Warum Feminismus?

Das Erscheinen eines Sammelbandes zu 40 Jahren Geschichte der Luxemburger Frauenbewegung (Das Gespenst des Feminismus, herausgegeben von Sonja Kmec) gibt Anlass, die neuen Herausforderungen und Perspektiven der Frauenbewegung im 21. Jahrhundert zu diskutieren: Welche Bilanz ist aus der Frauenbewegung der letzten Jahrzehnte zu ziehen? Hat sie sich durch ihre Institutionalisierung zu sehr angepasst? Ist Feminismus heute überholt? Welche neuen Denkanstöße erlaubt der Gender-Begriff? Lohnbenachteiligung, Teilzeitarbeit, Prekariat: Wie stellt sich die soziale Frage in Bezug auf Frauen? Und was geht der Feminismus die Männer an?

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe public forum fand in Zusammenarbeit mit dem Cid-Femmes am 8. Oktober 2012 eine Diskussion über die neuen Herausforderungen der Frauenbewegung im 21. Jahrhundert statt.

Die Podiumsgäste waren:

  • Nora Back (Zentralsekretärin für das Gesundheits- und Sozialwesen beim OGBL)
  • Stella-Anastasia Gaertner (Studentin und Aktivistin in der autonomen feministischen Bewegung)
  • Colette Kutten (Aktivistin des MLF, Mitbegründerin des Cid-Femmes)
  • Bady Minck (Filmregisseurin und -produzentin)
  • Francis Spautz (Psychologe und Verantwortlicher von InfoMann)

Moderiert wurde die Diskussion von Jürgen Stoldt (forum).

Was an dem Abend besprochen wurde, erfahren Sie hier:

1. Teil: Sind die Forderungen der Frauenbewegung in der Mitte der Gesellschaft angekommen? Welchen Preis hat die Frauenbewegung für die Institutionalisierung bezahlt? Diese Frage beantwortete Colette Kutten zu Beginn des Abends. (17 min., 22 MB)

2. Teil: Stella Gaertner sprach über die Aktualität des Feminismus und über autonome, herrschaftskritische Praxen. Mit dem Publikum diskutierte sie über den Eurozentrismus im Feminismus am Beispiel des islamischen Kopftuches. (27 min., 37 MB)

Fragen der Gleichstellung

3. Teil: Reduziert der Feminismus das Problem auf einen Antagonismus zwischen Mann und Frau? Inwieweit ist der weit offenere Gender-Begriff politisch überhaupt greif- und verwendbar? Auf diese Punkte gingen Colette Kutten und Stella Gaertner ein. (12.30 min., 17 MB)

4. Teil: Francis Spautz erklärte die Ziele von InfoMann und diskutierte mit dem Publikum, inwieweit auch Männer auch Opfer der stereotypen Geschlechterrollen sind. (22 min., 30 MB)

5. Teil: Nora Back nannte Zahlen zu den Benachteiligungen der Frauen in der Arbeitswelt: im Durchschnitt verdienen Frauen immer noch 12,5 % weniger. (3.30 min., 5 MB)

6. Teil: Nora Back und Colette Kutten diskutierten mit den Zuhörerinnen und Zuhörern über prekäre Arbeitsverhältnisse der Frauen, den Karriereknick, zu dem die Kindererziehung weiterhin führt, und über Lösungsstrategien, wie z.B. eine Arbeitszeitverkürzung für Mütter und Väter. (17 min., 16 MB)

7. Teil: Anregungen kamen aus dem Publikum zur Frage, welche Auswirkungen es hat, dass Frauen in verschiedenen Berufsfeldern, zum Beispiel in der Justiz oder in den Schulen, die Mehrheit stellen. Francis Spautz, Bady Minck und Stella Gaernter reagierten. (7.30 min., 10 MB)

Geschlechterrollen im Film und in der Filmwirtschaft

8. Teil: Bady Minck erzählt von den Problemen der Frauen sich in der Filmproduktion durchzusetzen, da die Chefredakteure, die Produzenten und die Gremienmitglieder mehrheitlich Männer seien. (9 min.,12,5 MB)

9. Teil: Eine Frage aus dem Publikum geht auf die Diskriminierungen in der Filmproduktion ein und Bady Minck erklärt, dass Frauen in den Filmszenarien oft kaum vorkommen oder nur eine Nebenrolle spielen. (4 min., 6 MB)

Das zeigt auch der sogenannte „Bechdel Test“ (Quelle: Feminist Frequency, Youtube)

10. Teil: Als Reaktion auf die Vorstellung des „Bechdel Test“ werden die Sehgewohnheiten des (weiblichen) Publikums diskutiert. (6 min., 8 MB)

11. Teil: Die abschließende Runde bestand aus Stellungnahmen des Publikums und einem Schlusswort von Colette Kutten (5.30 min., 7 MB)