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Der nachfolgende Beitrag hat in der ‚forum‘-Redaktion heftige Diskussionen ausgelöst. Weder die Redaktion noch irgendein Mitarbeiter können sich inhaltlich mit ihm identifizieren. Umstritten war, ob wir trotzdem, unserm Forumcharakter getreu, die Zuschrift veröffentlichen sollten oder nicht. Wir haben uns nun dazu entschlossen, um gleichzeitig über Dianetik und Scientology Church aufzuklären. Dies soll jedoch kein Präzedenzfall sein. Bei allem Pluralismus ist die Redaktion der Meinung, dass sie nicht verpflichtet werden kann, wahrheitsverschleiernde und -entstellende Beiträge zu veröffentlichen. Ob dies auf den folgenden Artikel zutrifft, mag der Leser nach der Lektüre der anschliessenden Kommentare selbst beurteilen. Für Dianetik werden wir keine weitere Zeile übrig haben.
Dianetik (englisch: Dianetics) ist eine Wissenschaft des Verstandes: ‚eine exakte Wissenschaft. Sie stammt vom Studium, und der Aufstellung eines Systems, des Ueberlebens‘. So L. Ron Hubbard der Gründer der Dianetik in seinem Buch ‚The Creation of Human Ability.‘
Und in ‚Dianetik, die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit‘, heisst es: ‚Sie umfasst eine therapeutische Technik, mit der alle nicht organischen Geistesstörungen und alle organischen psychosomatischen Leiden mit der Gewissheit völliger Heilung in beliebigen Fällen behandelt werden können.‘
Dianetik hätte längst die Alternative sein können, aber …
Genauso wie es die Tatsache, daß die Erde rund ist, anscheinend nicht gab, bis sie öffentlich anerkannt wurde, genauso wie die Entdeckung der Ursache und Heilung des Kindbettfiebers durch Dr. Semmelweis erst dann und dort von Nutzen wurde, wo sie schon 50 Jahre vor der allgemeinen Anerkennung verwendet wurde, so gibt es heute (anscheinend) keine exakte Wissenschaft des Verstandes. Sonst gäbe es ja nicht noch immer steigende Geisteskrankheit, und daraus resultierende Kriminalität, Kriege, etc., etc.
Näheres über diese ‚kulturelle Verzögerung‘, anders ausgedrückt: diese Art von Unterdrückung der Dianetik von seiten der psychiatrischen Föderationen, findet man im hochinteressanten Buch ‚Playing dirty. The Secret War against Beliefs‘ vom ausgezeichneten amerikanischen Erforschungs-Journalisten Omar V. Garrison. Er schreibt, daß Hubbard kurz nach der Veröffentlichung seines Bestsellers (1950) ‚Dianetik, die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit‘ zuerst mit der organisierten Psychiatrie in öffentlichen Konflikt geriet. Hubbard verwarf damals schon, was er grausame Vergewaltigung des Gehirns nannte: radikale Chirurgie, Elektroschocks, Lobotomie, die ein üblicher Teil der psychiatrischen Praxis sind. Ansonsten behauptete er kühn, daß Dianetik ein besseres Therapie-System darstellt als irgendein anderes der orthodoxen Psychiatrie bekanntes System.
Die Rolle der Psychiater wollen die Dianetiker aber keinesfalls übernehmen; sie wollen nur, daß Psychiater humanere und wirksame Methoden verwenden, damit der Zustand der Geisteskranken sich verbessert, nicht in niedrigerem Bewusstsein endet.
Im Kapitel "Fähigkeiten haben Vorrang" seines Buches "Dianetik ’55" schreibt Hubbard: "Es ist nun einmal so, daß die Handhabung der Psychosen, Neurosen und psychosomatischen Krankheiten nicht die Aufgabe des Auditors ist. (Ein Auditor ist ein ausgebildeter, Dianetik anwendender Zuhörer) … Die Mission des Auditors liegt in Richtung Fähigkeiten. Wenn er die allgemeine Fähigkeit der (Person) in jedem und allen Gebieten steigert, dann wird natürlich jede Unfähigkeit, wie jene, die durch Psychose, Neurose, und psychosomatische Krankheiten dargestellt sind, verschwinden."
