden. Der Erlbs soil dem Papst
(symbolisch) Uberreicht werden, der ihn dann bei
seiner nachsten Reise, im August nach Kenia, an
Kardinal Otunga weiterleitet, damit Wohnungen fUr
3o 000 Slumbewohner im Mathare-Tal bei Nairobi
gebaut werden kbnnen. Zu begrUssen ist, dass diese
Wohnungen von den Betroffenen selbst im afrikanischen
Stil gebaut werden sollen, und dass das
gespendete Geld eigentlich nur ein Startkapital
sein soll, das nach Mbglichkeit zurUckzuzahlen
ist, damit die Kirche es erneut anderswo einsetzen
kann. Das Projekt entspricht durchaus dem wichtigen
Kriterium jeder ernsthaften Entwicklungshilfe,
namlich die Armen selbst an der Lbsung ihrer Probleme
zu beteiligen.
Wem kein Aufkleber von Jugendlichen angeboten
wird, der kann seine Spende auch so auf das CCP
81315-29 der "Aktioun A-B-C" Uberweisen.
Vergib uns unsere Schuld
WIE AUCH WIR
VERGEBEN
UNSERN SCHULDIGERN
Wohl die schwierigste Bitte
well der Vater
uns unsere Schuld
nur dann abnehmen kann
wenn wir unsere eigenen Schuldner
entlastet haben.
"Geh
und versbhne dich mit deinem Bruder
dann komm und leg deine Gabe auf den Altar"
sagt der Bergprediger semen SchUlern.
Haben wir unsere Schuldner entlastet?
Jeder von uns
seine ganz persbnlichen Schuldner?
Was ist denn mit dem
der mir schuldet Bruder zu sein
der jedoch beansprucht
mein Herr zu sein
der mich in die Ecke stellt
der mir das Wort abschneidet
der den Stab Uber mich bricht
hab ich ihn entlastet?
Haben wir unsere Schuldner entlastet?
Wir
als Familie
als erste die Nachbarn wieder gegrUSt
die unsern guten Namen befleckten?
Wir
als Nation
bereit zu vergeben
die schrecklichen Jahre
bereit zusammenzugehen
mit dem frUheren Feind?
Vater
kannst Du
uns unsere Schuld vergeben
wenn wir Dich darum bitten
es mit uns genau so zu tun
wie wir es
mit unsern Schuldnern tun?
41
DOSSIER
verzichtet werden kann. Diese drei Umstande fUhren
mbglicherweise zu einem falschen Papstbild. Es
kommt daher viel darauf an, wie der Papst selbst
sich benimmt. Und er versucht ja gerade immer wieder,
diese Zwange zu durchbrechen. Er will ja
nicht ewig auf einem Podium stehen. Ruch seine
Aussagen kbrinen dazu beitragen, seine Rolle richtiger
zu erfassen. Drittens ist es wohl auch notwendig
) in der pastoralen Arbeit auf die Fragen um
Kirche und Petrusamt in der Kirche zurUckzukommen.
Das war fUr die Zeit zwischen Advent und Fastenzeit
geplant, scheint aber nicht so recht gelaufen
zu sein. In "Aspekte" wird Herr Michel Schmitt
nochmals, in Anlehnung an das Buch von Tillard
(vgl. unten S.22), auf das Petrusamt eingehen und
zwar zwecks Formation des Klerus. Wir sollten also
noch darauf zurUckkommen, um gegen ein zu hiera -
tisches Bild des Papstes anzukampfen.
M.MajeAco: Bei der Organisation haben wir uns jedenfalls
immer wieder bembh,t bi s in
die Konstruktionsplane hinein, darauf hinzuweisen,
dassdie Zentralfigur Jesus Christus und nicht der
Papst ist. Aber die Gefahr eines falschen Papstbildes
bleibt sicher bestehen.
forum: Fail_ Jacjeadtichea i'st eine deA dAgisten
Schwinigkeiten mit diusem Pap.st 6eine Hat,-
tuag zu FtLagen dm Sxuatbeflzich/s. AY) diuem Gebiet
6-itzt daz.s Mi6tAauea isehA
M. Majmo: Das ist schade. Ich weiss, dass die
Botschaft des Papstes auf drei Punkte
reduziert wird: l.Er ist gegen die Wiederheirat
Geschiedener 2. er ist gegen VerhUtungsmittel ,
3. er ist gegen die Priesterweihe von Frauen.
