Die Krise in Afrika — Bankrott der Umwelt
Vorstellung der Arbeit von Earthscan
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In der Folge der Dürrekatastrophe in Afrika sind die wahren Zusammenhänge der periodisch wiederkehrenden Hungersnöte schnell in Vergessenheit geraten. Massenveranstaltungen wie Rockkonzerte, spektakuläre Aktionen von Hilfsorganisationen und tränenreiche Spendensammlungen der internationalen Hilfskonzerne haben den Blick für das hintergründige getrübt. Grund genug, die Arbeit von EARTHSCAN vorzustellen und eine weitgehendere Beschäftigung mit den ökologischen Ursachen und Folge der Dürre im Sahel zu beginnen.
Ein Jahr nach dem grossen Spendenrummel um die von der Dürrekatastrophe im Sahel betroffenen Afrikaner ist das Thema aus den Schlagzeilen der Weltpresse verdrängt worden. Die Rockkonzerte sind verstummt (zum Glück, möchte man sagen), Hilfskonzerne überschwemmen die Dürregebiete noch sporadisch mit überschüssigen Hilfsgütern aus den reichen Ländern und Berichte über bessere Ernten lassen die geplagten Spender aufatmen.
Es erinnert einen an die späten sechziger Jahre, als man bereits von Haus zu Haus mit Äthiopien-Aufklebern zog, ehe das Thema Hunger wieder in die bescheidenen Auflagen der Dritte-Welt-Zeitschriften abgedrängt wurde.
Dabei wäre es gerade wichtig, in der Öffentlichkeit ständig die Frage nach den tieferen Ursachen der scheinbar unabwendbaren Hungerkatastrophen zu
hinterfragen und zu diskutieren. Dass dies in der "offiziellen" Öffentlichkeit nicht geschieht, liegt natürlich daran, dass es nicht im Interesse der Machtzentren im Norden ist, über die Implikationen ihrer Politik auf den Süden zu reflektieren. Die Solidaritätsgruppen ihrerseits konzentrierten ihre Analysen vornehmlich auf den ungerechten Handel mit der Dritten Welt und die politischen Abhängigkeiten. Dieser Aspekt, wie wichtig er auch sein mag, ist so komplex, dass er von vorne herein nur ein beschränktes Publikum ansprechen kann.
Der ökologische Ansatz, der erst in den siebziger Jahren voll zum tragen gekommen ist, bietet die Möglichkeit, komplexe politische, wirtschaftliche und soziale Prozesse in einen globalen Kontext zu bringen und somit verständlicher zu machen. Dritte-Welt-Interessierte bedienen sich verstärkt der Ökologie, um die globale Vernetzung der Probleme und der Politiken in der Welt zu verdeutlichen. Auch die Ökologen überschreiten verstärkt den Horizont der saueren Bäume im Harz, um sich weitgehendere Fragen zum Lebensstil im Norden auf Kosten der Hungernden im Süden zu stellen.
Dies nun, um ein Institut vorzustellen, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Zusammenhänge zwischen Umwelt und Entwicklung zu studieren und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Internationale Institut für Umwelt und Entwicklung in London ist eine unabhängige Institution, die von verschiedenen Organismen und Regierungen subventioniert wird. Hier interessiert vornehmlich der Aspekt der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts, welche von EARTHSCAN geleistet wird.
EARTHSCAN ist eine Art Presseagentur, welche zum Thema "Ökologie und Dritte Welt" eine kontinuierliche Informationsarbeit verrichtet.
Diese Pressearbeit umfasst vor allem einen recht regen Artikeldienst, der an über 100 Zeitungen und Zeitschriften, sowie an andere Medien und Institutionen verschickt werden. Diese Artikel werden entweder von den bei Earthscan beschäftigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder aber oft von freien Journalisten, Wissenschaftlern und Stipendiaten von Earthscan geliefert. Dieser Service funktioniert wie eine Presseagentur, auf die die Zeitungen abonniert sind. Sie können gegen Honorar veröffentlicht werden. Nicht staatliche Organisationen erhalten den Service gratis.
Daneben werden von Mitarbeitern von Earthscan umfangreiche Dossiers zu Themen wie Verwüstung und Bewässerung, Bedrohung der tropischen Wälder, Verstädterung usw. erarbeitet, welche dann später als Buch erscheinen.
Im folgenden wollen wir drei Beispiele des mehrsprachigen Services von Earthscan vorstellen. Der erste Artikel ist eine Beschreibung der Bemühungen, die Folgen der Dürre auf den Kapverdischen Inseln Herr zu werden. Der zweite Beitrag soll zeigen, dass selbst Rekordernten in der Sahelzone noch lange kein Ende der Hungersnot für die Menschen in den betroffenen Gebieten bedeutet. Der letzte Artikel schliesslich ist eine deskriptive Darstellung der Wandlungen, welche der technische Fortschritt und seine Tücken für ein Dorf am Nil gebracht haben.
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