"... Von Minute zu Minute dümmer"
In "Wir amüsieren uns zu Tode - Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhal-tungsindustrie" (S. Fischer Verlag, 1984) stellt Neil POSTMAN, Professor für Media Ecology in New York, die These auf "dass die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfah-rungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, j ... In "Wir amüsieren uns zu Tode - Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhal-tungsindustrie" (S. Fischer Verlag, 1984) stellt Neil POSTMAN, Professor für Media Ecology in New York, die These auf "dass die Medien zunehmend nicht nur bestimmen, was wir kennenlernen und erleben, welche Erfah-rungen wir sammeln, wie wir Wissen ausbilden, sondern auch, was und wie wir denken, was und wie wir empfinden, ja was wir von uns selbst und voneinander halten sollen. Zum ersten Mal in der Geschichte gewöhnen sich die Menschen daran, statt der Welt ausschliesslich Bilder von ihr ernst zu nehmen: an die Stelle der Erkenntnis- und Wahrnehmungsanstrengung tritt das Zerstreuungsgeschäft. Die Folge davon ist ein rapider Verfall der menschlichen Urteilskraft. In ihm steckt eine unmissverständliche Bedroh-ung: Er macht unmündig oder halt in der UnmUnd;gkeit fest. Und er t ‘ilstet dos gesellschaftliche Fundament der Dcmokratie an. Wir amUsieren uns zu Tode." (Klappentext) Auf den ersten Buick wirkt der Titel von Neil Postmans Buch befremdend: "Amusing ourselves to death - Wir amUsieren uns zu Tode". Kann man das den" 6berhaupt? Verkraftet der Mensch denn nicht unendliche Mengen an Unterhaltung, ja verdient er sie nicht geradezu in diesem Zeitalter atomarer Bedrohung und Okologischer Katastrophen? In seiner Einleitung vergleicht der Autor Orwells (1984) und Huxleys (Brave New World) Zukunftsvisionen under setzt rich zum Ziel, semen Lesern zu beweisen, dass Huxley recht gehabt haben kdnnte, der "mit der MOglichkeit rechnet, dass die Menschen anfangen, die Technologien anzubeten, die ihre Denkfahigkeit zunichte machen" (S.7). Huxley sah voraus, dass die Wahrheit uns nicht vorenthalten wird, "sondern dass sic in einem Meer von Belonglosigkeiten untergehen kOnnte" (S.8). In "Brave New World" werden die Menschen dadurch kontrol liert, dass man ihnen VergnUgen zufijgt. 1. Das Medium bestimmt den Inhalt Postmans erste These: die Formen, die die Menschen bei ihrem kommunikativen Austausch benutzen, bestimmen auch den Inhalt dieses Austauschs. Amerika wird immer mehr eine "Kultur, in der der gesamte Offentliche Diskurs die Form des entertainments annimmt" (S.12). (Der Untertitel der englischen 23 T,404.,X ..414,1M75 rV4P! n Ausgabe lautet: Public discourse in the age of showbusiness.) Wenn Schauspieler President der USA werden kbnnen, so ist das ein Beweis dafdr, dass nicht mehr die Ideen ausschlaggebend sind, sondern das Aussehen der Politiker. Nicht mehr die Programmatik zahlt sondern die Kosmetik, wie Postman es griffig formuliert (S.13). Wichtiger als die Redeschreiber werden die Imagemanager und wie die Wirtschaft durch die Werbung wird auch die Politik durch das Fernsehen zu einer darstellenden Kunst. Die Inhalte "der Politik, der Religion, der Bildung und anderer bffentlicher Bereiche (mUssen geandert werden und in eine Form gebracht werden), die dem Fernsehen angemessen ist" (S.17), wenn sie weiterhin Wahler, Glaubige, Kunden oder Studenten erreichen wollen. Postman arbeitet heraus, wie die Beschaffenheit der Kommunikationsmittel den Inhalt der Mitteilungen beeinflussen. So haben sich beispielweise die Rauchsignale der Indianer nicht dafUr geeignet, komplexe philosophische Sachverhalte mitzuteilen. Erst die Sprache "ist der primare, unentbehrliche Modus des kommunikativen Austauschs" (S.19) und doch schafft jedes Kommunikationsmedium (Malerei, Alphabet, Fernsehen) eine neue Sprache. Die Schrift ist die visuelle Festlegung unserer Sprache und zwar eine Festlegung, die definitiv ist und die keine Korrektur mehr zu lasst. Sie ist "erstarrtes Wort", von magischer Kraft und ewiger Dauer. FrUher wurde nur das niedergeschrieben, das von grosser Wichtigkeit war und das die Zeiten Uberdauern sollte. Die Buchdruckerkunst hingegen banalisierte die Inhalte des Geschriebenen und momentan sind die Menschen dabei, "einen tiefgreifenden, gefahrvollen Wandel von der Magie des Schreibens hin zur Magie der Elektronik zu durchlaufen" (S.23).Wie die Menschen seit jeher mit ihren Medien die Inhalte ihrer Kulturen gestaltet haben, sind wir auch dabei mit dem Fernsehen den Inhalt unserer Kultur zu schaffen. 