M. Sch,Utz: Wahrend seiner letzten Lateinamerikareise
hbrte ich auf RTL den einen
Satz:"Johannes Paul II. hat in Venezuela gegen die
Pille und die Befreiungstheologie gewettert."
M.MajefuLs: Die gesamte Botschaft, etwa von. "Familiaris
consortio" wird dadurch aber
verschleiert. Die Sexualtheologie dieses Textes
ist viel reicher,als diese Reduktion vermuten
lasst. Sicher werden auch diese drei Satze gesagt,
die auch mir Schwierigkeiten bereiten, aber die
flotten Ansatze zu einer positiven Haltung
in Sexualfragen fallen unter den Tisch.
M. Schittz: Auch diese Aussagen des Papstes gehen
von einem ganz positiven Grundansatz
aus, namlich von einem sehr hohen Bild des Menschen,
von der Sorge, doss der Mensch nicht das
Opfer von Manipulation oder Selbstmanipulation
werde.
Fin Hauptproblem ist allerdings die selektive Berichterstattung
Uber seine Botschaft. Das wird
auch unsere Sorge sein in Luxemburg, aber wir kbnnen
der Presse keine Vorschriften machen. Nur ein
Beispiel: Vor kurzem sagte mir ein Medienverantwortlicher,
er lasse alles aufzeichnen, was der Papst
in Luxemburg tut und sagt. Ich wies darauf hin,
dass die Ansprache im Theater z.B. uninteressant
sei fUr das grosse Publikum. Er antwortete mir:
"Ich zeichne alles auf, um sicher zu sein, auch
jenen kleinen Satz aufzufangen, mit dem der Papst
euch Luxemburger Pfarrern die Leviten liest, und
diesen Satz werde ich in die Nachrichtensendung
reinspeisen." Das Beispiel zeigt sehr gut, wie
Medien eine Botschaft verfalschen Onnen, in_dem
negative Satze aus dem Kontext gerissen werden.
Im viel kritisierten Dokument Uber die Befreiungstheologie
steht z.B. viel mehr Positives,als ich
je in einer Zeitung Uber diese Theologie gelesen
dr daA /1/ei
•
habe, aber das wird unterschlagen.
forum: Wie witt die KiA.che dem/ da,taY)
M.Schittz: Mir ist in unserm Gesprach Oar geworden,
dass win im nachhinein auf jeden
Fall die gesamte Berichterstattung aufarbeiten
mUssen, um dann auf jene Punkte zurUckzukommen,
wo mbglicherweise falsche Vorstellungen (vom Kirchenbild,
vom Papstbild, usw.) vermittelt werden.
M. Majvaus: Wahrscheinlich kommt es darauf an,
wahrend des Besuches die Journalisten
mbglichst gut zu begleiten. Aus der Schweiz wurde
uns z.B. empfohlen, Theologen mit den Journalister
im Bus mitreisen zu lassen, die sofort fLir Informationen,
Erklarungen, Gesprache zur VerfUgung
stehen. Selbst Journalisten, die zur Zeit fUr Interviews
zu uns kommen, sind offensichtlich nicht
genUgend fUr diese Themen vorbereitet, verstehen
nicht alle Subtilitaten der kirchlichen Sprache.
Papstkontakt nur gegen Eintrittskarte?
forum: Kommea wit at6o zu. den 0A.ganimtn..6.tagen..
Ancheinend m',56 maa anmadea, um an
dea Pap,steieu tanehmea zu cOV) ea: atso deA.
Parmt gegen EinttokaAte zu 6e//en?
MajefLu,s: Das gilt nun in Echternach, well dort
nun knapp 8000 Platze vorhanden sind
und der Andrang aus Deutschland gross zu sein
drOht, sowie in der Kathedrale, wo win maximal
Boo Kranke plus ihr Betreuungspersonal unterbringen
kOnnen. Ansonsten besteht Uberall freier Zutritt.
M. Sch&z: Win haben allerdings vor, bessere Plat
ze zu reservieren, in Esch und in Luxemburg,
fUr alle, die bereit sind, mit bffentlichen
Transportmitteln anzureisen.
forum: Die_-5e Mamaatmlea deatc.a daAaul) hia, dct,s/
/sie haben coo. zuvia. AndAang? Haben
5ie nie Ang6t gehabt, 1Z3HY1tUL HU„'L R.VJ Leate
dea Weci zu den VuLaata.Ltungen “nden?
