Folgenschwere Zweideutigkeiten
150 Jahre Kommunistisches Manifest
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150 Jahre
Kommunistisches Manifest
Folgenschwere
Zweideutigkeiten
Karl Marx
Es ist wohl unmöglich, in der politischen Praxis
keine Fehler zu machen; sie können sogar
fruchtbar werden, wenn man an ihnen zu lernen
bereit ist. Aber es gibt Fehler, die man nicht
mehr begehen darf, weil sie schon begangen
wurden und die Folgen bekannt sind. Wichtig
ist aber zu wissen, warum sie begangen wurden.
«Le cours des choses ne dit rien qu’à ceux
qui savent le lire, et les principes d’une philo-
sophie de l’histoire sont lettre morte tant
qu’on ne les recrée pas au contact du pré-
sent.» Merleau-Ponty 2
Das «Manifest» steht in seinem historischen
Kontext, und wir lesen ihn aus dem eigenen
historischen Kontext – und auch der wird sich
verändern. Das «Manifest» ist ein historisches
Produkt – und die jeweilige Lektüre nicht min-
der. Im Unterschied zu seinen beiden Autoren
haben wir keineswegs mehr die Gewissheit
über unseren historischen Ort auf einem Weg,
der überschaubar vor uns läge. Wir haben aller-
dings hinter uns einen Weg, den sie nicht vor-
aussehen konnten.
Wenn man auch Marx nicht in die Schuhe
schieben kann, was später dann «daraus»
wurde, so kann und darf man doch die histori-
schen Erfahrungen nicht aus dem Blickfeld ver-
bannen und kommt also bei der heutigen Lek-
türe nicht umhin zu fragen, inwiefern
bestimmte Auffassungen und Formulierungen
bei Marx die späteren Entwicklungen ermög-
lichten oder erleichterten. Nur so werden die
Irrtümer fruchtbar.
Hat die reale Entwicklung das «Manifest»
bestätigt oder widerlegt? Es enthält erstaunlich
hellsichtige Voraussagen, aber ebenso frappante
Fehlprognosen. Überhaupt ist fraglich, ob eine
Theorie durch die geschichtliche Entwicklung in
einem einfachen Sinn bestätigt oder widerlegt
werden kann. Eine frühere Theorie kann in
neuere Theorien integriert, sie kann «rekonstru-
iert», mit neuem «Sinn» versehen werden auch
über die einzelnen Thesen hinaus. Die Fragestel-
lungen einer Theorie können sich als fruchtbarer
erweisen als die affirmativen Thesen. Die Dicho-
tomie wahr oder falsch ist oberflächlich.
Wenn es Irrtümer in den grundsätzlichen For-
mulierungen der Marxschen Theorie gebe, hat
Maurice Merleau-Ponty gemeint, dann nicht im
Sinne der einfachen Negation der Wahrheit –
sondern als verfehlte Wahrheit («vérité man-
quée»), denn: «L’histoire de la pensée ne pro-
nonce pas sommairement: ceci est vrai, cela est
faux. Comme toute histoire, elle a des décisions
sourdes; elle désarmorce ou embaume certai-
nes doctrines, les transforme en ‚messages‘ ou
en pièces de musée. Il y en a d’autres qu’au
contraire elle maintient en activité (…) parce
qu’elles restent parlantes au-delà des énoncés,
des propositions, intermédiaires obligés si l’on
veut aller plus loin.» 3
Der heutige Zustand der Welt verbietet mir eine
akademische, nicht-engagierte Lektüre des
«Manifests», der «historische Kommunismus»
des 20. Jahrhunderts aber ebenso eine unkriti-
sche Paraphrasierung. Mit ein paar kritischen,
fragmentarischen und vorläufigen Überlegun-
gen zu einigen Schlüsselsätzen des Manifests
und dem, was daraus wurde, will ich mich also
bescheiden.
Mühsal der
Besten:
‚Woran arbeiten
Sie?‘ wurde
Herr K. gefragt.
Herr K.
antwortete:
‚Ich habe viel
Mühe, ich bereite
meinen nächsten
Irrtum vor.‘ 1
«Ein Gespenst geht um in Europa…» (27)
Als die beiden jungen zornigen Männer (aus gutem Haus) im Jahr 1847 von einem geheimen «Bund der Kommunisten» in London beauftragt werden, ein «Parteiprogramm» zu schreiben, haben sie bereits entscheidende Erfahrungen hinter sich. Marx vor allem mit der deutschen Philosophie, für deren Verwirklichung er nach einem gesellschaftlichen Subjekt sucht; Engels vor allem mit den realen sozialen und ökonomischen Verhältnissen der industriellen Revolution und dem Elend des Industrieproletariats in England. Beide mit mit der konfliktuellen Beteiligung der industriellen Arbeiterschaft an den bürgerlichen Revolutionsbewegungen des 19. Jahrhunderts.
