Lucilinburhuc 2055
Report aus einem Katastrophengebiet
Unserer Redaktion wurde, quasi als Stimme aus dem Jenseits, ein Radiomitschnitt aus dem Jahre 2055 zugespielt, den wir hier in der deutschen Übersetzung vorlegen. forum übernimmt keine Haftung für die von unserem freelance Reporter Roh Gah übersetzten, unwahrscheinlichen, aber möglicherweise vorhersehbaren und vermeidbaren Geschehnisse in der nahen Zukunft. Die Redaktion 20.10.2009
Lucil ...
Unserer Redaktion wurde, quasi als Stimme aus dem Jenseits, ein Radiomitschnitt aus dem Jahre 2055 zugespielt, den wir hier in der deutschen Übersetzung vorlegen. forum übernimmt keine Haftung für die von unserem freelance Reporter Roh Gah übersetzten, unwahrscheinlichen, aber möglicherweise vorhersehbaren und vermeidbaren Geschehnisse in der nahen Zukunft. Die Redaktion 20.10.2009
Lucilinburhuc 01.04.2055
DDNA (Dakar-Dheli-News-Agency): Nach über 20 Jahren Quarantäne, die nach 2035 über das größte Katastrophengebiet in der Mitte des europäischen Subkontinents verhängt worden war, ist es unserer Reporterin Vandana N’Diaye (Dakar) zum ersten Mal gelungen, vor Ort mit einem im Ausgrabungsgelände Lucilinburhuc tätigen Archäologen zu sprechen. Hier ihr Interview, das zeitgleich über RadioTV SeneKongo und RadioTV IndiaPakTibet gesendet wird (deutsche Untertitel stehen für das Sendegebiet der Entwicklungsregion „EuroMiddleWest“ zur Verfügung):
Vandana N’Diaye (VND): Liebe ZuschauerInnen, ich melde mich live aus einer der wohl am stärksten abgeschiedenen Regionen des europäischen Subkontinents. Sie liegt ungefähr im Dreieck zwischen der Insel Paris, der Halbinsel Berlin und der
Festung Zürich. Seit der großen Klima-
katastrophe im Jahre 2035 ist das etwa 20000 km2 umfassende Gebiet als Sperrzone unzugänglich gewesen. Seit knapp sechs Monaten versucht ein Team von
Forscherinnen und Forschern diverser Disziplinen unter Professor Chavez-Morales Rambalaonana (Steuerrepublik Madagaskar) herauszufinden, wie es in dem verlassenen Landstrich vor der Katastrophe aussehen konnte.
Professor Rambalaonana, nun ist dies ja nicht die einzige Region des Planeten, die infolge der MAKK („Maximal Anzunehmenden Klima-Katastrophe“) im Jahre 2035 sozusagen von heute auf morgen entvölkert wurde und quasi von der Weltkarte verschwunden ist. Weshalb weiß man so wenig von diesem sagenhaften Land, das in der Volkslegende auch „Luxusburg, das Paradies, wo noch Alkohol und Autos fließen“ genannt wird?
Prof. Chavez-Morales Ramalaonana, (CMR): Ja Vandana, Sie erinnern sich, dass im unglaublichen Chaos der MAKK im Jahre 2035 ein großer Teil des Planeten sozusagen „aufgewühlt“ wurde. Es handelte sich zudem um ein völlig unerwartetes Phänomen, weil damals, von einigen als Wirrköpfen bezeichneten Umweltaktivisten abgesehen, quasi sämtliche Spezialisten einen eher vorhersehbaren und kontrollierbaren Übergang von der wachstumsbestimmten zur postkyotalen Ära als mögliches Szenario vermutet hatten. Vorhersehbarer und kontrollierbarer Übergang hätte bedeutet, dass sich die Landwirtschaft mittels Gentechnologie an den Klimawandel angepasst hätte und die Energieversorgung aus einem aus heutiger Sicht kurioserweise als „intelligent“ bezeichneten Mix aus Restkohle, Atomstrom, Windräderparks und Solarzellenwüsten garantiert gewesen wäre.
Nun kam es allerdings, wie so oft, anders als man denkt, und der angekündigte Klimawandel wurde innerhalb eines Jahres abgespult. Dabei wurden die Einen von dem Klimaumschwung sozusagen kalt bzw. warm erwischt, während andere Zonen des Erdballs diese Umschichtung von Regen und Hitze zur Zeit als regelrechten Segen empfinden. Früher, als es noch sog. „Religionen“ gab, hätte man von göttlicher Vorsehung gesprochen.