42
DOSSIEP
M. Sckatz.: Wir schwanken .. von Tag zu Tag ...
Herr Majerus war noch heute morgen in
Metz beim Prafekten: dort empfahl man ihm, in Esch
mit 5o - loo 000 Leuten zu rechnen. Alle weltlichen
Instanzen rechnen mit hbheren Schatzungen,als
wir selbst erwarten.
forum: Uad die Komku,'LAemz vo yt RTL-DiA.eLtabeAtAaquagem
7) (iftc6tem ,sie nicht?
N. Schittz: Doch. Als wir mit den belgischen und
niederlandischen Bischbfen im November
beim Papst weilten, fragte er uns, ob es auch
Konkurrenzunternehmen oder Anti-Veranstaltungen
geben werde. Ich habe ihm geantwortet, doss es in
Luxemburg nur eine grosse Konkurrenz geben werde:
das Fernsehen. In Luxemburg hat jeder 2. Einwohner
einen Fernsehen, und die Gefahr, dass manche
UND FUHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG
Da scheint doch irgendeinem
ein Ubersetzungsfehler unterlaufen zu sein.
Vater
Du fUhrst uns nicht in Versuchung
Du doch nicht.
Es mU$te wohl hei$en
la$ uns nicht umkommen in der Versuchung
denn allgegenwartig ist die Versuchung
genau das zu unterlassen
genau das zu boykottieren
um was wir Dich zu Anfang baten.
Nicht Deinen
sondern unsern Namen
hatten wir gerne ganz gro$geschrieben
alle sollen uns kennen.
Unser Name werde geheiligt
das ist der Versuchungen eine.
Jesus hat sich nicht
von der Tempelzinne heruntergestUrzt
Sensationsmache war nicht seine Sache
er widerstand dem Versucher.
Nicht Dein
sondern unser Wille
soil durchgesetzt werden
und wenn alles in Scherben fallt.
Da sind wir nicht
wie unser Herr Jesus
der keine Engellegionen herbeibefahl
um seine Feinde abzuschrecken
der keinen Krieg wollte
weil Du keinen willst.
Nicht Dein
sondern unser Reich komme
das Reich der Diplomaten
das Reich der Gro$konzerne
das Reich der RUcksichtslosen
die Almosen spenden
und die Ungerechtigkeit festzementieren.
Gro$ ist die Versuchung
unbedenklich
bei diesem makabren Spiel mitzumischen.
Vater
LASS UNS NICHT
UNTERLIEGEN
IN UNSERN
VERSUCHUNGEN
lieber zuhause bleiben,als sich zum Papst zu bewegen,
ist durchaus gegeben, aber kaum abzuschatzen.
MajeAus: Ich befUrchte, doss mehr Auslander an
den hiesigen Veranstaltungen teilnehmen
werden als Luxemburger. Ein Beispiel: aus
Arlon hat der Dechant mit Zustimmung des Bischofs
von Namur, mehrere Tausend Pilger angekUndigt. Ein
Sonderzug ist gewiss, daneben noch Busse. Heute
schon sind aus der BRD zwei SonderzLige angemeldet,
und es wird noch mit 1-2 weiteren aus Koblenz gerechnet.
Die Franzosen meinten heute morgen, der
Escher Bahnhof werde wohl nicht alle SonderzUge
aus Lothringen fassen. Damit hatten wir nicht gerechnet.
Nur in Echternach hatten wir eine internationale
Begegnung geplant.
Schittz: Interessanterweise scheint sich dos
ganze frUhere Herzogtum Luxemburg
hierhin bewegen zu wollen, und nicht etwa in Belgien
nach Namur oder Beauraing oder Banneux!
forum: WaAum eigent.eich hat n faH HCA
mit dem Datwn des Paotbesuchcs cjejeben?
SclUt,t2:: Ganz einfach: die belgischen Bischbfe
hatten Schwierigkeiten mit dem Sprachenproblem.
Sie mUssen aufpassen, dass der Papst
ja nur nicht einen Schritt mehr in Wallonien als
in Flandern tut, abgesehen von BrUssel. Daher landet
er zwar jetzt mit Luxair in Zaventem, fliegt
aber sofort per Helikopter nach BrUssel, wo er
erst den Boden kUsst und offiziell empfangen wird.
Aus diesen GrUnden hatten die Belgier Zeitprobleme.
Anfangs hatten sie uns angeboten,den Papstbesuch
am Montag und Dienstag zu organisieren
(statt Sonntag und Montag wie ursprUnglich geplant).
