Apartheid stop: Sanktionen gegen Südafrika

Was Apartheid bedeutet

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  • Südafrika ist das einzige Land in der Welt, in dem Rassismus in der Verfassung festgeschrieben ist.
  • Die 4,9 Millionen Weissen halten alle Macht in ihren Händen, die 26 Millionen Schwarzen besitzen kein nationales Wahlrecht. Die 4 Millionen Mischlinge und Asiaten durften getrennte Minderheitspartalmente mit sehr geringem Mitwirkungsrecht wählen, haben aber aus Protest gegen die Machtlosigkeit dieser Vertretungen die Wahlen zum allergrössten Teil boykottiert.
  • Nur die Weissen bilden die Regierung, haben die Wirtschaft in der Hand, bestimmen über Bildung, Gesundheitswesen, Militär, Polizei und Justiz.
  • 14 Prozent der Bevölkerung, die Weissen, besitzen 87 Prozent des Landes. Den 75 Prozent Schwarzen wurden nur 13 Prozent – die ärmsten und unfruchtbarsten Gebiete – als Heimatreservate ("Homelands") zugewiesen.
  • Bislang wurden 9 Millionen Schwarze aus Weiss-Südafrika zwangsausgebürgert. Sie verloren über Nacht ihre südafrikanische Staatsangehörigkeit, wurden zu Bewohnern der "Homelands" erklärt und sind jetzt Ausländer in ihrem eigenen Land.
  • Über 4 Millionen Schwarze wurden als "Überflüssige" und "Nicht-Produktive" (Arbeitslose, Frauen, Kinder, Alte und andere sozial Schwache) in die Homelands zwangsumgesiedelt.
  • Im "weissen" Südafrika müssen die schwarzen Arbeitskräfte in Ghettos, den sogenannten townships, auf engstem Raum zusammenleben. In die weissen Städte dürfen sie nur arbeiten gehen.
  • Mindestens 30 Prozent der arbeitsfähigen Schwarzen sind arbeitslos; in verschiedenen Homelands sogar um 50 Prozent.
  • 1977 lag das Pro-Kopf-Einkommen der schwarzen Südafrikaner unter dem afrikanischen Durchschnitt. Auch 1987 liegt das Pro-Kopf-Einkommen der Schwarzen in den Homelands im unteren Drittel aller afrikanischen Staaten.
  • Die Säuglingssterblichkeit in den Homelands ist die höchste in Afrika (282/1000). Alle 20 Minuten stirbt in Südafrika ein schwarzes Kind an Unterernährung vor Vollendung des ersten Lebensjahres. 55 Prozent der Schwarzen in den ländlichen Gebieten sterben zwischen dem ersten und dem vierten Lebensjahr.
  • Über 30 Prozent aller schwarzen Kinder sind unterernährt; in den Homelands sind es über 75 Prozent.
  • Für die Schulbildung jedes weissen Kindes gibt die Regierung zehnmal mehr aus als für die eines schwarzen Kindes. In den weissen Schulen – sie gehören zu den besten der Welt – unterrichtet ein Lehrer durchschnittlich 18 weisse Jugendliche. In den schwarzen Schulen, wo der Unterricht schlecht ist, ist das Verhältnis für schwarze Kinder 48:1.
  • 44400 Schwarzen steht im Durchschnitt ein Arzt zur Verfügung. Die Weissen verfügen über einen Arzt pro 400 Leute.
  • Gegen den Widerstand der schwarzen Bevölkerung kann die weisse Minderheit ihre Macht und ihre Privilegien nur noch mit Polizei, Militär, Ausnahmezustand, Zensur, willkürliche Verhaftungen, Folter und Mord aufrechterhalten. Auch Kinder und Jugendliche werden ins Gefängnis gesteckt, gefoltert, erschossen. Hunderte wurden umgebracht, tausende inhaftiert, zahllose verletzt oder mit "sjamboks" ausgepeitscht.
  • Aber Apartheid tötet auch in Nachbarländern, z.B. in Mosambik. So unterstützt Südafrika in Mosambik die Renamo-Rebellen, die sich "nationale Widerstandskämpfer" nennen, aber über keinen Rückhalt in der Bevölkerung verfügen. Nach einer Studie des US State-Departments richtet die Renamo "systematisch und koordiniert Gewalt gegen Zivilisten an; inclusiv Erschiessen, Exekution mit Messern, Äxten und Beilen, Verbrennen bei lebendigem Leib, Erschlagen, Ersticken, Verhungernlassen und Ertränken". Die Renamo betreibt an "unschuldigen mosambikanischen Zivilisten einen der brutalsten Holocausts seit dem II. Weltkrieg". Seit 1979 unterstützt der südafrikanische Geheimdienst die Renamo, trainiert, bewaffnet und finanziert sie.

Apartheid bedeutet also Rassismus, Zwangsausbürgerung, Landraub, Unterdrückung, Ausbeutung, Elend, Hunger und oft auch Tod für die schwarzen Südafrikaner; Terrorismus und Holocaust für das Nachbarland Mosambik.

Weihbischof Leo Schwarz aus Trier: "Wenn ich eine Homelandsituation sehe, dann habe ich noch nirgendwo so stark diese Gegensätze erlebt: auf der einen Seite der Superluxus, die Superentwicklung, auf der anderen Seite das kleine geknechtete Leben der einzelnen Menschen, das man dann einfach nicht mehr ertragen kann. Und wenn sich das dann so zusammenballt…, ich glaube es gibt keinen Punkt der Erde, wo Ungerechtigkeit so krass zum Ausdruck kommt, wie das in Südafrika der Fall ist."

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