Sie als Tochter des Sahels und der ehemaligen indischen Trockengebiete können ja ein Lied davon singen, denn ohne den Klimaumschwung ständen Sie nicht hier, sondern eine NGO aus Luxusburg würde bei Ihnen Brunnen bauen und Familienplanungsprogramme verkaufen ...
VND: Kommen wir zur Sache, Professor ...
CMR: ... Ja, also wir glauben, die Superkatastrophe führte dazu, dass nicht nur alle Bewohner schlagartig ausradiert, sondern auch sämtliche Daten über die mehr als tausendjährige Zivilisation der Luxusburger gelöscht wurden, weil die irgendwann nur noch elektronisch gespeichert waren. Zum Glück ist niemals eine Katastrophe so endgültig, dass nicht aus Bruchstücken letztendlich ein doch einigermaßen entschlüsselbares Puzzle entstehen könnte ...
VND: Das ist ja recht tröstlich. Doch zurück zur Gegenwart: Wenn man sich hier auf diesem Felsen in Lucilinburhuc mit einigen Überresten von Burg- oder Tempelmauern inmitten wild bewachsener Schluchten umschaut, fühlt man sich an alte Aufnahmen der neuen Hauptstadt Indochinas Anghor Vhat erinnert. Wie könnte es früher hier ausgesehen haben?
CMR: Zuerst einmal, wie es hier und heute rund um diesen Felssattel aussieht, können ja die Zuschauer mühelos erkennen. Und das, meine Damen und Herren, das wird ja der Hit dieses Jahres werden! Der ab 2055 jährlich zu erwartende Touristenstrom zeigt, dass dieses, mittlerweile von der UNESCO in Addis Abeba als Naturreservat deklarierte Gebiet, eine hohe Attraktivität aufweist. Es wird sich sicherlich in den nächsten Jahren als Top-Destination für Umwelt- und Aktivurlauber entwickeln. In diesem Sommer sind von der planetaren Nachhaltigkeitsregierung größere Kontingente aus Kongo, Haiti und Afghanis-
tan zugelassen.
Das Plateau, wo wir uns befinden, hieß wahrscheinlich „Gesunder Geist“. Doch über das Gebäude, auf dessen Ruinen wir hier stehen, sind wir uns noch nicht schlüssig. Dies aufgrund widersprüchlicher Funde, die einerseits auf einen Jus-
tizpalast hindeuten, andererseits aber Merkmale eines Vergnügungsparks oder eines Bordells aufweisen. Nun denn, wenn Sie jetzt um sich herum schauen, sehen Sie links unten im Tal die Überres-
te eines Gefängnisses, in dem am Ende der Luxusburger Zivilisation Dissidenten der Auto-Atom-Partei in Gewahrsam waren. Rechts die stark von Pfeffer-
lianen (wir sagen in unserem Team, es ist das Land, wo der Pfeffer wächst, haha) und Hundsarschbäumen (Mespilus germanica) überwachsenen Überreste einer Steinbrücke, die laut Inschrift 1904 erbaut wurde. Gleich daneben, die Ruinen eines wuchtigen Turms und einer Trutzburg, die wir noch nicht endgültig zuordnen können. Allenthalben wuchern Taschentuchbäume (Davidia invulcrata), schlingen sich Gespensterblumen (Aris-
tolochia elegans), ragen sogar Bäume des Reisenden (Ravenala madagascariensis) aus meiner Heimat empor, doch vor dieser besagten Trutzburg haben besonders blau-silbrige Wiesen von Judassilberlingen (Lunaria annua) die Oberhand
gewonnen ...
VND: Genug der botanischen Schwärmerei, die Zuschauer interessieren sich für die Trutzburg ...
CMR: ... Jaja, also: Nehmen wir mal an, die Luxusburger wären Anfang des Jahrhunderts vom Gott Jahve zum Gott Mammon übergeschwenkt, so könnte es sich um einen wichtigen Tempel dieser mittlerweile erlöschten Glaubensrichtung gehandelt haben. Ein Hinweis darauf ist der ansehnliche Vorrat an Goldbarren, den wir in den noch gut erhaltenen Kellern dieser Burg gefunden haben. Das ist ein Metall, das damals einen ähnlichen Referenzwert hatte wie heute Hanf- und Stevia-Pflanzen oder Zeiteinheiten.