Sie meinten, wortwbrtlich, Luxemburg sei
ja ein katholisches Land und die Regierung kbnne
folglich diesen Tag zum Staatsfeiertag erklaren.
Ich habe darauf geantwortet, dos komme unter kei
nen Umstanden in Frage und ich wolle keine Regierung
in die Loge versetzen, diese Frage ouch nur
erbrtern zu mUssen, von den Folgen fUr die Wirtschaft
wegen Arbeitsausfall gar nicht zu sprechen.
Der 5. Tag, den die Belgier brauchten, war daraufhin
nur dadurch herauszuschlagen, doss der Papst
nach den Niederlanden zuerst nach Luxemburg kommt
und in Belgien seine Reise abschliesst.
Majef:a6: Trotzdem wird am Mittwoch,dem 15. Mai
1985,schulfrei sein, und zwar nicht
auf unsere Bitte hin, sondern weil CFL und die
stadtischen Busse nicht genUgend ausgerUstet sind,
um die SchUlertransporte gleichzeitig mit den
Pilgertransporten durchzufUhren, da diese ja schon
vom frUhen Nachmittag an laufen mUssen. Daraufhin
hat der Regierungsrat beschlossen, schulfrei zu
geben.
Was kostet der Besuch den Staat?
forum: Dctnit abuL ouch (14,e. Fkage augewo)Lillevt,
moo deA. Papstbe6uc6 den Staat kotm
abg&sehen mom den Kcstem, &Le die Ki7Lc6e
zu t'Lagen hat. Umd hagt ja wiedeA dek.
FAage zu/somman, ob wiALZich gtacktich it, dais
Papst auch Staat,sche it.
Sch,Utz: Der Staat ist von allem fUr die Sicherheit
des Papstes zustandig. Doch
dos ist nun ein kleiner Tell des notwendigen Sicherheitsaufwandes
bei Grosskundgebungen. Bei
Massenveranstaltungen ist aber auf Grund der ver-
43
111111111111111111111111.111MILTLL,,,?
fassungsmassigen Versammlungsfreiheit der Staat
zu besonderen Sicherheitsmassnahmen verpflichtet.
Das gilt ganz besonders, wenn es sich, wie auf
dem Glacisfeld, um bffentliches Gelande handelt.
Wir sind jetzt in Verhandlungen darUber, wie diese
Sicherheitsmassnahmen mit den Erfordernissen
einer liturgischen Feier in Einklang zu bringen
sind. Im Prinzip gilt genau das gleiche bei Sportveranstaltungen.
Was nun die Qualitat des Papstes als Staatschef
anbelangt, so ist zwar richtig, dass er protokollarisch
als solcher empfangen wird, aber er will
nicht als solcher nach Luxemburg kommen. Ich vergleiche
seine Stellung eher mit jener eines Prasidenten
einer internationalen Organisation, die
eine gewisse Exterritorialitat geniesst. Der Sicherheitsaufwand
beim Papst wird sicher kleiner
sein als beim Besuch des US-Vizeprasidenten Bush:
dieser hatte (offiziell) 2oo Sicherheitsbeamten
mitgebracht, der Papst wird von 4 Mann begleitet.
M. Majmo: Hinzukommen allerdings die Transportkosten.
Wir mUssen aber darauf hinwei
sen, dass die CFL den Pilgern genau dieselben gUnstigen
Bedingungen gewahrt (7oZ Reduktion auf den
Fahrpreisen) wie jeder zehn Mann starken Gruppe.
Es handelt sich also nicht um eine Extra-Wurst fUr
den Papstbesuch. Die Guiden reisten zum Thinking-
Day am 3.2.1985 unter denselben Bedingungen.
Sind Fria: cuch zum Altaruenst zugelassen
forum: LI Kanada hatte a R'Lobe.cme cjegcben, weit
dift Pap.6t ia?,&LC. weibticheo Me,mdieneA. ao
wLuem wot„fte. Sei aodno. Saucheo
hat c,s Schtanigktea ge2ebeo, WC,a CA die Haoci-
(ZOMMUHi011 VCAWC,i0(nt hat. Gab e,6
,L;cht Aocci,suogeo au:s Rom?
M. SchiUz: UnS wurde was die Handkommunion anbelangt
geantwortet, der Papst halte
sich an den im Lande Ublichen Gebrauch. Was die
Messdienerinnen in Kanada anbelangt, so habe ich
gehbrt, er habe sie ignoriert, aber keine zurUckgewiesen.
