Chronologie der Luxemburger Neutralität

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1815: Auf dem Wiener Kongress wird Luxemburg zu einem unabhängigen Staat erklärt. Das Großherzogtum bleibt jedoch unter den Königen des Hauses Nassau-Oranien in Personalunion mit den Niederlanden verbunden.

1816: Die Festung Luxemburg wird zu einer Festung des Deutschen Bundes. Die militärische Funktion der Bundesfestungen besteht in der Sicherung der Westgrenze gegen Frankreich.

1830-1839: Die Belgische Revolution führt zu einer Abspaltung vom Königreich der Niederlande. In dem Teilungsabkommen von 1839 werden große Gebiete Luxemburgs, Belgien zugeschlagen.

1842: Luxemburg tritt dem deutschen Zollverein bei.

1848: Luxemburg erhält eine demokratische Verfassung mit der gleichzeitig eine eigenständige luxemburgische Regierung entsteht.

1856: König Wilhelm III. macht die Verfassungsänderungen von 1848 rückgängig.

1866: In Folge des Krieges zwischen Österreich und Preußen wird der Deutsche Bund aufgelöst. Luxemburg wird Napoleon von dem niederländischen König Wilhelm III. für 5 000 000 Gulden zum Kauf angeboten. Nachdem der Vertrag öffentlich wird, protestiert Bismarck gegen die geplante Annexion. Die Zuspitzung dieses Konflikts geht als „Luxemburgkrise“ in die Geschichte ein.

1867: Um einen deutsch-französischen Krieg zu vermeiden, wird in London eine internationale Konferenz einberufen, in der die Frage Luxemburgs geklärt werden soll. In dem Londoner Vertrag vom 11. Mai 1867 wird Luxemburg seine Souveränität bestätigt und das Land zu einer „dauernden Neutralität“ erklärt. Weite Teile der Festung werden geschleift und die preußische Garnison verlässt die Stadt. Luxemburg verbleibt jedoch weiterhin im Zollverein. Luxemburg erhält darüber hinaus eine neue Verfassung, in der die Rechte der Monarchie zugunsten des Parlamentes beschnitten werden.

1870: Aufgrund der anti-preußischen Stimmung im Land und vereinzelter Zwischenfälle auf dem Gebiet Luxemburgs während dem deutsch-französischen Krieg, erklärt Bismarck, dass er sich nicht länger an die Neutralitätsgarantien des Londoner Vertrages gebunden fühle. Trotz dieser Ankündigung kommt es jedoch zu keiner Verletzung der Luxemburger Neutralität.

1890: Nach dem Tod Wilhelm II. wird die Personalunion zwischen niederländischem König und Luxemburger Großherzog aufgelöst. In Luxemburg herrscht das männliche Erbfolge- recht, das von der niederländischen Königin Wilhelmina nicht wahrgenommen werden kann. Die Krone geht somit auf den Familienzweig Nassau Weilburg über, wodurch Luxemburg eine eigene Dynastie erhält.

1914: Luxemburg wird am 2. August innerhalb von wenigen Stunden von deutschen Truppen besetzt. Die Luxemburger

Regierung protestiert gegen die Verletzung ihrer Neutralität. Der deutsche Kanzler Bethmann Hollweg versichert der Regierung, dass die militärischen Maßnahmen keine feindselige Handlung gegen Luxemburg seien. In der Folge wird immer wieder von einer „occupation amicale“ die Rede sein.

1918: In der Folge des Waffenstillstandes vom 11. November verlassen die deutschen Truppen das Gebiet und Luxemburg tritt aus dem deutschen Zollverein aus. Das Land wird von alliierten Truppen besetzt. Der französische Außenminister Poincaré wirft Luxemburg vor, seine Aufgaben im Ersten Weltkrieg nicht erfüllt zu haben.

1919: Die innenpolitischen Konflikte treten offen zu Tage. Am 9. Januar ruft eine Gruppe von Sozialisten und Liberalen in der Hauptstadt die Republik aus. Eine Demonstration wird von französischen Soldaten gewaltsam aufgelöst. Wenige Tage später dankt Großherzogin Maria-Adelaide zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab. Das Volk spricht sich jedoch in einem Referendum für den Erhalt der Monarchie aus. Die Regierung entscheidet auch nach dem Krieg weiterhin neutral bleiben zu wollen.

1920: Luxemburg tritt dem Völkerbund bei. Die in der Satzung des Völkerbundes vorgesehenen Verpflichtungen stehen jedoch im Widerspruch zur Neutralität Luxemburgs. Die Mitgliedschaft hätte somit eine Verfassungsänderung nach sich ziehen müssen, ein Schritt, den die Regierung jedoch nicht vollzieht.

1922: Luxemburg beschließt eine Wirtschaftsunion mit Belgien.

1939: Angesichts des sich zuspitzenden Konflikts mit Nazi-Deutschland, versucht Luxemburg vergeblich, eine erneute Garantie-Erklärung ihrer Neutralität von den europäischen Großmächten zu erreichen. Als Symbol der Eigenständigkeit wird das 100jährige Jubiläum der Luxemburger Unabhängigkeit gefeiert.

1940: Luxemburg wird am 10. Mai von der deutschen Wehrmacht besetzt. Einem Teil der Regierung und der großherzoglichen Familie gelingt die Flucht. Sie gehen ins Exil nach England, später in die USA.

1944: Am 10. September wird Luxemburg durch US-Soldaten befreit. Anhand einer großherzoglichen Verordnung wird die Neutralität Luxemburgs für beendet erklärt und die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt.

1945: Am 24. Oktober tritt Luxemburg den Vereinten Nationen bei.

1948: Mit der Reform vom 18. April wird die Neutralität endgültig aus der Luxemburger Verfassung gestrichen.

1949: Luxemburg unterzeichnet den Nordatlantikvertrag und tritt der NATO bei.

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