Ähnlich verhält es sich mit einem nahe gelegenen Gebäude in einer Art Zuckerbäcker-Stil mit der Inschrift „Arbed“. Hier könnte es sich um einen Viktualien- oder Drogen-Großhändler gehandelt haben, dessen Blütezeit Anfang der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts war und der von da an einen stetigen Niedergang erlebte. Darauf lassen der ansehnliche Vorrat an Flaschen Bordeaux der 1960er Jahrgänge schließen ebenso wie reichlich vergammelte Tüten von indischem Veggie-Fastfood und Kokain der Marke „Manager-Trost“ aus einer späteren Epoche.
Schauen wir weiter südlich: Eine weitere burg- oder kirchenähnliche Ruine mit dahinter zwei großen runden Gebäuden oder Rotunden deutet sogar darauf hin, dass die Luxusburger schon damals neben dem Individualverkehr gleichfalls, wenn auch in geringerem Maße, den schienenbetrieben Verkehr nutzten. Was sie aus heutiger Sicht fast schon zu Vorreitern der heutigen planetaren Nachhaltigkeitszivilisation machen. Dass diese Vorreiterrolle ihre Grenzen hatte, darauf deutet der urplötzlich vor dem erwähnten Arbed-Gebäude endende Schienenstrang einer wohl damals in Angriff genommenen Trambahn.
VND: All das legt die Vermutung nahe, dass sich der Höhepunkt der Luxusburger Zivilisation auf den Anfang des 21. Jahrhunderts datieren lässt. Haben Ihre sechsmonatigen Recherchen denn nicht mehr ans Tageslicht gefördert als Mutmaßungen über die Nutzung von heute verfallenen Klitschen?
CMR: Doch, doch, liebe Genossin, zum Glück sind wir bei unseren archäologischen Grabungen in einem Ortsteil, der offensichtlich „Schamanenthal“ oder so ähnlich hieß, unvermutet auf relativ intakte Archive einer damals periodisch erscheinenden Broschüre namens Worum gestoßen. Anhand gut dekodierbarer Beiträge lässt sich die Evolution der Luxusburger Gesellschaft von 1975 bis 2033 einigermaßen präzise nachvollziehen, auch wenn Vorsicht angesagt ist. Immerhin muss die Zeitschrift in ihrer Gründerphase der Sekte des Christen-
tums nahe gestanden haben, die inzwischen auf Diasporen in aller Welt
verstreut ist.
VND: Das klingt ja spannend! Können Sie in wenigen Sätzen (unsere Primetime-Sendezeit neigt sich dem Ende zu) den Niedergang der Luxusburg-Zivilisation beschreiben?
CMR: Tutto bene: in kurzen Sätzen ein plausibles Szenario für das Ende der
Luxusburg-Zivilisation, mit allen Vor-
behalten, versteht sich:
•2010-2020: Ende der Blüteperiode. Wie vorhin angedeutet, war Luxusburg etwa 30 Jahre ein sog. „Steuerparadies“. Aufgepasst, kein Bezug zur heutigen Bedeutung, wo mein Heimatland Madagaskar das „Steuerparadies“ für die nachhaltige Steuerung des Planeten ist. Und von wo aus die regionalen Entwicklungsstrategien koordiniert und finanziert werden. Bien au contraire, Steuerparadies bedeutete damals, dass hier potentielle Entwicklungsstrategien vieler Weltregionen dadurch lahm gelegt wurden, dass die dort erwirtschafteten Gelder abgezockt und unter die Reichen und Shareholder von Firmen in Steuerparadiesen verteilt wurden.
Luxusburg profitierte also 30 Jahre lang ziemlich schamlos von dieser Parasitenstrategie, die sich nach 2010 ziemlich rasch in heiße Luft auflöste. Läuterung war aber nicht zu erwarten, da das Wahlvolk nostalgisch die Träger der vergangenen Blütezeit immer wieder ans Ruder rief. Genutzt hat das nicht viel, denn am Ende des zweiten Jahrzehnts, nach einem kurzen Boom dank einer dubiosen Biotech-Nische, stand der Kaiser oder Großherzog ziemlich nackt da.
•2020-2025: Diese Periode würde ich summarisch als die kurze Läuterungsphase der Luxusburger Zivilisation bezeichnen. Als nämlich der Bevölkerung endlich ein Licht aufging, dass auch die neue Biotech-Nischenstrategie letztendlich in einer wirtschaftlichen Sackgasse enden würde, übernahm eine Koalition „Luxusburger Ethik Offensive“ das Ruder. Es handelte sich offenbar um Dissidenten von Christ-Sozialisten, Grün-Liberalen und Altlinkjungpiraten, deren fusionierte Kernparteien alle mehr oder weniger in der ersten Periode kompromittiert waren und sich zur AADR-
Partei –„Auto-Atom-Dividenden-Rentner“ – zusammengerauft hatten.
