Einleitung ins Heft
Liebe Leserin, lieber Leser, Dieser Tage schrieb eine einheimische Publikation von sich, sie stünde „wie keine andere Zeitung in Luxemburg für ausgereifte Analysen, gewissenhafte Recherchen, aktuelle Hintergrundberichterstattung und unabhängige Kommentare aus Politik, Wirtschaft und Kultur, aber auch für eine journalistische Ethik, die sich das Vertrauen der Leser verdienen will.“ Nun h ... Liebe Leserin, lieber Leser, Dieser Tage schrieb eine einheimische Publikation von sich, sie stünde „wie keine andere Zeitung in Luxemburg für ausgereifte Analysen, gewissenhafte Recherchen, aktuelle Hintergrundberichterstattung und unabhängige Kommentare aus Politik, Wirtschaft und Kultur, aber auch für eine journalistische Ethik, die sich das Vertrauen der Leser verdienen will.“ Nun hat nicht die Luxemburger Wochenzeitschrift woxx das geschrieben, die diese Charakterisierung vollauf verdient hätte (aber kaum die Chuzpe aufbrächte, so etwas allen Ernstes von sich zu behaupten) oder der Feierkrop, sondern das ehrwürdige Lëtzebuerger Land. Dem Land kann man nur gratulieren für sein intaktes Selbstbewusstsein. Der Anspruch der hier formuliert wird, flösst ohne Zweifel Respekt ein. Dazu passt auch der Wechsel im Format. „Size matters“ erklärte das LL im Vorfeld, outete sich als zu klein und wechselte die Druckerei. Auf der Presse der Sankt-Paulus-Druckerei wird das LL jetzt im etwas anachronistischen aber immerhin un-über-seh-baren Broadsheet-Format gedruckt, was dem über 50-jährigen Zielpublikum das wohlige Gefühl beschert, ein altes Luxemburger Wort von vor der Jahrtausendwende in den Händen zu halten. Die jüngere Generation wird zwar möglicherweise im Umgang mit diesem ungewohnten Papierungetüm verzweifeln, aber das sollte kein Gegenargument sein – denn „mit seinem neuen Erscheinungsbild will das Lëtzebuerger Land seine durch die Qualität seiner Beiträge bekannte Besonderheit, seine oft gelobte und manchmal gefürchtete Unabhängigkeit auch visuell unterstreichen“. Nur der Hinweis auf die Bescheidenheit fehlt, ansonsten ist das wirklich hinreißend formuliert! Dann kommt noch der Hinweis auf die „Einzigartigkeit“ dieser Publikation, weil sie „keiner Partei und keiner Verlagsgruppe nahe (stünde), denen sie Rechenschaft ablegen oder Dividenden ausschütten“ müsse. Man möchte an dieser Stelle kleinlich darauf hinweisen, dass etwa die Wochenzeitung woxx diese Kriterien auch erfüllt, aber was soll’s – die dem Gemeinnutz verpflichteten Kollegen des LL können kaum alles wahrnehmen, lesen oder zitieren, was sonst noch in ansonsten kleinformatigen Zeitungen gedruckt wird. Was die journalistische Ethik anbelangt, an der das LL gemessen werden möchte, so haben wir diese vor kurzem im Feierkrop gefunden. Dort stand in der Ausgabe vom 15. Juni der Hinweis, dass das ominöse, auf RTL gesendete Telefongespräch von Guy Rollinger in den Büros der DP aufgenommen worden wäre, also eine Inszenierung sei. Eine Woche später fand sich im Feierkrop eine ausdrückliche Richtigstellung, diese Information würde nicht der Wahrheit entsprechen. Dass ist absolut bemerkenswert, denn der Umkehrschluss bestätigt uns, dass die meisten Informationen, die man im Feierkrop liest tatsächlich auch stimmen (auch oder gerade wenn sie aus dem LL stammen). Es grüßt Sie herzlich Ihre forum-Redaktion
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