Verwirklicht die Menschenrechte!
40 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
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Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Unter dem Eindruck des ungeheuren Ausmasses menschlichen Elends im II. Weltkrieg proklamierten die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen das Ideal einer Welt ohne Ungerechtigkeit, ohne Diskriminierung und ohne Grausamkeit. Erstmals wurden in einem internationalen Dokument von universaler Geltung Normen zur Bewahrung der Menschenwürde festgeschrieben und Grundsätze der individuellen Freiheit und Gleichheit aller Menschen anerkannt: Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person; Verbot der Sklaverei in jeglicher Form; Schutz vor willkürlicher Verhaftung; Verbot der Folter; Gleichheit vor dem Gesetz; Recht auf Asyl; Freizügigkeit und Auswanderungsfreiheit; Schutz der Familie; Gewissens- und Religionsfreiheit; Meinungs- und Informationsfreiheit; Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit; allgemeines Wahlrecht; soziale Sicherheit; Recht auf Arbeit und gleichen Lohn; Freiheit des Kulturlebens.
"Jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft", so heisst es in der Präambel zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, sollen "sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen…, die Achtung dieser Rechte und Freiheiten zu fordern und.. ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Verwirklichung … zu gewährleisten."
40 Jahre danach besteht zwischen den Idealen der Erklärung und der Wirklichkeit eine Kluft, die in vielen Teilen der Welt noch grösser zu werden droht. Willkürliche Inhaftierung und Verweigerung fairer Gerichtsverfahren sind an der Tage-
sordnung. In den 80er Jahren wurden in mindestens 60 Ländern Häftlinge gefoltert. Ueber 120 Staaten wenden noch immer die Todesstrafe an.
Amnesty International hat deshalb beschlossen, anlässlich des 40. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte weltweit und öffentlich alle Regierungen aufzufordern, vorbehaltlos die in der Erklärung niedergelegten Prinzipien zu respektieren und sich voll und ganz für ihre Verwirklichung einzusetzen. Amnesty International wird in diesem Jahr weltweit den Text der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbreiten und Unterschriften unter einen Appell sammeln, um den Bürgern aller Staaten ihre unantastbaren Grundrechte und den Regierungen ihre Pflicht zur Einhaltung dieser Rechte zu verdeutlichen. Sie fordert alle Regierungen auf, internationalen und regionalen Menschenrechtsabkommen beizutreten, in denen die Prinzipien der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte konkretisiert sind und die für diejenigen Staaten, welche sie annehmen, bindende Pflichten begründen. Denn auch die Tatsache, dass weder der internationale Pakt über bürgerliche und politische noch der über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, weder die Konvention der Vereinten Nationen gegen Folter noch das Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und das Protokoll von 1967 weltweit Norm geworden sind, zeigt die Kluft zwischen proklamiertem Recht und der Wirklichkeit.
Der Beitritt aller Staaten zu diesen Pakten und Konventionen ist ein wichtiger Schritt zur Durchsetzung der Menschenrechte. Diese Verträge sind Grundlage für die Arbeit von Menschenrechtsaktivisten in vielen Ländern.
Menschenrechtler brauchen unsere Unterstützung
Häufig werden gerade diejenigen am härtesten
verfolgt, die unter Berufung auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, auf internationale und regionale Menschenrechtsabkommen ihre und die Rechte ihrer Mitbürger einfordern. Sie haben ihre Verantwortung im mühseligen Kampf um die weltweite Durchsetzung der Menschenrechte angenommen. In vielen Staaten zahlen sie für ihr Engagement einen hohen Preis. Sie werden willkürlich verhaftet, gefoltert, unter unmenschlichen und entwürdigenden Bedingungen in Haft gehalten; viele "verschwanden" oder fielen extralegalen Hinrichtungem zum Opfer.
Herbert Anaya beispielsweise, Vorsitzender der regierungsabhängigen Menschenrechtskommission El Salvadors, wurde im Oktober 1987 von zwei bewaffneten Männern, vermutlich Angehörigen einer von den regulären Sicherheitskräften kontrollierten "Todesschwadron", ermordet. Er war 33 Jahre alt. Ein anderer Fall ist der von Jiri Wolf. Er wurde im Dezember 1983 wegen "Subversion" zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er als Mitglied der verbotenen Menschenrechtsorganisation "Charta 77" angeblich die Oesterreichische Botschaft in Prag mit Material über die Haftbedingungen in der Tschechoslowakei versorgt hatte. Ihre Namen stehen stellvertretend für Tausende von Menschen auf dem gesamten Erdball, die, weil sie ihre Regierung zur Einhaltung der Menschenrechte gemahnt haben, Opfer von Verfolgung wurden. Sie brauchen dringend unsere Unterstützung.