2. Das Medium bestimmt die Wahrheit Fur Postman leitet sich unsere Definition von Wahrheit direkt von dem Medium her, das diese Wahrheit vermittelt. Er behauptet also, dass das Fernsehen den Inhalt und die Definition unserer Wahrheit bestimmt. "Jedes Medium, gleichgUltig wie beschrankt der Kontext war, in dem es ursprunglich verwendet wurde, hat die Kraft, sich Uber diese Beschrankung hinweg in neue, unvermutete Kontexte auszudehnen. Zuweilen beeinflusst es die Art und Weise, wie wir unsere Vorstellungen von Wahrheit definieren und mit ihnen umgehen" (S,28-9): so glauben wir alle viel eher dem gedruckten als dem gesprochenen Wort ("Es steht doch in der Zeitung..."). "Wenn eine Kultur den Schritt von der MUndlichkeit zur Schrift, von der Schrift zum Druck und schliesslich zum Fernsehen tut, dann geraten ihre Vorstellungen von Wahrheit in Bewegung" (S.36- 37). Mit der Wahrheit wandelt sich auch die Form der Intelligenz, denn sie ist die Art und Weise, wie wir Wahrheit aufnehmen. War es bei einer mUndlichen Kultur wichtig, ein gutes Gedachtnis zu haben, so ist es bei einer schriftlichen Kultur vorrangig, "in der Sphere der Begriffe und Verallgemeinerungen ohne Bilder auszukommen", d.h. ein abstraktes Assimiliationsvermdgen zu haben. Es wird dem Fernsehen nicht gelingen, Sprache und Schrift ganz zu verdrangen, aber die Werte, die uns durch sie vermittelt werden, werden in Zukunft vom Fernsehen bestimmt werden. Postman will sein Buch nicht als Angriff auf das Fernsehen verstanden wissen: er erkennt seine unterhaltende und informative Funktion durchaus an. Aber fur ihn ist jeder Medienwandel zwiespaltig: er schafft und er zerstOrt, wie es schon die EinfUhrung der Buchdruckerkunst getan hatte. "Der Buchdruck unterstLitzte die moderne Vorstellung von Individualitat, zugleich zerstbrte er den mittelalterlichen Sinn fur Gemeinschaft und sozialen Zusammenhalt. ... Der Buchdruck machte die moderne Naturwissenschaft mbglich, zugleich erniedrigte er die Religiositat zu blossem Aberglauben" (S.42). 3. Amerika im Zeitalter des Buchdrucks In einem historischen RUckblick erklart der Autor, in welchem Masse das Amerika, das von den europaischen Kolonisten abstammte, im 18. und 19. Jahrhundert durch alle sozialen Schichten hindurch belesen war. Im Gegensatz zu dem Europa der damaligen Zeit konnten die meisten Manner und sehr viele Frauen (62 8) lesen und schreiben, das Schulnetz war sehr dicht und das Interesse an Gedrucktem gross. Zu tausenden wurden Bucher aus England importiert, die berijhmte Streitschrift des Thomas Paine "Common Sense" erreichte eine Auflage von etwa 400 000 Exemplaren, was bei heutigen BevOlkerungsverhaltnissen einer Auflage von 24 Millionen entsprechen wurde. Zeitungen waren beliebt und verbreitet, Flugschriften wurden gerne gelesen. LeihbUchereien kannten enormen Zulauf und in jedem Ort gab es Vortragssale, wo "der junge Arbeiter, der Ubermijdete Handwerksmann, das erschdpfte Fabrikmadchen sich nach den M6hen und Plagen des Tages" hindrangten (Alfred Bunn, 1853, zit. Postman, S.56). Die Omniprasenz des geschriebenen und des "wie gedruckt" gesprochenen Wortes ist dadurch zu erklaren, dass fur beide keine Konkurrenz bestand. Keine audiovisuellen Mittel wie Rundfunk oder Fernsehen lenkten die Aufmerksamkeit vom Gedruckten oder stilvoll Gesprochenen ab. Dies aber setzte bei den Zuhdrern die Fahigkeit voraus, sich langere Zeit konzentrieren zu kOnnen (die Streitgesprache zwischen Lincoln und seinem Kontrahenten Douglas dauerten bin zu acht Stunden); man musste ferner lange Schachtelsatze ranch erfassen und Uber das zur Diskussion stehende Problem informiert sein. Postman sieht das ganze 18. und 19. Jahrhundert als eine Kultur des Buchdrucks, der "eine Definition von Intelligenz hervor(brachte), die dem objektiven rationalen Gebrauch des Verstandes Vorrang gab und gleichzeitig Fornien eines Offentli- 24 DOSSIER IN chen Diskurses nit ernsthaftem, logisch geordnetem Inhalt fbrderte" (S.69). 