Das «Gespenst» des Kommunismus haben sie nicht erfunden. Es war nicht nur eine alte Utopie der Menschheit, es war auch schon das Selbsverständnis einer Strömung der erwachenden Arbeiterbewegung: «Derjenige Teil der Arbeiterklasse, der sich von der Unzulänglichkeit bloßer politischer Umwälzungen überzeugt hatte und die Notwendigkeit einer totalen Umgestaltung der Gesellschaft forderte, dieser Teil nannte sich damals kommunistisch. Es war eine noch rohe, unbehauene, rein instinktive Art Kommunismus…» (Friedrich Engels, Vorwort von 1888), aber bereits «von allen europäischen Mächten als eine Macht anerkannt.» (27) 4
An die beiden gebildeten jungen Männer aus Deutschland erging also der Auftrag (so sie ihn sich nicht selbst erteilten), diesem «rohen, unbehauenen» Kommunismus, eine deutliche Gestalt zu geben und «den Märchen vom Gespenst des Kommunismus ein Manifest der Partei selbst entgegenzustellen.» (27)
«Die Bourgeoisie hat in der Geschichte eine höchst revolutionäre Rolle gespielt.» (31)
In einer beeindruckenden Dramaturgie erzählt das «Manifest» die geschichtliche Entwicklung als einen immerwährenden Konflikt, mit mehr oder weniger immer denselben Akteuren: «Unterdrücker und Unterdrückte» (28), der immer einfacher und druckschaubarer wird, bis zu seinem gegenwärtigen Höhepunkt: «Die ganze Gesellschaft spaltet sich in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat» (29) – und diesem Höhepunkt des dramatischen Antagonismus kann nur mehr die endgültige Auflösung aller Gegensätze folgen,
weil die letzte Klasse der Unterdrückten, das Proletariat (das endlich wirklich gewordene Subjekt der deutschen Philosophie) nicht anders kann, als jeden Antagonismus aufzuheben.
Der erste Teil des «Manifests» ist eine Hymne auf die «revolutionäre Rolle» der Bourgeoisie, wie sie sich selbst ein liberaler Denker kaum zugetraut hätte. Zu einem Zeitpunkt, da die industrielle Revolution ihren Anfang nimmt und das «Proletariat» erst zaghaft in Erscheinung tritt, zeugt das «Manifest» von einer erstaunlichen Fähigkeit, die künftigen Entwicklungen vorauszusehen. Und die Passagen über die weltweite zivilisatorische UND destruktive Ausbreitung des Kapitals wirkt in den heutigen Zeiten der Globalisierung erstaunlich aktuell.
«Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.» (43)
Dem Lobgesang auf die Bourgeoisie, auf ihre vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Leistungen folgt aber sofort die sichere Prognose ihres Untergangs. Sie stolpert von Krisen zu Krisen und überwindet sie nur, indem «sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.» (36) Wie ein «Hexenmeister, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag, die er heraufbeschwor» (35), so produziert sie notwendigerweise das Industrieproletariat und damit «ihre eignen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.» (43)
Die Geschichte folgt nämlich immer demselben Muster: die unterdrückte Klasse stürzt die unterdrückende, schafft sich aber immer eine neue unterdrückte Klasse, die dann ihrerseits usw. Nur der allerletzte der Klassenkonflikte geht anders aus, weil die Unterdrückten (die Lohnarbeiter) gar nicht zu neuen Unterdrückern werden können. Sie können also gar nicht anders als eine klassenlose Gesellschaft verwirklichen. Die Hegelsche letzte Aufhebung im absoluten Geist wird vom Himmel auf die Erde geholt: das Proletariat als Subjekt der materiellen Geschichte schafft die reale Versöhnung der Menschen als Gattung mit sich selbst und mit der Natur.
Man kann es sich leicht machen: auf die verfehlte Prognose pochen und die dialektische Theatralik lächerlich machen. Aber ausgerechnet der hyperbolische Optimismus, die freskenhafte Dramaturgie und das philosophische Pathos haben zur gewaltigen Wirkung des Manifestes beigetragen, die, so das Paradox, die
Der erste Teil des «Manifests» ist eine Hymne auf die «revolutionäre Rolle» der Bourgeoisie, wie sie sich selbst ein liberaler Denker kaum zugetraut hätte.
Prognosen selbst schließlich Lügen gestraft hat.