M.Majulato: Auf jeden Fall haben wir alle Messdiener,
Jungen und Madchen, zum Glacisfeld
eingeladen. Bei der Kommunionausteilung werden
auch Laien helfen, darunter ouch Frauen. Uns
wurden in dieser Hinsicht keine Auflagen gemacht.
forum: Im "tagebtatt" 6 /am/ zu tneo, da6 Si6tum
bei duo KiuobaitzefLu iotet(. xe.o,i_efEt, um
",.saubeAe" wahn_eod d&s Paotbauche,5
zu ..:soA.9en. Mich hat da's (i.bavLayscht
M. Sch,iLtz: Das ist das erste Mal, dass ich davon
hbre. Im Bistum weiss jedenfalls niemand
von einer derartigen Intervention. Wir haben
andere Sorgen.
forum: Bud dm 5o oduL loo 000 Sauchen acl , dew
U.aci6()ad odeA mu auch immeA, wikd qaoz
6iche7L eio cy,_,seA -reit Hick/ cuts chAitbicheA
UbeAzeuguag IZOMCK, ,SOkideAll ato Nmgiutde ode
Schaub,k,st. Da5 J107EMCCC. Bus daoo abuz,
Voter
LASS UNS NICHT
UNTERLIEGEN
IN UNSERN
VERSUCHUNGEN
Haus auf Hauser
Feld auf Felder
zu haufen
wie der Profet sagt
oder moderner
Tausender zu Tausendern
Aktien zu Aktien
Goldbarren zu Goldbarren
in unsern Tresors zu speichern
dos ist einer unserer Traume.
Voter
la$ es beim Traum bewenden
la$ ihn nicht zur Versuchung werden.
Orden und Ehrenzeichen sammeln
auf Staatsempfangen glanzen
auf Titelseiten erscheinen
auf dem Ehrenpodest Plate nehmen
zu den Machtigen gendren
dos ist einer unserer Traume
ein Traum der kleinen Leute.
La$ es beim Traum bewenden
la$ ihn nicht zur Versuchung werden.
Wenn Holocausts brennen
ist die Versuchung gro$
zu sagen: "Davon wu$ten wir nichts!"
Wenn bei Massenkundgebungen
dos Volk um den Verstand gebracht wird
dann ist• die Versuchung gro$
mit den vielen mitzuschreien.
Wer gegen kollektiven Wahnsinn aufsteht
wer zum Boykott von Waffenproduktion
und Waffenhandel aufruft
wer gegen Konsumzwang protestiert
wird gleich doppelt versucht
entweder aus Ohnmacht zu resignieren
oder aus Zorn zur Gewalt zu greifen.
Voter
in dieser Versuchung
must Du dem Versuchten schon beistehen.
44
DOSSIER
das Ri,siko, dam manche, and von caUlem ouch die
iz.athotische P/Lcs,se, die Schuss iotgenon.g ziehen,
"Seht, den Papst Ubctzeugt! ACC .sind gekommen!
Die Wett ode. die Kinche ist wieden heit!" Sind
das die tichtigen pasto.taten Schte? Mass man
sich aicht ehct anwoht :_Vihten, wenn loo coo dem
Paot 6ci ,(1 aCt Uatschen, abet keine loco ,seine
BotschcW enust nehmen Laid danach Hondo .n?
Schittz: Wieviel kommen, wieviele glauben, wissen
wir nicht. Wir soliten aber klaren
Kopf behalten und nicht in einen billigen Triumphalismus
fallen und nachher behaupten, wenn loo oder
2oo 000 insgesamt den Papst gesehen haben, ganz
Luxemburg sei wieder katholisch. Wichtig ist zu
sehen, was im Anschluss an den Besuch entsteht. In
Wien hat man die Folgen des Besuches eine Weile
beobachtet und festgestellt, dass noch 6 Monate
danach der Kirchenbesuch signifikativ hbher lag
als vorher. Insofern kann es schon sein, dass eine
Reihe von Leuten, wie ich zu Anfang gesagt habe,
sich mal wieder die Glaubensfrage stellen und sich
neu definieren.
forum: Vietea Da/k dicscs a4schtas,s/Leiche
Gcsp/Lach.
(Fur "forum" sprachen am 25.2.1985 mit dem Generalvikar
und dem Koordinator des Papstbesuches Franz
Koedinger und Michel Pauly.)