4. Der Umschwungi Telegraphie und Photographie In der Mitte des 19. Jh. erfindet Samuel Finley Morse die Telegraphie und von den Moment an ist der Verbreitung von Mittellungen und Nachrichten keine zeitliche und raumliche Grenze mehr gesetzt. Der Diskurs wird national, die Information verliert an (Seltenheits)Wert und wird banal. Henry David Thoreau schreibt in "Walden": "Wir beeilen uns den Atlantik zu durchkabeln, um die Alte Welt der Neuen ein paar Wochen naher zu rUcken; vielleicht aber lautet die erste Nathricht, die in das grosse amerikanische Schlappohr rinnt: Prinzessin Adelheid hat Keuchhusten" (zit. Postman, S.84). Mit der EinfUhrung des Telegraphen werden auch in der geschriebenen Presse belanglose Nachrichten vermittelt, Nachrichten, auf die der Leser gar nicht direkt reagieren kann und die meistens in iiberhaupt keinem Zusammehang mit seiner Umwelt stehen. Die his dahin in den amerikanischen Zeitungen sehr beliebten Rubriken des "human interest" (lokale 'Faits Divers') mussten grossen, Uberregionalen Nachrichten Plate machen. "Es dauerte nicht lange, da hing das Schicksal von Zeitungen nicht mehr von der Qualitat oder der NUtzlichkeit der Meldungen ab, die sic lieferten, sondern davon, wie viele Informationen sic aus welcher Entfernung in welchem Tempo herbeischaffen konnten" (S.86-7). Durch die ausschliesslich lokalen Nachrichten waren die Leser oft gezwungen worden, ihre Handlungsweise zu andern, da die Informationen aus der Zeitung ihre direkte Umwelt betrafen. Nun abec da sic mit einer FUlle fUr sic irrelevanter Nachrichten JberschUttet werden, verschiebt sich des "proportionale Verhaltnis zwischen Information und Aktion" (S.88). Der Telegraph liefert pausenlos Nachrichten, ohne sic zu filtern oder in eine gepflegte Form zu kleiden. Fin Buch aber "ist der Versuch, dem Denken Dauer zu verleihen" (S.90) und muss deshalb inhaltliche und formale Anforderungen erfUllen. Die Sprache des bffentlichen Diskurses wurde nach der EinfUhrung des Telegraphen der Schlagzeilensprache der Zeitungen ahnlich: griffig formuliert, schokkierend, unpersonlich, unnuanciert. "Fur den Telegraphen bedeutete Intelligenz, von vielem 'gehbrt zu haben', und nicht, es zu 'verstehen'" (S.91). Aber auch der Telegraph bediente sich lediglich des Mediums Sprache. Au Mitte des 19. Jh. halt die Photographie ihren Einzug in die Presse und macht aus der Welt "eine Reihe beliebiger, vereinzelter Ereignisse" (S.95), ohne internen Zusammenhang und ohne geographische und historische Dimension. lmmer menr ersetzten die Bilder den Text, well Zeitungs- und Werbefachleute schnell bemerkten, wieviel pragnanter die Wirkung von Bildern ist. "Pik zahllose Amerikaner wurde das Sehen, statt des Lesens, zur Grundlage ihrer Ueberzeugungen" (S.96). Mit dem Einbruch des Visuellen kommt ein neuer Faktor hinzu: dadurch, doss ich ein Photo von einem mir fremden Menschen bfters sehe, kommt es mir nach einer Zeit so vor, ale ob ich ihn kenne und er wird Bestandteil meines Lebens. In der Tat aber betrifft mich die auf dem Photo gesehene Information genauso wenig wie vorher manche gelesene. Nun stellt sich die Frage nach der Verwertung all dieser nutzlosen Information. Was fangt der Leser damit an? "Wahrend frUher die Menschen nach Informationen suchten, um den realen Kontext ihres Daseins zu erhellen, mussten sic jetzt Kontexte erfinden, in denen sich sonst nutzlose Informationen scheinbar nutzbringend gebrauchen liessen" (S.97): Kreuzwortratsel, Cocktail- Parties, Quizsendungen bieten diese Mbglichkeit, die uns noch bleiht, Informationen, die ohne Bezug zu unserem Leben sind zu verwerten: die Untehaltung,"... als letzte Zuflucht.einer von Belanglosigkeit, Inkoharenz und Ohnmacht iiherwaltigten Kultur" (S.98). Als Uebergang zum zweiten Teil seines Buches wahlt Postman des Zitat eines (ungenannten) Psychologen: "Luftschlbsser bauen wir alle, problematisch wird es erst, wenn wir versuchen, sic zu bewohnen" (S.99). Gerade das aber, so Postman, tun wir mit Hilfe des Fernsehens. Mit Telegraphic und Photographie haben wir uns eine "Guckguck-Welt" geschaffen. mit dem Fernsehen beziehen wir sie. Des Fernsehen ersetzt Eltern, Lehrer,Freunde, tauscht Uber Finsamkeit und Armut hinweg und pragt unsere Vorstel lung von Politik oder Religion. Die Welt, die wir im Fernsehen sehen, wird fiir uns die reale Welt. "Das Fernsehen ist dabei, unsere Kultur in eine riesige Arena fur des Showbusiness zu verwandeln" (S.102). 