Viele Talente
Braucht ein Poet,
Bis sein Geplänkel 
Vor uns besteht.
 
Reifliche Reime,
Komplexe Kadenz,
Zeig‘s uns, beweise
Klangeloquenz.
 
Krasse Metaphern,
Talar aus Asbest,
Web Worte zu Waffen,
Schaffst du den Test?
 
Rollender Rhythmus,
Die Lore im Gleis,
Wer in den Pütt muss
Braucht Schlagfertigkeit.
 
Dropp die Pointen 
Im Fallhöhenrausch,
Bei ungelenken
lachen wir nicht.
 
Ein Diss muss entspannt sein,
Die Kür ist die Pflicht,
Poetik der Punchline.
 
Das nennst du Gedicht?!

Erwartungsdruck, Pit Panther,
Ist Säure für den Text.
Selbst wenn du daran wächst.
Ob Limerick, ob Stanza,
Der Sinn ist nicht die Form als Zweck.

Punschlied

Vier Elemente, 
Innig gesellt, 
Bilden das Leben, 
Bauen die Welt.
 
Presst der Zitrone
Saftigen Stern,
Herb ist des Lebens 
Innerster Kern.
 
Jetzt mit des Zuckers 
Linderndem Saft
Zähmet die herbe 
Brennende Kraft,
 
Gießet des Wassers 
Sprudelnden Schwall,
Wasser umfänget
Ruhig das All.
 
Tropfen des Geistes 
Gießet hinein,
Leben dem Leben 
Gibt er allein.
 
Eh es verdüftet, 
Schöpfet es schnell,
Nur wenn er glühet, 
Labet der Quell.

Friedrich Schiller, Gesammelte Werke. Die Gedichte und Balladen, München, Anaconda Verlag, 2019, S. 552-553.

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