Handeln Sie!
Unterschreiben Sie den von Amnesty International weltweit verbreiteten Aufruf zur Verwirklichung der Menschenrechte. Ziel dieser Aktion ist es, eine Überwältigende Anzahl von Unterschriften von Bürgern möglichst vieler Staaten zu sammeln. Anlässlich des 40. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte wird Amnesty International diesen Aufruf allen
40 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte Verwirklicht die Menschenrechte!
Alle Menschen sind frei geboren und gleich an Würde und Rechten.
Dies ist die Kernaussage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen vor 40 Jahren verkündet wurde.
Mit unserer Unterschrift bekräftigen wir diese historische Erklärung und fordern die Regierungen der Welt auf, sie vorbehaltlos zu respektieren.
In vielen Staaten werden Menschen allein deshalb verfolgt, weil sie für die Verteidigung der Menschenrechte eintreten. Tausende sind inhaftiert und gefoltert worden, weil sie ihre Rechte eingefordert und in Anspruch genommen haben. Viele sind "verschwunden", wurden hingerichtet oder fielen staatlichen Morden zum Opfer.
Um dem ein Ende zu bereiten, fordern wir alle Regierungen auf, die internationalen Menschenrechtsabkommen zu ratifizieren, ihre nationalen Gesetze und ihre Rechtspraxis mit diesen in Einklang zu bringen und sich für den Schutz der Menschenrechte in aller Welt einzusetzen.
Staatsoberhäupten zukommen lassen und ihn mit den Unterschriften den Vereinten Nationen vorlegen. Amnesty International möchte damit dokumentieren, dass überall auf der Welt Menschen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte respektiert wissen wollen und dass die öffentliche Meinung auf der Seite der Menschenrechte steht. Mit ihrer Unterschrift geben Sie auch all denen Rückhalt und Unterstützung, die in ihren Ländern
unter schwierigsten Bedingungen grundlegende Menschenrechte durchzusetzen suchen.
Setzen Sie sich in Briefen an die zuständigen Behörden persönlich für verfolgte Menschenrechte ein. Zeigen Sie, dass Ihnen das Schicksal derjenigen, die in vorderster Front für die Menschenrechte kämpfen und deshalb verfolgt werden, nicht gleichgültig ist.
Am Fuß des Kreuzes
Am 11. September jährte sich zum 15. Mal der Militärputsch des Generals A. Pinochet im Chile. Obschon er Ende August den Ausnahmezustand aufhob, kann am Fortbestehen seiner Diktatur kein Zweifel bestehen. Er ist der einzige Kandidat beim Plebiszit im Oktober, das seine Herrschaft bis 1997 verlängern soll.
Das folgende Gebet stammt von Pancho LEBU, alias Hector ARELLANO, einem in Luxemburg
lebenden Exilchilenen. 1927 in Valparaiso geboren, seit 1945 Journalist, vom 1973 Direktor von zwei Radiosendern, wurde er nach dem Militärputsch, zusammen mit seinem Sohn, verhaftet. 1974 gelang ihm mit seiner Familie die Flucht nach Argentinien. 1977 kam er als politischer Flüchtling nach Luxemburg, wo er 1983 die Luxemburger Staatsangehörigkeit annahm. Sein Künstlername ist der Name der "academia de guerra" von Valparaiso.
Oración por chile
AL PIE DEL MADERO
Escúchame ¡Oh Señor!
gran Jesús del Santo Cielo
quiero conversar contigo
al pié del Santo Madero.
¿ Si soy cristiano ?
¡No lo creo!
Más bien yo soy un ateo,
no creo en ti
ni creo en Diós,
ya lo ves,
yo, soy sincero.
He venido ¡Oh Jesús!
a molestar tu silencio
porque sé que tú sufriste
predicando un evangelio,
protegiste a los pobres,
les señalaste el cielo
sin embargo te clavaron
en el ayer vil madero.
Im Namen all derer die zum Schweigen gebracht wurden, appellieren wir an die Regierungen der Welt und an die Vereinten Nationen, diejenigen zu schützen, die in ihren Ländern ihre Stimme für die Verteidigung der Menschenrechte erhoben haben.
| Name | Adresse | Beruf | Unterschrift |
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Bitte schicken Sie die unterschriebene Petition vor dem 31. Oktober 1988 zurück an:
AMNESTY INTERNATIONAL
Boîte Postale 1914
1019 Luxembourg
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