5. Aspekte end Mittel des neuen Mediums Was ist Fernsehen? Postman beschrankt sich in sei nen Ausfihrungen auf das amerikanische Fernsehen, das nur sehr wenig "Sprech-Kopf-Fernsehen" ist, das nur sehr wenige programmatische Sendungen hat, das aber von den Entfaltungsmbglichkeiten einer freien Marktwirtschaft vollen Gebrauch macht. Kojak und J.R. Ewing, Bonanza und Startrek sind in Luxemburg genauso bekannt wie in Tokyo, Jerusalem oder Rio. Die Beliebtheit amerikanischer Sendungen erklart Postman einmal durch die Aufnahmetechnik (durchschnittliche 3,5 Sekunden pro Kameraeinstel lungen, so dass dos Auge stets etwas Neues zu sehen bekommt), zum anderen durch die Vielfalt an Themen, die meistens beschrankte Anforderungen an die Intelligenz stellen, die aber alle mdglichen le befriedigen. Postman unterstreicht noch einmal, doss er nicht gegen des Fernsehen als Medium der Unterhaltung und Information ist: "Aber mir geht es hier nicht darum, das das Fernsehen unterhaltsam ist, sondern darum, dass es die Unterhaltung zum natUrlichen Rahmen jeglicher Darstellung von Erfahrung gemacht hat. .. Problematisch am Ferntaz 25 DOSSIa"E 11111111111111111.111111111MMWEE,_, • go igplz„TV sehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen prasentiert, problematisch ist, dass es j e d e s Thema als Unterhaltung prasentiert" (S.110, Hervorhebung von mir). Auf die schlimmsten Bilder folgen lustige Werbespots, Nachrichtensprecher(innen) verabschieden sich nach Katastrophenberichten mit charmantem Lacheln und seichte Musik nimmt Krieg und Tod "ihren Stachel". Fur Postman ist der Einfluss des Fernsehens so gravierend, weil er sich in allen Bereichen unseres Lebens wiederfindet: Politik und Wirtschaft, Sport und Wetterbericht, Naturwissenschaft und Liebesgeschichte, Religion und Verbrechen, Kochrezepte und sexuelle Probleme, alles wird Gegenstand der Unterhaltung. Folge: "In Gerichtssalen, Klassenzimmern, Operationssalen, Sitzungssalen, Kirchen und selbst im Flugzeug sprechen die Amerikaner nicht miteinander, sie unterhalten einander. Sie tauschen keine Gedanken aus, sie tauschen Bilder aus. Sie argumentieren nicht mit Satzen, sie argumentieren mit gutem Aussehen, Prominenz und WerbesprUchen" (S.116). Herzoperationen, Bischofsweihen, Messen, untermalt von den Top Ten der amerikanischen Hitparade, Gerichtsprozesse, alles wird Ubertragbar und Libertragen. Haben Lincoln und Douglas sich im 19. Jh. stundenlange, wohlformulierte Wortgefechte geliefert, hatten Reagan und Mondale 1984 in einer Fernsehdebatte eine Minute (!) Zeit um sich zu ihrer Mittelamerikapolitik zu aussern. Kommentiert wurde nach der Sendung das Aussehen der Kandidaten und ihre Bonmots. Ihre Ansichten zu Mittelamerika waren Nebensache und mit dem berUhmten "And now..." wird zu einem unterhaltsameren Thema oder zu einem Werbespot ubergeleitet. Der Zuschauer soil sich nicht fragen, warum sein President die Contras in Nicaragua unterstUtzt, er soil sich vielmehr fragen, warum er noch keinen Zweitwagen hat oder wann er die letzte Pizza aus der Pizza Hut ass. Nahtlos fliessen "News" und "Commercials" ineinander Uber, oft vom selben Moderator gesprochen, so dass Cuba und Cadillac absolut den gleichen Informationswert bekommen. Und so kommt es dann dazu, dass wir Wahrheiten und Informationen annehmen oder ablehnen, je nachdem ob sie gut oder schlecht Uber den Bildschirm kommen. Postman glaubt "..dass der Ruch der Ehrlosigkeit, der Richard Nixon heute umgibt, nicht daher rUhrt, dass er gelogen hat, sondern daher, dass er im Fernsehen wie ein Lugner ausgesehen hat" S.127). Le Monde Eingelullt wird die Wachsamkeit des Zuschauers ebenfalls durch die Musik, die alle Nachrichtensendungen begleitet. Die einzelnen Beitrage sind mbglichst kurzgefasst, Hintergrundinformationen und Analysen fehlen, hingegen werden oft inhaltsleere Bilder gezeigt (der President steigt aus einem Helikopter...) und die Nachrichtensprecher sind dazu