Scheinbar hatten die ersten Maßnahmen bürgerkriegsähnliche Zustände zur Folge, als der bisherige Nationalkonsens im Handumdrehen umgekrempelt wurde: Republik statt Monarchie (Staatsoberhaupt wurde ein greiser Altpirat ET A. Hoffmann), Grundeinkommen statt auseinanderklaffender Einkommensschere, 100% Biolandbau, 70% Energieversorgung aus grüner Energie, ... kurzum der gesamte „Good Earth-Katalog“, wie wir ihn heute ja kennen.
•2025-2033: Der Niedergang der Luxusburger Zivilisation wurde durch ein Backslash revanchistischer Kräfte eingeleitet. Vorbereitet wurde der Putsch aus dem Altenheim „Fischer-Stiftung“, wo abgestrafte Politiker aus dem Anfang des Jahrhunderts für die Jungtürken ihrer Altparteien den definitiven Staatsstreich vorbereiteten. Namen der Drahtzieher sind nicht bekannt, nur Codenamen mit Drogenbezug, wie „Junkie“, „Crackie“, „Powder“ oder „Wad“ tauchen in den Berichten auf.
In diese Periode fällt auch die Inbetriebnahme der Reaktoren 5 und 6 des Atomparks Kettenofen, die die Versorgung der Hochenergiehäuser, des Hummer-Fuhrparks der Eliten und das Beheizen der Autobahntunnels garantieren sollten. Und am Ende dann das bewährte Putsch-Pipapo: Dissidenten wurden eingebuchtet und danach auf diverse Kanal- oder Karibik-Inseln strafversetzt, gesetzlich festgelegter Mindestverbrauch an Atomstrom festgesetzt, um Kettenofen 5 und 6 zu amortisieren, Wiedereinführung der staatlich kontrollierten Presse wie im ersten Jahrzehnt, Un-Welt-Prämie ab dem vierten 4x4-Stadtauto, usw. usf.
VND: Jetzt genug mit dieser Tragödie, die ja Stoff für etliche Horrorfilme liefert. Eine letzte Frage: ich komme etwas durcheinander mit den Daten. Wir wissen, dass MAKK 2035 stattfand. Sie sprechen aber ständig von 2033 ...
CMR: Ups, ich glaube, da haben wir die ganze Zeit aneinander vorbei geredet. Wenn ich von der Umweltkatastrophe in dieser Region gesprochen habe, meinte ich nicht die MAKK von 2035, sondern den Super-GAUL (Größter Anzunehmende Unfall in Luxusburg) weniger als zwei Jahre früher ...
VND: Super-GAUL, ist das nicht die Statue eines Luxusburger Sportlers aus dem Jahre 1958, die Archäologen in den Dolomiten gefunden haben? ...
CMR: Überhaupt nicht! Schauen wir zurück in die Endphase der Luxusburger Zivilisation. Ich hatte u.a. erwähnt, dass unter dem Druck der Auto-Atom-Partei zwei zusätzliche Meiler des AKW Kettenofen in Betrieb genommen worden waren. Finanziert von HedgeFrench-Fonds in Luxusburg. Alles in Butter: neue Reaktor-Generation, völlig unfallsicher, und im Falle eines nicht anzunehmenden GAUs geringer Ausstoß von Radioaktivität. Kleiner Haken allerdings: Dank der militärisch entwick-
elten Neutronenbomben-Technologie würden bei einem GAU alle Menschen ausgelöscht, während Gebäude unversehrt blieben.
Und gerade so dumm ist es gelaufen: In der Nacht vom 22. Juni 2033, als fast die gesamte Bevölkerung sich hier an ebendieser Stelle befand, geschah das offiziell Unzulässige, nämlich die Implosion der beiden Reaktoren 5 und 6 von Kettenofen. Die Folgen: geringer, aber 100% tödlicher Ausstoß von Radioaktivität, rapide Zersetzung jeder menschlicher Faser, wobei erstaunlicherweise recht viele Tierarten, z.B. Haushunde und
-katzen nicht betroffen wurden. Von daher rührt auch die heuer ziemlich dichte Population von Tieren aller Arten, die die früher dominierende Rasse der
Kirchberg-Rindviecher abgelöst hat.
Abschließend gesagt: Die Luxusburger, Vorzeigezivilisation der Wachstumsepoche, hatten das Glück oder das Pech, die MAKK 2035 nicht mehr miterleben zu müssen. Sie waren schon atomar mausetot und sauber zersetzt, ehe sie vom Klimawandel überschwemmt werden konnten.
