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Früher als die Mauer noch stand und als KGB oder Stasi noch das Sagen hatten, gab es die "Unperson". Die augenblicklich gegen die DDR-Mauerschützen laufenden Prozesse zeigen den Mechanismus nocheinmal ganz deutlich. Auf der Republikflucht Erschossene wurden aus offiziellen Registern getilgt, es war als ob sie nie existiert hätten. Im Osten ist die Praxis der "Unperson" vorbei, doch so nicht in Luxemburg. Schon vor etlichen Jahren hat das Luxemburger Wort "forum" zur Unperson erklärt. In der Bistumzeitung, die eine Quasi-Monopolstellung in der luxemburgischen Medienlandschaft hat, darf unsere Zeitschrift nicht erwähnt werden. Dies nimmt teilweise skurrile Formen an. So z.B. als wir zusammen mit einer Reihe Umweltorganisationen und etlichen Gemeinden gegen Cattenom protestierten und prozessierten, fehlte in den im LW veröffentlichten Stellungnahmen regelmäßig in der kleingedruckten Liste der Unterzeichner unser Name. Ähnlich kleinkarriert verhielten sich die "Wort"-Gewaltigen erneut bei der zur Oeko-Foire erscheinenden Werbebeilage.

Zur Oeko-Foire erscheint im "Luxemburger Wort" eine den Ausstellern vorbehaltene Werbebeilage, eine sogenannte Publi-Reportage. "forum" hat das Angebot einer Teilnahme an dieser sogenannten Publi-Reportage, das ihm von den Organisatoren der Umweltmesse gemacht wurde, wahrgenommen,

men, um endlich das breite "Wort"-Publikum per bezahlter Anzeige (80 mm auf 2 Spalten) auf seine Existenz hinzuweisen.

Alle Anzeigen scheinen im LW eine interne Zensur zu durchlaufen, denn als erstes kam die Meldung, daß ein anstößiger Satz nicht publiziert werden könne. Es handelt sich um ein Zitat von Georges Hausemer, der in der "revue" geschrieben hatte: "Nicht wenige Leser … greifen zu ‚forum‘ aus einem Informationsbedürfnis, das die einschlägigen Luxemburger Presseorgane nicht zu stillen vermögen."

Der betreffende Zensor teilte dies mit und fügte hinzu, er werde die Angelegenheit nach "oben" weitermelden. Als "forum" sich bereit erklärte diesen Satz durch einen anderen zu ersetzen, hatten die oben reagiert und nun hieß es, eine Anzeige für "forum" käme unter gar keinen Umständen in die Tüte, will sagen ins "Wort". Als einzige Begründung wurde uns nach telefonischer Nachfrage mitgeteilt, daß man keine Werbung für eine Zeitschrift machen wolle, die dauernd das "Wort" kritisiere.

Armer Riese LW, weshalb hast du solche Angst vor dem Winzling "forum"?

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