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Um auf die Frage betreffend Politik und Schule eindeutig und klar antworten zu können, muss man erst einmal einen klaren Unterschied machen zwischen Politik als Werbung für eine bestimmte Partei in der Schule und Politik als nüchterne Aufklärung:
Fangen wir einmal mit dem ersten Teil an: Politik in der Schule als Werbung. Ich bin ganz klar gegen diese Art von Politik in der Schule, denn die Schulen sind nicht dazu da, um als Wahlbüro für eine bestimmte Partei oder Gruppierung zu dienen. Diese Art von Politik sollte untersagt werden, denn viele Schüler, die nicht sehr kundig sind in Sachen Politik, lassen sich leicht von den Ideen einer bestimmten Partei begeistern. Und diese Partei ist gewöhnlich die, die die meisten Flugzettel vor den Schulen verteilt. Dies ist für mich keine faire Art, Politik zu machen.
Jedoch bin ich ein Befürworter der zweiten Art, Politik in den Schulen zu betreiben. Ich glaube, dass eine Stunde Politikunterricht pro Woche das mindeste sei, was die Politiker für die Aufklärung der Jugendlichen tun sollten. In diesen Stunden sollten die Schüler dann über die verschiedenen politischen Gruppierungen, deren Interessen und Ideen aufgeklärt werden. Nach dieser Grundausbildung sollten dann Vertreter der verschiedenen Parteien in der Klasse den Schülern Rede und Antwort stehen. Danach erst wären politische Diskussionen möglich. Auf diese Weise wüsste der Schüler genau, welche Partei am besten seine Interessen vertritt. Diese Art von Politik in der Schule wäre für mich die wünschenswerteste.
Olivier KEISER (LGE, 3e)
VERSTAENDNIS STATT INTERESSE
"Politik interessiert mich nicht. Wir können ja sowieso nichts ändern." Diese Meinung scheint bei Jugendlichen sehr verbreitet. Würdest du dich ihr anschliessen oder eher widersprechen?
Minderjährige Jugendliche haben zwar zur Zeit nichts zu sagen, sind aber doch – direkt oder indirekt – von der Politik betroffen. Dennoch scheint sich ein gewisses Desinteresse an Politik unter Jugendlichen verbreitet zu haben, da sie sich wegen Mangel an Eingriffsmöglichkeiten in besagte Politik benachteiligt fühlen. Wenn nun meine eigene Meinung zu diesem Thema interessiert, mag weiterlesen.
Eigentlich dürften diverse Faktoren doch eine politische Meinung bei Jugendlichen mit sich ziehen. Schon in der Schule wird dem Jugendlichen ein gewisser politischer Geist eingeimpft, damit er sich zum Beispiel in Dissertationen politisch äussern kann. Auch zeugen gewisse Parteiblättchen, die ab und zu in der Schule ausgeteilt werden, davon, dass dem Jugendlichen ein politisches Interesse abverlangt wird.
Nun wird ja auch aus jedem Jugendlichen früher oder später ein Erwachsener (oder ??), der verpflichtet ist, eine politische Meinung zu haben (Wahlpflicht). Deshalb müsste jeder bereits in seiner Jugend Interesse an Politik zeigen, um nicht unvorbereitet zu sein, denn wenn man egal was wählt, kommt es vor, dass man es nachher bedauert.
Ob ein Jugendlicher etwas in der Politik ändern
kann, steht auf einem andern Blatt. Er hat Möglichkeiten, ja, aber ob sie ihm auf die Dauer von Nutzen sein können, ist nicht gesagt. Bei einer Demonstration, z.B. für ganz gleich welches Ziel, fällt der einzelne kaum ins Gewicht, nur die Masse kann etwas ausrichten. Aber abgesehen von solch radikalen Methoden können auch politische Jugendvereinigungen kaum Änderungen in der höheren Staatspolitik herbeiführen, denn es gibt immer wieder Gruppen mit entgegengesetzten politischen Zielen, was früher oder später die Effektivität beider Gruppen in Hinsicht auf offizielle Politiker kompensiert. So stehen sich zum Beispiel pazifistische und faschistische Gruppen gegenüber, so dass schliesslich keine umwerfende Änderung stattfinden wird.
Nun scheint diese Tatsache, dass man weder aktiv noch passiv eine Änderung herbeiführen kann, das allgemeine politische Desinteresse der Jugendlichen zu befürworten. Doch es gibt auch noch andere Gründe, mit denen es sich rechtfertigen lässt. Bekanntlich gibt es mehrere Arten Jugendliche. Bei geistig unterentwickelten Arten (ich denke hierbei an intolerante und brutale Arten) lässt sich das Interesse beziehungsweise Nichtinteresse an Politik wohl kaum erklären, da dort die Entscheidungen in irgendwelchen konfusen Gehirnzellen (sofern sie existieren) hängenbleiben. Aber im Ernst, jede Art von Jugendlichen weist ein Interesse an Dingen auf, die für sie ideal erscheinen. Dazu gehört Politik nun eben meistens nicht.
In der Tat gibt es doch sehr viel wichtigere Dinge als Politik, obwohl auch diese von politischen Entscheidungen beeinflusst werden. Die Resultate aus Wissenschaft und Technik z.B. werden schlussendlich von Politikern ausgenutzt. Dass heisst aber nicht, dass sich nun ein intellektueller Jugendlicher unbedingt für Politik interessieren muss; es genügt, dass er über Politik Bescheid weiss. Schlimm wäre es, wenn sich ein Jugendlicher nur für Politik interessieren und sich nicht um andere Dinge kümmern würde.
Mich persönlich interessiert Politik auch überhaupt nicht; es genügt mir vollkommen, sie ohne Interesse zu verstehen und alle ihre Einflüsse auf meine eigenen Interessengebiete zu kennen. Ich finde, das ist doch eine bessere Einstellung, als sich nur für Politik zu interessieren und damit universelleren, weniger relativen Dingen den Rücken zu kehren.
Romy GLODT (LGE, 3e)
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