angehalten, Uberhaupt keine Regung zu zeigen. "Viele Sprecher scheinen die Bedeutung dessen, was sie sagen, Uberhaupt nicht zu erfassen. und manche von ihnen tragen auch dann einen unerschUtterlichen Enthusiasmus zur Schau, wenn sie von Erdbeben, Massenmorden und anderen Katastrophen berichten" (S.129). Ausserdem wird jede auch noch so schlimme Nachricht nach Minuten durch einen Werbespot relativiert und verfremdet. Die Zuschauer kommen zu der Annahme "... dass alle Bericht.e Uber Grausamkeit und Tod stark 6bertrieben sind, dass man sie jedenfalls nicht ernst zu nehmen und sich nicht auf verstandige Weise mit ihnen auseinanderzusetzen braucht. Ich gehe so weit, zu behaupten, dass dem surrealistischen Rahmen der Fernsehnachrichten eine Theorie der Anti-Kommunikation zugrunde liegt, die einen Diskurstypus propagiert, der Logik, Vernunft, Folgerichtigkeit und Widerspruchslosigkeit preisgegeben hat. In der Aesthetik bezeichnet man diese Erscheinung zumeist als Dadaismus, in der Philosophic als Nihilismus und in der Psychiatric als Schizophrenia. Die Theatersprache kennt sie unter dem Namen Variete" (S.130). Fazit: "Die Amerikaner sind die am besten unterhaltenen und wahrscheinlich die am schlechtesten informierten Leute der westlichen Welt" (S.132), denn die Information ihres Fernsehens ist Desinformation, irrefUhrend, bruchstUckhaft, unangebracht. In einer vom Fernsehen gepragten Welt geht die Notion der Koharenz verloren. In der Illusion, dass die Welt aus BruchstUcken besteht, kann man ohne weiteres jetzt das eine sagen und fUnf Minuten spater genau das Gegenteil: es fallt niemand mehr auf. Und jetzt haben wir Huxley eingeholt: "Er hielt es fur weitaus wahrscheinlicher, dass die westlichen Demokratien sich aus eigenem Antrieb in die Gedankenlosigkeit hineintanzen und -traumen, als dass sie in Reih und Glied, mit Handschellen gefesselt, in sie hineinmarschieren. Anders als Orwell hat Huxley erfasst, dass man von einer Oeffentlichkeit, die gegenUber dem Widerspruch unempfindlich geworden ist und sich mit technischen Zerstreuungen betaubt, nichts zu verbergen braucht" (S.137). Die Art und Weise, wie das amerikanische Fernsehen Nachrichten macht, hat inzwischen auch in der geschriebenen Presse ihren Niederschlag gefunden: kurze Artikel, zerstUckeltes Layout, Oberflachlichkeit und Effekthascherei machen sich in manchen Zeitungen immer breiter. Auch im Rundfunk - der ohnehin maximal mit Musik belegt is wird die Sprache immer "primitiver und fragmentarischer" (S.139). 26 AN=C LIEEZL:''l , LiP2,_ LA PLACE 3-0 LJER. ,ALI X CO\N-E1075 ' - ,1 (II CET, MAFAL174. ELLE 5AN 7172_,K151TION DE LA 7i—ILNRITE, I F AAE. Aux D'ELN LE,,; PL Ef)ELLICLIEux co EDE z LALPaP aams TACHE HUMANIT _aLJX J VIOLENT, AUX COLJ f=',5 DE F Li5 I L DEEIDgMEt,IT, Em FAN I D'AL=LARID"HLJI COAAP EK1D • w7-7„r,:iiammNwmwmM DOSS ER 6. Gott vor der Kamera Postman wendet sich.einem in Europa (noch) weitgehend unbekannten Phanomen zu: den religiosen Sendungen, in denen Prediger(innen) jeder Couleur ihre Heilsbotschaft verkUnden und verkaufen. Unterlegt mit Rockmusik, Filmausschnitten, Interviews mit "Bekehrten��? machen Religion zur Show: die Innigkeit geht total verloren, "da gibt es kein Ritual und kein Dogma, keine Tradition .und keine Theologie und vor allem keinen Sinn fur spirituelle Transzendenz. In diesen Sendungen gibt der Prediger den Ton an. Der liebe Gott spielt die zweite Geige" (S.144). Auch fehlt der fUr die Andacht notwendige sakrale Rahmen und man konsumiert bei der Heilsbotschaft Bier und ErdnUsse. Wird die Predigt langweilig, kann man sich per Knopfdruck nach Dallas 'oder in ein Fussballspiel hineinkatapultieren. Um zu verhindern, dass Langeweile aufkommt, werden auch in diesen Sendungen die Mittel des Varietë eingesetzt: "funkelnde Springbrunnen, Blumenarrangements und Chorgruppen" (S.148). Die "elektronische Kirche" kann sich es leisten, denn ihre Einnahmen werden auf mehr als 500 Millionen Dollar im Jahr geschatzt. Und um sich diese zu sichern, prostituiert die Fernsehreligion sich: man vernimmt keine Botschaft mehr von Askese, Verzicht oder gar Verdammnis. Der Fernsehzuschauer will ein Show-Religion und er bekommt sie. Und so geht nach und nach aus dem religidsen Bekenntnis, wenn es durch die Kamera Ubermittelt wird, jeder tiefe, spirituelle Gehalt verloren. Das der religiOsen Zeremonie inharente Ritual verschwindet und Gott nimmt das Gesicht des Moderators an. Der Mensch verliert zunehmend die Fahigkeit, abstrakt zu denken und warum sollte Gott eigentlicht nicht aussehen wie Billy Graham? "Die Gefahr besteht nicht darin, dass Religion zum Inhalt der Fernsehshows wird, sondern darin, dass Fernsehshows zum Inhalt der Religion werden" S. 153). 