VND: Hoppla, da muss ich noch mal nachhaken: Es muss doch noch Luxusburger gegeben haben, die sich zur Zeit des Super-GAULs nicht vor Ort befanden ...
CMR: Gute Frage, auch hier sind wir noch auf Spekulationen angewiesen. Bedenken Sie, dass sich knapp 15 Monate später die große MAKK ereignete und von da an die verbliebene Menschheit gänzlich andere Sorgen hatte als Ahnenforschung. Allerdings haben wir Hinweise, dass eine größere Gruppe Luxusburger sich auf verschiedene Inseln verstreut hatten – u.a. Jersey, Caiman, Vanatu, Bermudas usw. –, um dort ihrem traditionellen Metier der Steuerhinterziehungsbetreuung nachzugehen. Die Inseln sind dann bei der MAKK allerdings sang- und klanglos untergegangen.
Die übrigen über den Planet verstreuten Luxusburger wagten wohl nicht, sich als ehemalige Hummerfahrer, Klimakiller und Atomlobbyisten zu outen, aus Scham darüber, dass letztendlich ihre Zivilisation maßgeblich für die MAKK 2035 verantwortlich zeichnete. Und auch in der Aufbauphase der planetaren Nachhaltigkeitsregierung nach 2035 wollte niemand an die „bad guys“ der Wachstumsepoche erinnert werden. Aber da fällt mir ein ...
VND: Sie haben noch 20 Sekunden, schließlich ist Zeit heutzutage unser Gold ...
CMR: Ich habe von einer Forscherin gehört, ich glaube, sie heißt Mariam Souleyman-Garziah, die Luxusburger Ursprungs ist und derzeit in der Bibliothek von Timbuktu, der Hauptstadt der Biolandbauregion Saharaverde, arbeitet und forscht. Die Bibliothek von Timbuktu war Anfang des Jahrhunderts mit Geldern aus dem Luxusburger Kompensations-Entwicklungsfonds „Money4Falk“ saniert worden und beherbergt sicherlich noch von Luxusburg dorthin ausgelagerte Dokumente aus der Glanzzeit von Luxusburg. Dahin sollten Sie als nächstes pilgern ...
VND: Wird gemacht, auch wenn die Reise mit unseren Solarbooten etwas Zeit in Anspruch nehmen wird. Wir danken Professor Ravanaloanana für dieses interessante Gespräch. Professor, Sie machen sich jetzt auf den beschwerlichen Weg von Lucilinburhuc nach „Belval-Wat“, wo es noch weitere archäologische Zeugnisse aus der Blütezeit von Luxusburg geben soll. Eine Worum-Ausgabe erwähnte eine „rote Bank“, einen als „Rockhal“ bezeichneten Bunker und eine R.Goebbels-Wildbrücke. Viel Glück beim Buddeln!
Weitere Touristenattraktionen werden also noch bis zum Sommer freigelegt. Interessierte BesucherInnen aus Kongo, Haiti oder Afghanistan sind gut beraten, ihre Gutscheine für den archäologischen Abenteuertrekking in Luxusburg zu buchen.
Vielleicht werden wir bis dahin einige überlebende Diaspora-Luxusburger ausfindig gemacht haben, die gegebenenfalls in ihre alte Heimat zurückkehren möchten und einen Job als Fremdenführer in Luxusburg annehmen würden. Dieser Appell geht an Sie alle, Ol’Luxies – wir sind nicht nachtragend! – und zu sagen ist noch, dass Prof. Ravanaloanana schon eine entsprechende NGO „Collectif réfugiés climatiques“ gegründet hat, die sich auf dem Rikscha-Port Findel der Rückkehrer annehmen wird.
Nicht vergessen, Sonnenschirme, Solarkühlgeräte und Moskitonetze einpacken! Wir melden uns morgen von der Insel Montmartre, ehemals Paris, um die Künstler-
kolonie Pompidouce vorzustellen. Ich wünsche allen Zuschauenden eine entspannende 15-Stunden-Arbeitswoche und angenehme Lektüre des vorher präsentierten Thrillers Blue Planet’s Journey von Gabriela
Rushdie-Machfus Jr.
Aus Luxusburg ein Bericht von Vandana N’Daye. Weiter geht es im Programm mit Ratschlägen für die Selbstversorger in ihrem Hanf- oder Stevia-Garten und einem Bericht aus dem Bioweinberg Château Kilimandscharo.
Es ist 20 nach 12 auf dem blauen Planeten.u
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