Uebrigens entdeckte Hubbard, daß die etwa 1500 "verschiedenen Typen der Geisteskrankheit", die von deutscher Psychiatrie aufgezählt werden, nur verschiedene Symptome derselben Ursache sind. Es gibt nur eine Geisteskrankheit, und von ihr stammen verschiedene Symptome. Hubbard ist sicher, daß Psychiater irrten, indem sie diese verschiedenen Typen nannten und ihnen verschiedene Namen gaben, und versuchten, verschiedene Behandlungen zu erfinden.
Genau hier ist der springende Punkt: solange die genaue Ursache der Aberration(en) nicht erkannt wird von Psychiatern, haben sie mit ihren Behandlungen so wenig Aussicht auf Erfolg wie Kinder bei der Reparatur eines Computers.
Solange also Symptome mit Krankheit verwechselt werden, und Restimulatoren (das, was die Krankheit in Gang bringt) mit Ursache, solange werden Psychiater ihre Behandlungen als Therapie darstellen, auch wenn sie den Fall des Patienten weiter erschweren, oder gar aus dem Patienten einen permanenten geistigen Krüppel machen.
In Dianetik stellt man mit gesundem Menschenverstand fest, und geht davon aus, daß wenn man einem Menschen zu mehr Bewußtsein verhelfen will, dann muß man ihn einfach bewusster machen, nicht zuerst unbewusst, wie durch Spritzen, Drogen, Electrochocs, Hypnose, Narcosynthese, Betäubung und Gehirnchirurgie, etc, etc, ad nauseam (= bis zum Kotzen!), um so beim Patienten "Fügsamkeit" und "Anpassung" zu erreichen.
Wenn auch hier nicht der Platz ist, Dianetik und ihre Therapie kurz zusammenzufassen, obschon sie schnell erlernbar ist, dann sollen jedoch einige wenige ihrer grundlegenden Axiome hier zitiert oder umschrieben werden:
-"Das dynamische Prinzip des Daseins ist: "UEBERLEBE !" (Es ist keine neuer Gedanke, daß der Mensch überlebt. Neu ist der Gedanke, daß der Mensch nur durch Ueberleben motiviert ist; klinische Tests bestätigen diese Therapie auf jeden Fall.)
…
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"Der Geist zeichnet während des ganzen Lebens des Organismus in dem einen oder anderen seiner Speicher auf" (ob man nun wach ist oder unbewußt).
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"Alle Aufzeichnungen des ganzen Lebens sind verfügbar." (es sei denn, es wären schon Nervengewebe durch E-Schocks oder chirurgische Eingriffe zerstört worden).
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"Alle geistigen und körperlichen Störungen geistigbedingter Natur stammen von Augenblicken der Bewusstlosigkeit".
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"Solche Augenblicke können kontaktiert und von ihrer schädlichen Ladung (Energie) befreit werden, was zur Folge hat, daß der Geist zu seiner optimalen Funktionsfähigkeit zurückkehrt."
Klinische Tests haben oft genug bewiesen, daß diese Aussagen wissenschaftliche Tatsachen sind, und daß Bewusstlosigkeit die einzige Quelle von Aberrationen und psychosomatischen Krankheiten ist.
"Die Grundnatur des Menschen wurde in der Dianetik nicht vermutet oder angenommen, sondern entdeckt. Das wird auch dadurch erhärtet, daß diese Grundnatur bei jedem einzelnen vollständig zur Wirkung gebracht werden kann. Und diese Grundnatur erweist sich als gut."
"Der Beweis für jede Behauptung liegt in ihrer Anwendbarkeit", schreibt Hubbard in "Dianetik, die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit".
Sicherlich wäre es zu wünschen, daß einzelne Psychiater den Mut aufbringen würden, dieses Buch zu lesen, um selbst festzustellen, ob Dianetik eine Alternativlösung für sie ist.
Nick Weisen
Anmerkung:
Die "forum"-Redaktion hat mich um eine kurze Stellungnahme zu diesem Artikel gebeten, doch zunächst hat es mich gewundert, dass er überhaupt abgedruckt werden soll. Trotz des Forumcharakters dieser Zeitschrift müssten meiner Ansicht nach minimale Anforderungen an Beiträge gestellt werden und dazu gehört eine ehrliche Information des Lesers. Dieser Artikel stellt aber eher eine Desinformation dar und er ist somit ein typisches Beispiel für Hubbard und seine Anhänger als deren Vertreter in Luxemburg Weisen sich versteht.