7. Therayie durch Werbung Als in Frankreich die Debatte um die Vergabe der "5e chaine" gefiihrt wurde, wurden keine inhaltlichen Riegel vorgeschoben, sondern (nach aussen hin) formale: Filme und Sendungen dUrften nicht durch Werbespots unterbrochen werden. Davon kann der Amerikaner nor traumen: die Atombombe fallt erst, wenn der Hamburger angepriesen wurde, das Attentatsopfer bricht erst zusammen, wenn der neue Chevy vorgestellt ist. Bei Direkt- Ubertragungen von Sportmanifestationen unterbrechen die Spieler ca. alle 7 Minuten wegen der "Commercials". Der durchschnittliche amerikani sche Fernsehzuschauer sieht in seinem Leben ca. 2 - 2,5 Millionen Werbespots und Postman vertritt die These, dass gerade die Fernsehwerbung den "politischen Diskurs verwUstet hat" (S.156). Der Werbespot idealisiert und Uberzeugt mit visuellen Mitteln, denen jede Rationalitat fehlt: was hat ein Loch in der Schuhsohle mit einer Zigarettenmarke zu tun oder kriegt ein Cowboy keinen Lungenkrebs? Man kann die Aussage der Reklame nicht UberprUfen, also auch nicht widerlegen, denn sie teilt nur mehr sehr wenig Uber das Produkt an sich mit. WorUber sie hingegen Aufschluss erteilt sind die "Aengste, Phantasien und Traume" (S.158) der Kaufer. "Wer einen Werbespot in Auftrag gibt der muss nicht die Stdrken seines Produkts, sondern die Schwachen des Kaufers kennen. ... Der Verbraucher ist zum Patienten geworden, dem man mit Psycho-Dramen Sicherheit vermittelt" (S.158). 8. "The selling of a candidate" In Wahlkampfen werden immer mehr politische Werbespots eingesetzt, sei es fUr einzelne Kandi daten oder fijr Parteien. Auch sic arbeiten mit den Methoden der herkOmmlichen Werbung: Beschbniclun g . tntale Abwesenheit rationaler Argumente. "Kosmetik statt Programmatik". Spatestens seit Joe McGinnis ' 1968 Uber Nixons Wahlkampf erschienenes Buch "The Selling of a President" weiss man, class ein politischer Kandidat sich nach den glei- Kriterien vermarktet wie Waschpulver. Die optimale Dauer eines Werbespots ist 15 bis 20 Sekunden, also eine "Sofort-Therapie", eine Blitzlbsung fijr Probleme, die gar nicht erst erOrtert werden. Wenn es fUr meine Lust auf Pizza oder fLir mein verlorenes Scheckheft innerhalb von 20 Sekunden eine Ldsung gibt, warum dann nicht auch in der Politik? Argumentation ist langweilig und nicht telegen, deshalb soll ein Politiker darauf verzichten. Er soil sich vielmehr bei der Einweihung eines Atom-U-Bootes, eines Friedensdenkmals, eines Fussballfeldes oder des Vereinlokals der Fussballgegner filmen lassen: Widersprijche sind aufgehoben, well der Zuschauer sic nicht mehr merkt. Der Politiker kann sich Liberall zeigen und wirkt nirgends deplaciert. Er selbst ist Showmaster geworden: er lasst Kamerateams in sein Haus, wirb1 fijr Parteien oder Kreditkarten, wird Vorsitzender von Sportvereinen und nimmt an Quizsendungen teil. (Gerald Ford und Henry Kissinger Ubernahmen sogar kleine Rollen in "Denver Clan".) Postman sieht einen direkten Zusammenhang zwischen dem Aufstieg prominenter Politiker und dem Niedergang der Parteien. Werbung fUr das Abstraktum Partei setzt beim Zuschauer ein gewisses Vokabular voraus und es gelingt nor sehr schwer, eine Partei zu personifizieren. Einfacher ist es, dos Bild eines Politikers zu vermitteln, der sich allerdings nicht so zeigt, wie er ist, sondern wie die 27 W7c, .:*7 KriMENNYWRIAM Fernsehzuschauer gerne batten, dass er ware. Er ist nie traurig, nie einsam, hat keine Probleme, sondern ist effizient, gut gelaunt und die VerkOrperung eines uneingeschrankten Optimismus. "So wie sich der Werbespot im Fernsehen, um seine psychologische Arbeit leisten zu kbnnen, aller authentischen Informationen Uber das Produkt entledigt, so entledigt sich - und zwar aus