Marx und Engels sind nicht die einzigen, die den Untergang der bürgerlichen Gesellschaft in Erwägung zogen. In seiner Wirtschafts- und Sozialgeschichte der letzten zwei Jahrhunderte hat zum Beispiel viel später (1944!) Karl Polanyi (der sich keineswegs als «Marxist» verstand) dargelegt, dass der liberale Kapitalismus des 19. Jahrhunderts sich selbst und die Gesellschaft überhaupt zerstört hätte, wenn nicht… 5
Wenn nicht eine mächtige «Gegenbewegung» aufgekommen wäre, die diesem Kapitalismus in wichtigen Bereichen eine andere Logik als die rein «bürgerliche» des freien Marktes aufgezwungen hätte.
«The Great Transformation»
(Karl Polanyi)
Zu dieser «Gegenbewegung» hat (u.a.) das Manifest entscheidend beigetragen.
Die Debatte über reformistische oder revolutionäre Wege im 19. Jahrhundert (die m.E. auch nur aus dem sozialen und philosophischen Kontext dieses Jahrhunderts oder ähnlicher Kontexte zu verstehen ist) von heute aus entscheiden zu wollen, macht wenig Sinn. Sie haben sich wohl gegenseitig gestützt (auch ohne es zu wissen): die revolutionäre Komponente hat die autonome Organisation der Arbeiterbewegung außerordentlich gefördert, ohne die sie nie die Kraft gehabt hätte, entscheidende Reformen durchzusetzen; sie hat auch mit ihrer Radikalität verhindert, dass die Reformbewegungen sich in unwesentlichem Flickwerk und bürgerlichem Paternalismus verloren hätten. Die reformistische Komponente hat dazu beigetragen, dass die dringendsten Bedürfnisse der Arbeiter und der Gesellschaft überhaupt nicht in abstraktem verbalem Radikalismus oder abgehobenen Idealismus untergegangen sind.
Diese «Gegenbewegung» hat den Charakter der bürgerlichen Gesellschaft wesentlich verändert – ohne allerdings DEN Kapitalismus zu überwinden. (DER Kapitalismus ist ja auch keine platonische Idee, wie manche auf der Linken zu vermeinen scheinen!). Und zwar soweit zu verändern, dass die Prognosen von Marx und Engels nicht mehr eintreten konnten.
Fast könnte man von einem performativen Erfolg des «Manifests» sprechen, der sich aus den affirmativen Fehlleistungen gerade ergeben hätte! (Das Gegenteil der self-fulfilling prophecy: die sich-selbst-entkräftende Prophezeiung.)
Der Sozialstaat ergab sich aus der antagonisti-
schen Gesellschaft, die Marx und Engels geschildert haben, und aus den Kämpfen eines autonom organisierten, mehr oder weniger revolutionären Proletariats – er schwächte aber eben diesen Antagonismus ab und verhinderte (wenn man so sagen kann) dessen revolutionäre Auflösung. «L’Etat social, à la fois, suppose l’antagonisme des classes et le contourne.» 6 Karl Polanyi fasst es so zusammen: «Die Zivilisation des 19. Jahrhunderts (…) zerfiel als Folge [der] Maß-
nahmen, die die Gesellschaft traf, um nicht ihrerseits durch die Auswirkungen des selbstregulierenden Marktes vernichtet zu werden.» 7
Weder die eigene performative Wirkung noch die Anpassungsfähigkeit der bürgerlichen Gesellschaft konnten (oder wollten) die Autoren des Manifests wohl voraussehen. Dort aber, wo das Manifest in einem affirmativen Sinn Wirklichkeit hätte werden sollen, wurde das Gespenst des Kommunismus zum Alptraum.
«Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, die den jetzigen Zustand aufhebt.»
(Deutsche Ideologie)
Sowohl in der Deutschen Ideologie wie im Manifest betonen Marx und Engels, die Kommunisten «seien keine besondere Partei gegenüber den anderen Arbeiterparteien. Sie haben keine von den Interessen des ganzen Proletariats getrennten Interessen.» (44) Der Kommunismus sei «nicht (…) ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten habe» (Deutsche Ideologie), die «theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt worden sind. Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unseren Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung.» (44-45)
Diese Haltung (die Marx später z.T. korrigiert hat) ist äußerst zweideutig – wie es sich später auf tragische Weise zeigen sollte. Als Ablehnung eines idealistischen Utopismus, als Anspruch, gesellschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen zum Gegenstand rationaler,
Friedrich Engels
Die «Gegenbewegung» hat den Charakter der bürgerlichen Gesellschaft wesentlich verändert – ohne allerdings DEN Kapitalismus zu überwinden.