Weisen schreibt, dass es nur eine Geisteskrankheit gibt, dass der springende Punkt, das Erkennen der wahren Ursachen sei und dass die Dianetik diese Wahrheit besitzt und so eine Alternative zur herkömmlichen Psychiatrie darstellt. Worin diese Wahrheit besteht sagt er aber wohlweislich nicht und er vergisst auch, auf einige andere wesentliche Aspekte hinzuweisen und muss sich deshalb den Vorwurf der Desinformation gefallen lassen.
Zunächst, wer ist L. Ron Hubbard? Er ist der Begründer einer recht erfolgreichen Sekte, der Scientology Church, deren Hauptdogma der Glaube an die Seelenwanderung ist: In mir wohnt eine Seele, ein Thetan und die Erlebnisse in dessen zig Milliarden währender Existenz bestimmen meine heutigen Probleme. Gelingt es mir, die negativen Eindrücke, die in mir gespeichert sind, auszulöschen, werde ich nicht nur von sämtlichen psychischen und physischen Gebrechen geheilt, als ‚Operating Thetan‘ erlange ich auch übersinnliche Kräfte. So ist es Hubbard z.B. gelungen nur durch Seibsterkenntnis und Rückbesinnung eine Weltgeschichte mit vielen bislang unbekannten Details zu schreiben.
Wie kann der relative Erfolg dieser abstrusen Theorie erklärt werden? Hubbard hat es verstanden, sie in eine systematische Form zu bringen, die an Erkenntnisse der Psychologie anknüpft und sich in einer modernen, bei Informatik und Kybernetik ausgeliehenen Sprache präsentiert. Er hat eine Technik entwickelt, das ‚Auditing‘, eine Art Gesprächstherapie, in der man an Hand von Checklisten in sein Vorleben eindringen kann und gleichzeitig schrittweise in Hubbards Lehrgebäude eingeführt wird. Weisens Artikel ist ein Beispiel für diese Methode: als erste Information für Aussenstehende wird die Dianetik als Wissenschaft dargestellt. Die von ihm formulierten Axiome klingen für einen uninformierten Leser recht plausibel. Erst im Laufe des Auditions, in dem man durch die persönliche Zuwendung des Auditors seine kritische Distanz verliert, erfährt man nach und nach die ganze Tragweite der Lehre. Lässt man sich auf sie ein, so wird sie als ein sinnstiftendes, transzendentales System erlebt, das eine erklärende Ordnung in die sonst so chaotische heutige Gesellschaft hineinbringt.
So entsteht eine Abhängigkeit und der Bedarf nach neuen Kursen, neuem Auditing. Und damit sind wir beim eigentlichen Ziel angelangt. Im Endeffekt geht es darum, Kurse und Materialien zu Preisen zu verkaufen, die in keiner Relation zu den gebotenen Leistungen stehen. Neben dem Erklimmen der 8 Stufen des Operating-Thetan-Zustandes kann man sich selber zum Auditor ausbilden lassen, um so einen Teil der investierten Kosten zurückzuerlangen. Die Sekte breitet sich so im Schneeballsystem aus. Besonders verwerflich ist dieses Vorgehen, wo es unter dem Decknamen Norconon als Drogentherapie verkauft wird.
Welche Erfolge die seit einem Jahr in Luxemburg operierende Scientology Kirche aufzuweisen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Fernand Fehlen
*
‚Scientology ist ein weltweiter Konzern mit rund sechs Millionen Mitgliedern und einem Umsatz von einer Milliarde DM jährlich. Davon steckt sich der Hubbard-Clan über 100 Millionen DM Gewinn in die
eigene Tasche‘, meint Ingo Heinemann, Geschäftsführer der Aktion für geistige und psychische Freiheiten in Bonn. Das Geld wird in erster Linie durch den Verkauf von Kursen und Büchern eingenommen. Nach Angaben der Scientology-Pressesprecherin in München bietet die Sekte ihren 300 000 Anhängern in der Bundesrepublik 150 verschiedene Seminare in 16 Städten (u.a. Düsseldorf, Gelsenkirchen und Köln) an. Diese Kurse kosten angeblich nichts; die Studierenden müssen ‚dafür lediglich spenden‘. Diese ‚Spenden‘ betragen je nach Kurs zwischen 200 bis 74 000 DM, so dass sich ein Stundenpreis von bis zu 3400 DM errechnen lässt.