demselben Grund - die Image-Politik aller authentischen politischen Substanz" (S. 167). Aber das Fernsehen beraubt die "politische Urteils bildung" nicht nur ihres "gedanklichen und ideologischen, sondern auch noch ihres historischen Inhalts" (S.168). Das Fernsehen ist gegenwartsund zukunftsorientiert und die Geschichte ist fur das moderne, vom Fernsehen gepragte Bewusstsein nutzlos geworden. Die Darstellung vergangener Strukturen und chronologischer Entwicklungen ist im Fernsehen nicht mbglich, also gibt es sie ganz einfach nicht. Man braucht nicht die Keule der Zensur, um die Geschichte auszuradieren: "Scheinbar harmlose Technologien, die der breiten Masse eine Politik aus Image, Augenblicklichkeit und Therapie zu vermitteln suchen, kbnnen die Geschichte genauso wirksam und vielleicht dauerhafter zum Verschwinden bringen - und ohne auf Widerspruch zu treffen" (S.169). Die Zensur wurde erst mit dem Buchdruck notwendig, da erst durch ihn gefahrliche Gedanken grosse Verbreitung fanden. Heute operiert eine subtilere Zensur: "Das Fernsehen verbietet die Bucher nicht, es verdrangt sie" (S. 173). Halten Machthaber Zensur fur notwendig, so zeigen sie damit Respekt vor der Intelligenz ihrer Untertanen. Aber "Zensur (ist) nicht mehr nbtig, sobald der gesamte politische Diskurs die Gestalt des Amusements angenommen hat" (S.173). 9. Die Kinder der Sesam Strasse Auch im Erziehungs- und Unterrichtswesen hat das Fernsehen seine unauslbschlichen Spuren hinterlassen. Die Sendung "Sesam Strasse" ersetzte so manchen Babysitter, machte so manches Antworten unnbtig und brachte ausserdem den Kindern Bruchteile des Grundwissens bei. Trotz der ursprLinglich positiven Aufnahme der Sendung - durch sie gelangten Kinder der untersten Schichten auf ein gewisses Niveau - weiss man heute, dass die Sendung die herkbmmliche Vorstellung vom Schulunterricht untergrabt: die Schule muss so werden wie die Sesamstrasse, wenn sie Spass machen soli. In der elterlichen Stube fehlen die Klassenkameraden und ein Fernsehgerat beantwortet keine Fragen. Es erteilt aber auch keine Strafen und vermittelt nie ein GefUhl von kbrperlicher oder geistiger Unterlegenheit. Kein Wunder, dass die Kinder sich zunehmend in der Schule unwohl fUhlen, wo das Lernen anstrengend und abstrakt ist, wo sich Misserfolge einstellen und wo ein starker Konkurrenzkampf herrscht. Das Fernsehen erzieht das Kind nicht als Schuler, sondern als Fernsehzuschauer. Postman behauptet, "dass gegenwartig in den Vereinigten Staaten die grbsste padagogische Initiative nicht von den Klassenzimmern ausgeht, sondern von den Bildschirmen daheim, und dies nicht unter Aufsicht von Schulleitern und Lehrern, sondern unter der von Fernsehmanagern und Unterhaltungskijnstlern" (S.178). Dadurch gelingt es dem Fernsehen immer mehr, die Erziehung der Kinder zu kontrollieren und die (fir ihr weiteres Leben schon vorgezeichnete) VerknUpfung von Unterricht mit Unterhaltung zu bewerkstelligen Charakteristisch fur Lernen ist nicht mehr Ausdauer, Schweissarbeit, zeitweiliger Verzicht auf persbnliches VergnUgen, logisches und analytisches Denken, sondern dem Fernsehunterricht liegen folgende Gebote zugrunde:(S. 180 ff.) a. Du sollst nichts voraussetzen. Der Lerninhalt steht im luftleeren Raum und jeder Zuschauer kann die Sendung verstehen, auch wenn er die vorhergehenden nicht gesehen hat. Fazit: Denken und Lernen braucht nicht folgerichtig zu sein. b. Du sollst nicht irritieren. Der Lernstoff soil attraktiv, rasch verstandlich und vollstandig aufgearbeitet vermittelt werden. Fazit: MUhevolles Studium ist nicht notwendig. b. Du sollst Erbrterungen meiden . "Argumente, , Hypothesen, Darlegungen, GrUnde, Widerlegungen' sind langweilig. Der Unterricht muss Geschichten erzahlen und Bilder zeigen. Fazit: Der aktive Denksport ist ebenfalls nicht mehr notwendig, weil das Fernsehen schon vorgedacht hat und das Ergebnis so prasentiert, dass es problemlos assimiliert wird. Um ihren Autoritatsverlust wieder aufzufangen, versucht die Schule nun, auch ein Ort der Unterhaltung zu werden. So wurden beispielsweise in Philadelphia in einer Klasse Grammatikregeln in Form von Rockliedern "gepaukt". Gross angelegte Modelle propagieren die Verbindung von