1111 Surprise : Le Vatican exporte!
A en croire les tres officielles statistiques
italiennes, le plus petit Etat du
monde — la cite du Vatican (500 residents,
3500 employes) — a exporte en
1982 vers l'Italie un tracteur,
4000 litres de parfum et des produits
des industries metallurgiques. En
contrepartie it a acquis 800 tonnes de
pates, 570 tonnes de sucre, 110 de
fromages, 7234 paires de chaussures de
cuir, 7000 tonnes de carburant,
2000 hectolitres de liqueur, presque
autant de biere, mais seulement
200 hectolitres de vin... Gare au deficit
commercial.
in: La Croix 17.-18.4.1983
KEIN GLITZ
Bei einen of,Sziizicelen Vmsammtunq des Stadtkteno6
6ckiCactte cin des Siche/dicttsdien,
steis ("SdnetP) die Vonkehnungen an iotgen-
Bei6piet, da's eA, ache meat nahm and o“enban
6etb/st gtaubte:
Seine F/Laa hobo -thin enzahtt, ie habe in den
NiedefLanvene/L Sonntag6mme Nan/Len imp Wagne/L
pnedigen h3nen, en wende hOch,sten mit ci,ne/L
Bombe zum Gtaci,setd pitge/Ln (each cine/L ande-
/Lea Version: mit eine/L. Pi6tote).
Vet 0 ./Aizieft win die euch/Leckten PAicsten des
DekanatJs danaull hie, doss nun die Tatsache,
dais _Tapp Wagne/L P/Lie6tct bhn davon abhatto.,
den Mann vom 14.-76. Mai Li Vonbeogehat
zu nehmen.
Human muss man. haben! -
ERLOSE UNS VON DEM BOSEN
Viele Gruben
in die wir hineinstUrzen
haben wir uns selber gegraben.
Nicht nur jeder seine Privatgrube.
Im Gemeinschaftsgrab liegen Millionen
und die aus den Vblkerschlachten davonkamen
wu$ten am Ende nicht
weshalb
sie begeistert in den Kampf gezogen
wieso
sie jahrelang durchgehalten
wozu
das Ganze gut gewesen.
Da steckt doch Bbses dahinter
wenn Massen fanatisiert
kollektiv den Verstand verlieren.
Beileibe nicht erst
neunzehnhundertdreiunddrei$ig.
Schon vor zweitausend Jahren
wurde der Pbbel besanftigt
mit Brot und mit Spielen.
Ist es heute anders?
Da steckt doch Bbses dahinter.
Das Bose steckt wirklich
dahinter
es maskiert sich
es lauert
dann ist es auf einmal da
zeigt eins seiner Gesichter
von denen es viele hat
hier nur einige
von A bis Z:
Abschreckung, Apartheid,
Arbeitslosigkeit, Ausbeutung,
Desinformation, Gulag, Hungerkatastrofe,
Kapitalismus, Kommunismus, Konsumismus,
Opportunismus, Permissivitat,
Polizeifolter, Terrorismus,
Ungerechtigkeit, Zensur, Zwangsarbeit.
Da steckt doch Bbses dahinter
mal zeigt es ein Gesicht
mal ein anderes
der brave Burger ist verwirrt
setzt auf den Krieg der Sterne
und auf Abschreckung
ohne zu merken wie hinter allem
das gleiche Bose steckt.
Vater
ohne dich sind wir verloren
errette uns vom Bbsen.
D'"o/Lum"-Redaktioun sect de Mataanbechten
an dE6em Do.66ien v- moots menci: Et woven
des Keaton Jean HIERZIG, Kanin JAHR, Fnancoi6
KOEDINGER, Mit MAJERUS a cCtlaL Cas SCHILTZ.
D'Kailikata/Le van de Site 27, 31 an 42
sin acts dem Bitch "Hauptsache den Papst ist
katho„U,sch" - KakikatufEen aus den Wettpn ess
("ben rapt, ChAisttichcs and Unch/Listtieh,
hefula6gegeben con Bruno Nin, Otto Matt,e4
Ventag, Satzbung, 1982
45 79 38 8 Mathias Schiltz, Mil Majerus Vorbereitung und Nachverarbeitung sind so wichtig wie der Besuch selbst forum stellte dem Generalvikar Mathias Schiltz und dem Koordinator des Papstbesuches Mil Majerus kritische Fragen über den Sinn und Zweck der Visite sowie über konkrete Aspekte der Organisation in Luxemburg Papst Jugend Wirtschaft Luxemburg Dossierinterview
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