Centre de pastorale familiale

Treffpunkt für Alleinerziehende

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Insgesamt propagiert die Gesellschaft aus klaren und verständlichen Gründen eine Förderung der ‚vollständigen‘ Familie. Es ist ein erstrebenswertes Ziel, die Aufgabe der Erziehung der Kinder komplementär anzusehen, da sie am leichtesten von Mutter und Vater durchgeführt wird.

Die Wirklichkeit widerspricht jedoch dem Idealbild eines so heilen Familienlebens: Scheidungsziffern klettern, begonnene Elternschaften werden nicht zum Start ins gemeinsame Familienleben oder die junge Familie muß den unerwarteten Tod eines Elternteiles verkraften. Als Diözesanstelle für Familienpastoral erwuchs daraus für das Centre de Pastorale Familiale der Auftrag, der aktuellen Situation ins Auge zu sehen und ihr Rechnung zu tragen.

Daher findet seit Herbst 1982 regelmäßig der Treffpunkt für Alleinerziehende statt. Er versteht sich als Kontaktstelle für jeden Betroffenen. Häufig leben sie nämlich zumindest anfangs in der Isolation. Unverständlicherweise meidet manche ‚vollständige‘ Familie den Kontakt zu Alleinerziehenden. Berichte lassen erstaunen und erschrecken über Erfahrungen, die mit der Umwelt gemacht werden mußten. So ist es erleichternd und hilfreich, andere in ähnlicher Lebenssituation zu kennen.

Es entstanden Freundschaften, die zu gemeinsamen Unternehmungen führten wie Theater, Kino, Tanztees, Vorträge, Ausstellungen und private Besuche. Dadurch erlangten manche (wieder) mehr Selbstvertrauen und nahmen Gedankenanstöße auf, die zu lebendigem Austausch anregten. Diese quasi Nebeneffekte scheinen für die anliegende Aufgabe wichtig. Immerhin nahmen in

Treffpunkt für Alleinerziehende

der Zwischenzeit über 100 Personen das Angebot wahr. (Kleine Statistik: 63 Geschiedene, 29 Ledige, 19 Verwitwete; davon 19 Männer)

Außer dem gegenseitigen Kennenlernen dienen die Gruppengespräche dazu, die Auseinandersetzung eines jeden mit seiner Situation zu begleiten und fördernd zu unterstützen. Durch Verbalisierung der Probleme gelingt häufig der Wechsel des bisherigen Stand-Punktes. Dank einer veränderten Sichtweise ist der Betroffene in der Lage, sein Problem anders einzuschätzen. Nicht selten ist die Nähe zur Lösung der aufgeworfenen Frage die Folge.

Vertrauensfördernde Atmosphäre während der Treffen beschleunigt den Abbau bestehender Ängste, so daß sich meist recht rasch eine offene Gesprächsbereitschaft ergibt. Neben dem erwünschten Erfahrungsaustausch für die Lösung anstehender Probleme geht es eben häufig einfach darum, jemand zum Zuhören zu finden. Außerdem werden immer wieder Experten eingeladen, die zu unterschiedlichsten Fragen von Alleinerziehenden Stellung nehmen und Informationen erteilen.

Zum Abschluß soll darauf hingewiesen werden, daß das letzte Treffen vor der Sommerpause am 13.Juli, 20 Uhr, ist. Danach geht es am 14.September im bekannten Rhythmus weiter: immer am zweiten Mittwoch eines Monates. Die Versammlungen finden im übrigens umgezogenen Centre de Pastorale Familiale, 3, Place du Théâtre, Luxbg., statt. Natürlich kann jederzeit zwischendurch Kontakt aufgenommen werden. Tel.:36 93 50.

Rosi Rohmer-Strecker

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