Fernsehen, Buch und Computer, wobei das Buch aber nur Hilfsmittel fur die modernen Technologien ist. Wissenschaftlichen Untersuchungen gelingt es hingegen nicht, die These zu beweisen, "dass der Lernerfolg steigt, wenn man die Informationen in einem spannenden Rahmen prasentiert" (S.184). Im Gegenteil, sie haben festgestellt, dass gelesene Informationen langer haften bleiben. Trotzdem wird das Fernsehen zunehmend im Unterricht eingesetzt, der sich Show-Elementen bedienen muss, um attraktiv zu bleiben, und so werden die Schuler "ausgezeichnet vorbereitet sein, wenn ihnen Politik, Religion, Nachrichten und Wirtschaftsleben auf die gleiche, vergnUgliche Art und Weise nahegebracht werden" (S. 188). 10. "Huxleys Warnung" Abschliessend weist Postman noch einmal auf die grosse Gefahr hin, die darin besteht, dass wir in einem Gefangnis sind, das wir als solches nicht erkennen, uns also auch nicht dagegen auflehnen kbnnen. "Wenn ein Volk sich von Trivialitaten ablenken lasst, wenn das kulturelle Leben neu bestimmt wird als eine endlose Reihe von Un- 28 DOSSIER 111111111111111LIZL terhaltungsveranstaltungen, als gigantischer AmUsierbetrieb, wenn der bffentliche Diskurs zum unterschiedslosen Geplapper wird, kurz, wenn aus BUrgern Zuschauer werden und ihre bffentlichen Angelegenheiten zu Variete-Nummern herunterkommen, dann ist die Nation in Gefahr - das Absterben der Kultur wird zur realen Bedrohung" (S.190). Wie kbnnen wir uns aber gegen eine solche unsichtbare Bedrohung wehren? "Bei wem fUhren wir Klage wann? und in welchem Tonfall? - wenn sich der ernsthafte Diskurs in Gekicher auflbst? Welche Gegenmittel soil man einer Kultur verschreiben, die vom Gelachter aufgezehrt wird?" (S.191) Wenn die Formen der Kommunikation zwischen den Menschen sich andern, andert auch ihre Kultur, ihre Wahrnehmung, ihre Vorstellung von Religion, Kultur, Politik, Geschichte, Erziehung, zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese Revolution geschieht ohne Gewalt, allein ermbglicht durch die Teilnahmslosigkeit der Betroffenen. Postman will aber nicht auf einer so pessimistischen Note schliessen: er sieht keine Mbglichkeit mehr, dem "Big Brother" zu entgehen, sehr wohl aber ihn verstehen und gebrauchen zu lernen, indem man lernt und lehrt, was Information sein soil und was sie tatsdchlich ist. Die Fernsehzuschauer mUssen lernen,die Gefahren dieses Mediums zu erkennen; erst dann kbnnen sie es kontrollieren. So soil die Schule nicht fragen, "Wie kbnnen wir das Fernsehen (oder den Computer oder das Textverarbeitungsgerat) einsetzen, um Erziehungsprozesse zu kontrollieren?", sondern: "Wie kdnnen wir die Erziehung einsetzen, um dos Fernsehen (oder den Computer oder dos Textverarbeitungsgerat) zu kontrollieren?" (S.198) Wir Europaer sollten nicht den Fehler begehen, Postmans AusfUhrungen abzulehnen, mit der BegrUndung, sie wUrden nur die amerikanischen Verhaltnisse betreffen. Wir mUssen uns endlich bewusst werden, doss unser Kontinent (wie andere Teile der Welt auch) dabei ist, via Fernsehen eine amerikanische Koloniezu werden. Somit werden ouch wir zunehmend einer zerstLickelten, geschichtsloser Darstellung der Welt ausgesetzt. Alles wird verharmlost, entscharft und verfremdet. Fast kbnnte man Rotkappchen paraphrasieren: "Warum bietest du mir ein solches Weltbild und ein solches Fernsehen an?" - "Damit ich dich besser beherrschen kann ... ?!" Wie war das noch mal mit den Anfangen, denen man wehren sollte? sbb IN010218.01, Eivrc HationaZe. Um!) 4agel (ibut (71.(1 Vnhatteu cin Kindn don andiovsna.-- MoChon wuiLdJ con HULAV Ray- MOHd Avri,,se,t io ZummmcriaAbt, mit don ISERP and "Fifm .)cotaiA.c," im Jah4c_5 geAtcuLtct. Sobatd inteAmaate AA.13. c4„t, vat,stdridici aa.,scjemmtet weAden daAau.6 zu- Aakkommca. Sichn caiLd ,sich damn auch Got bieten au ,() andefLe AveLte dos Themcts "Kind nod Feupsehen" cinzugehen. Lc,e.,,LatscitAi()- too .5ivtd ,stets wiMommen! WifL ()Maritza/. UITS an dineA ()nondc. ts 6ci R. Aft&set, 8. HaAtmann, T. P7aom.-- tJ cold G.Pegno itfte_ wcAtvoi.Te_ W.taJLbc, it an die,:sem -00,56iCA. 91 23 7 Simone Baldauff-Beck ... Von Minute zu Minute dümmer Medien Fernsehen Psychologie USA Dossierbeitrag
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