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Der schmale Band Abreise von Michel Clees beinhaltet zwei Kurzgeschichten und Lyrik: Liedtexte auf Deutsch sowie Französisch. In gewohnt düsterer Melancholie erzählt der Luxemburger Autor von der Abreise eines kleinlichen Steuerbeamten. Dieser entwickelt im Zug angesichts einer Mitreisenden Phantasien über Zweisamkeit. Etwas stereotyp ist der einsame Sonderling geschildert, der „vor lauter Zurückgezogenheit den Klingelknopf an …
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Der schmale Band Abreise von Michel Clees beinhaltet zwei Kurzgeschichten und Lyrik: Liedtexte auf Deutsch sowie Französisch. In gewohnt düsterer Melancholie erzählt der Luxemburger Autor von der Abreise eines kleinlichen Steuerbeamten. Dieser entwickelt im Zug angesichts einer Mitreisenden Phantasien über Zweisamkeit. Etwas stereotyp ist der einsame Sonderling geschildert, der „vor lauter Zurückgezogenheit den Klingelknopf an …
Ein Buch über das Thema „Bücher“ könnte zäh sein, belehrend oder kulturpessimistisch. Sabrina Notka aber gelingt eine unterhaltsame Lektüre: Hier spricht ein Buch selbst über Bücher. Ein manchmal vorlautes, besserwisserisches Exemplar mit frechem Mundwerk, wahrlich lebendig und nicht langweilig. Gegliedert als ABC wird das Verhalten von Autoren, Lesern (und Büchern) betrachtet, Leseorte, Bibliotheken, Öbersetzer und …
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Das Buch hat ein CD-Format. Auf dem Cover als kleines Bild: drei Reihen einer Herzschlagkurve. Eine Partitur wird assoziiert, passend zum Titel Kammermusik des luxemburgischen Autors Michel Selec (Pseudonym). Die Weltlichkeit der Musik ist hier dem Tod sehr nah. Ein Sterbender namens Dominik Drupek bespricht im Krankenhaus seinen Abschied, er schwankt zwischen Bitterkeit und Witz. …
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Der Einband des Buches ist schön, man nimmt es gern zur Hand: Klatschmohn und kleine gelbe Wiesenblumen auf einem Stoffbezug. Allerdings fühlt er sich rau und verwittert an. Und dann der Titel: Sterbehäusle. Es erinnert an barocke Vanitas-Darstellungen, Blüten, die den Betrachter anziehen und dann, auf den zweiten Blick, vor der Verwesung schaudern lassen. Michel …
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Une présence militaire importante ainsi que le développement agressif des industries d’extraction minière et forestière ont gonflé la demande de prostitution, donnant naissance à de véritables villages de prostitution en périphérie des centres urbains, ainsi que de salons de massages et de prostitution de rue dans les villes. C’est dans ces localisations semi-officielles que sont …
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Zugewandt und ernst blickt sie vom Titel des Buches den Betrachtern entgegen: die Autorin Marie-Louise Tidick-Ulveling (1892-1989). Ihr Roman « Im Zeichen der Flamme » aus dem Jahr 1961 wurde jetzt neu herausgegeben vom Luxemburger Centre national de littérature. Der Schmuck des Bandes mit dem Porträt, hier einer Fotografie, entspricht der Gestaltung der Reihe Lëtzebuerger Bibliothéik, ist …
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Erwin hat das Beobachten als Vierjähriger gelernt, als er von seinem Stiefvater in einen Bretterverschlag gesperrt wurde: „Erwin klebte immer wieder das rechte, dann das linke Auge an die Spalten. Sogar die Mutter bemerkte er nur als eine in helle Scheiben zerschnittene Figur, die vor dem Verschlag auf und ab trippelte und laut schniefte.“ Diese …
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„Den Nationen ferner, der Menschheit näher“, so lautet ein schöner Appell Gust van Wervekes, der 1919 Gemeinsamkeiten deutscher und französischer Kultur unterstreicht. Ihn zitieren die Herausgeber Germaine Goetzinger und Gast Mannes im Nachwort der kürzlich erschienenen Anthologie Zwischenland! Ausguckland! Literarische Kurzprosa aus Luxemburg. Der Band fasst deutschsprachige Erzählprosa Luxemburgs aus dem Zeitraum von 1900 bis …
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Der Roman Anna von Jean-Pierre Erpelding erschien 1918, etwa ein halbes Jahr vor Kriegsende. Der Titel der zweiten Ausgabe 1920 lies an einen Zeitroman denken: Luxemburg und der Weltkrieg vormals Anna. Jetzt wurde Anna vom Centre national de littérature neu herausgegeben, mit einem Kommentar von Mario Fioretti. Die Hauptperson des Romans, der Jurist Peter Burkel, …
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Guy Helminger: Morgen war schon. Roman. Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 2007. 331 Seiten. 19,80 Euro. Ein fast erstochener Geliebter, eine ge-rade noch verhinderte Vergewaltigung, ein todgeweihter Säugling mit Herzfehler: schön ist die Welt nicht, in der Guy Helminger seine Personen leben lässt. Schwarzen Humor, der ihm zugeschrieben wird, findet man in seinem Roman Morgen …
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Der Mozart-Biograph Wolfgang Hildesheimer äußerte nach der Lektüre zentnerschwerer Lebensbeschreibungen des Komponisten einen Wunsch: Er wolle einen Aufsatz über „Die Grenzen des Wissenswerten“ schreiben. Diese Grenzen sind subjektiv und immer wieder neu zu diskutieren. Sie werden auch bei der Lektüre des Luxemburger Autorenlexikons bewusst, das vom Centre national de littérature Mersch herausgegeben wurde. Das Lexikon …
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Ech haen dech, datt d’Zänn prossesiounsweis den Hals ofmarschéieren an am Aasch Piano spillen. Kennen Sie diesen Ausdruck? Das kraftmeierische Bild drückt aus, was die Sprachforscherin Natalia Filatkina elegant mit „Drohung, Ausdruck äußerster Unzufriedenheit“ umschreibt. Sie hat solche Redewendungen untersucht, die man in der Sprachwissenschaft „Phraseologismen“ nennt. Das sind feste Wortverbindungen, formelhafte Ausdrücke, die oft …
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… horcht der Stalker Frank Perl. Er hat eine Nähe zum Wahnsinn, wie die meisten Menschen in Guy Helmingers Geschichten des Erzählbandes Etwas fehlt immer. Bevor sich Perl auf eine einzelne Frau fixiert, zieht er Befriedigung daraus, als Radfahrer Passanten von hinten auf den Kopf zu schlagen. Die Hauptperson einer anderen Geschichte, Bruno Felder, geht …
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