Ihren Köder, den Persönlichkeitstest, legen die Scientology-Werber auf der Strasse aus. Wer die 200 Fragen des Testes beantwortet, bekommt hinterher ein niederschmetterndes Ergebnis zu hören. Die Befragten werden als gehemmt, arbeitsscheu, faul, labil, deprimiert und kontaktarm abgekanzelt. Zur ersten Behebung dieser ‚Defekte‘ wird ein Kommunikationskurs zum Preis von 250 DM angeboten. Wer sich darauf einlässt, so Kleinmann (Vorsitzender der Stuttgarter Aktion Bildungsinformation), den haben die Scientologen fest am Wickel.
Mit dem Kurs ‚Reinigungs-Rundown und Atomkrieg‘ wird dem Scientologen eingeredet, dass er einen Atomkrieg durch die Einnahme von Vitamin-Tabletten und durch Sauna-Besuche überleben kann. ‚Die Ängste vor einem Atomkrieg werden von den Scientologen auf brutalste Weise ausgenutzt‘, meint denn auch Martin Blachmann, ehemaliger Referent für Sektenfragen beim Generalvikariat in Köln.
Ziel des Kurses ‚Auditing‘ ist es, sich von geistigen Zwängen zu befreien, um völlig unbeeinflusst entscheiden zu können. Ohne diesen Kurs wird nach Überzeugung der Scientologen kaum einer richtig ‚clear‘. Wer ‚clear‘ ist – also klar – ist nach Meinung der Scientologen glücklicher, ausgeglichener und gesünder als andere Menschen. Er hat weder vor Feuer noch vor sich selbst Angst.
‚Als ich ‚clear‘ war, hatte ich das Gefühl, ich sei gar nicht mehr ich selbst. Ich geriet in einen schizoiden Zustand. Es scheint so, als sei alles machbar. Und dabei gibt es kein eigenes Gefühl mehr, was richtig und was falsch ist. Es gibt nur noch die Richtlinien, die der Organisation dienen.‘ So schilderte eine abgesprungene Scientologin ihre Erfahrungen vor dem Landtagsausschuss.
Wer die Scientology-Sekte wieder verlassen will, muss Spiessruten laufen. ‚Die Scientologen‘, warnt Kleinmann, ‚versuchen die Leute zu knebeln und unter allen Umständen in den Verträgen zu halten‘. Im Ausschussbericht steht: ‚Das ist schlimmer als die Hölle. Als einer seinen Vertrag zurückverlangte, baute sich die ganze Mannschaft vor seiner Wohnung auf. Er ist drei Tage nur auf dem Boden gekrochen, weil er Angst hatte, er könnte gesehen werden.‘
Die Justizministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Inge Donnepp, appelliert an die Sekten-Aussteiger, sich umgehend an die Strafverfolgungsbehörden zu wenden, wenn sie von Jugendsekten unter Druck gesetzt werden.
Doch es gibt nach Worten von Inge Donnepp keine rechtliche Patentlösung, mit der diesem international verbreiteten Phänomen durchgreifend begegnet werden kann.
(…) Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft geht den zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Ob und wann gegen die Scientologen, die Mun Sekte, Backofen e.V. und Kinder Gottes Anklage wegen strafbaren Verhaltens erhoben wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen.
(…) Vor allem ist das Ministerium an Arbeitsverträgen zwischen Sekten und ihren Mitgliedern interessiert, da auch dort Gesetze mit Füssen getreten werden. So müssen z.B. Scientology-Mitglieder
der ‚Kirche‘ für 250 DM im Monat an sechs Tagen in der Woche jeweils 12 Stunden dienen und dürfen nicht länger als 2 Tage im Monat krank sein. ‚
(in: Verbraucher aktuell, Dezember 1982)
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