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Im Lauf der 13 Jahre 1966-76 hinterliessen 3516 Scheidungen etwa 3700 Scheidungswaisen, das sind ca 105 Kinder pro 100 Scheidungen.
Im Lauf der 13 vorhergehenden Jahre (53-65) hinterliessen 1584 Scheidungen 1488 Scheidungswaisen, das sind 94 Kinder pro 100 Scheidungen.
Mehr als Drogensüchtige, mehr noch als Energieverschwendung und Umweltverschmutzung, so beginnen jetzt schon Sozialwissenschaftler zu warnen, mehr noch als Terrorismus und Reform von Strafanstalten, werden zerbrochene Ehen das Problem der Zukunft sein.
‚Was als Aufbruch aus überkommenen, mit der sozialen Entwicklung nicht länger vereinbaren Normvorstellungen begann und Partner zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung führen sollte, schlägt heute in erster Linie gegen die Kinder zurück, auf deren Rücken die sich mehrenden – früher oft unterdrückten – Partnerauseinandersetzungen meist ausgetragen werden.‘ (PSYCHOLOGIE HEUTE, Dezember 79, S.28.)
‚Im Konflikt der Eltern erfahren die jetzt Heranwachsenden, was nie zuvor Kinder haben aushalten müssen…Gerade wo Eltern sich aufgeklärt wähnen und die Familie sich zunächst unerhört liberal gebärdet, widerfährt den Kindern im Ruin zugleich mehr Unrecht als früher in gehorsamshörigen Verhältnissen nach starrer Ordnung.‘ (LEONA SIEBENSCHON: Im Kreidekreis – Konflikt der Partner, Problem der Familie, Leiden der Kinder, Fischer Taschenbuch 3415, 1979.)
Das gilt für die Bundesrepublik Deutschland. Gilt es auch bereits für Luxemburg? Alles deutet darauf hin, dass es demnächst auch für Luxemburg gelten wird. Gefahr für die Gesellschaft? Unseres Erachtens nach: ja! Denn nichts ist gefährlicher als schleichende Gefahren, die erst als reelle Gefahren ins Bewusstsein treten, wenn es schon zu spät ist.
Unser heutiges Dossier – unvollständig, total unzu-
unzureichend sogar – möchte, wie wir es gewohnt sind, das Problem einmal anreissen. Vielleicht werden einige ‚grosse Kollegen‘ mit viel mehr Information das Problem aufgreifen, und, mit viel grösseren Auflagen, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam machen.
Und dabei nicht übersehen, dass – genau wie bei der Abtreibungsproblematik – der Sache nicht mit neuen Gesetzen bezw. Gesetzesverhinderungen beizukommen ist, da die wachsenden Scheidungszahlen nur ein Symptom, – eines unter vielen anderen – sind für eine Krankheit, deren Wurzeln viel tiefer sitzen.
Symptombehandlung gilt nicht.. Sondern moralische Kräfte müssen mobilisiert werden. Von uns aus auch moralische Kräfte, die aus einer nicht-religiös abgeleiteten Moral in Bewegung gesetzt werden, doch man möge es uns nicht verübeln, wenn wir einer neu zu überdenkenden christlichen Eheauffassung das Wort reden, da wir der Ansicht sind, jede Gesellschaft sei auf intakte Ehen und Familien angewiesen, und dass Ehepartner einen geistigen Hinter- und Untergrund brauchen, um die immer neu aufbrechenden Partnerschafts-, Familien- und Erziehungsfragen zu bewältigen.
Falls nichts geschieht, wer soll die Welle der ‚elterngeschädigten‘ Heranwachsenden auffangen? Jugendheime? Sie stehen jetzt schon oft vor unlösbaren Fragen. Der Staat? Was für ein Staat? Kann ein Staat überhaupt erziehen? Nach welchem Konzept? Und wenn wir alles ‚dem Staat‘ überlassen, werden wir dann nicht bald total verwaltete Menschen sein? Wird unsere so über alles gelobte Freiheit nicht nur mehr eine Pseudofreiheit sein? Dem Belieben des jeweils Herrschenden ausgeliefert? Wie in jenen Ländern, vor denen sich hierzulande viele fürchten, und denen sie deshalb mit Atomraketen Angst machen wollen?
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