Und da die
Ideen immer
nur der Überbau
der sozio-
ökonomischen
Basis sind,
können
abweichende
Gedanken
immer nur die
des Klassen-
gegners sein.
wissenschaftlicher Untersuchungen zu machen,
als Weigerung, Lehrer und Priester der wirkli-
chen Arbeiterschaft zu sein, so war sie wohl
gedacht – und sie hätte eigentlich die spätere
Umwandlung der «kommunistischen Partei» in
die quasi militärisch organisierte «Avantgarde
des Proletariats» mit einer festen Doktrin usw.
verbieten müssen. Denn: «Obgleich es einmal
bei Engels so anklingt, ist das Marxsche Praxis-
denken nicht ‚Anleitung zum Handeln‘, hat es
keine pragmatische Funktion, sondern ist im
Mitvollzug der Praxis ein ‚Begreifen der Pra-
xis‘, ein strikt kognitiv gerichteter Akt (…) von
einer sehr speziellen ‚mäeutischen‘ Natur.»⁸
Andererseits aber wird damit die Distanz zwi-
schen Theorie und Realität, zwischen Objekti-
vität und Subjektivität aufgehoben: die Kom-
munisten vertreten keinen Standpunkt, der sich
der Diskussion stellen müsste, sondern sie sind
nur der Ausdruck der wirklichen Bewegung.
Später wurden aus der «kommunistischen Par-
tei» des Manifests die realen Kommunistischen
Parteien, «die Theorie wurde zur Doktrin, die
Erwartung zur verpflichtenden Aufgabe, das
allgemeine Resultat zum ‚Endziel‘, die Aufhe-
bung der Lohnarbeit zur Verstaatlichung der
Produktionsmittel, die Arbeiterpartei zur
‚Armee‘, ihre Führung zum ‚Generalstab‘ – in
fataler Gegenbildlichkeit zum militärisch-impe-
rialen Zug der Zeit» und damit kam es im Ver-
gleich zum Marxschen Denken zu einer «voll-
ständige[n] ‚Umwertung der Werte’»⁹. In die-
ser Umwertung aber entfaltet die Vermischung
von Theorie und Realität eine schreckliche
Logik.
Wenn nun diese «Partei» nichts anderes ist als
der Ausdruck der wirklichen Bewegung, dann
kann sie nur im Recht sein (im doppelten
Sinne!) und alle Kritiker und alle Gegner kön-
nen nur Unrecht haben. Sie IST die Wirklich-
keit und die Wahrheit. Es gibt es keine Instanz
außer ihr selbst, die sie in «Unrecht setzen
könnte», nicht einmal das «Proletariat» selbst,
denn die Partei ist dessen reiner Ausdruck.
«Elle [la dialectique matérialiste] pose que si
la vérité est quelque part, c’est dans la vie
intérieure du Parti que le prolétariat s’est
donné.»⁹ J.-P.- Sartre schreibt noch 1952, die
Partei könne sich nicht irren und nicht an der
Arbeiterklasse vorbei handeln, denn «[de la
classe] on dira d’un mot que le Parti est sa
liberté.»¹⁰ Und da die Ideen immer nur der
Überbau der sozio-ökonomischen Basis sind,
können die abweichenden Gedanken immer nur
die des Klassengegners sein.
Das «Manifest» sieht nicht vor, dass die «kom-
munistische Partei» selbst von den ursprüngli-
chen Zielen und von der Realität der sozialen
Bewegung abweichen und wer das von wel-
chem Ort aus beurteilen könnte. So kommt in
die kommunistische Bewegung ein Dogmatis-
mus und ein absoluter Wahrheitsanspruch mit
verheerenden Folgen nicht nur im realen stalin-
stischen Terror, sondern auch in den dramati-
schen Zerreißproben oder dem unsäglichen
Denkverbot (oft der selbst auferlegten Schwei-
gepflicht) im sozialen und politischen Denken
der Linken des 20. Jahrhunderts.
«… eine Assoziation, worin die
freie Entwicklung eines jeden die
Bedingung für die freie
Entwicklung aller ist.» (54)
Die Erwartungen des Manifests haben sich
nicht erfüllt. Über die Frage, wie die «Assozia-
tion» auszusehen hätte, darüber hat Marx nur
sehr wenig sagen können, weil sein «Praxisden-
ken» ihm die Wahrsagerei in diesem Punkt ver-
bot. Wir wissen inzwischen, welche Formen
ökonomischer Verwaltung und politischer Herr-
schaft NICHT geeignet sind, einem solchen
Ziel näherzukommen. In welchen Formen poli-
tischer Auseinandersetzung und mit welchen
Mechanismen ökonomischer Gestaltung dies
möglich sein kann, darüber müssen wir uns
noch weiterhin den Kopf zerbrechen. Einen
dogmatischen Wahrheitsanspruch kann es dabei
nicht mehr geben, in welcher verbrämten
Gestalt auch immer.
André Hoffmann
(1) Bertolt Brecht, Geschichten vom Herrn Keune
(2) Maurice Merleau-Ponty, Les aventures de la
dialectique, 1955, p.46
(3) Id., Signes, 1960, p. 16
(4) Seitenangaben zum «Manifest» nach Reclam Ver-
lag Leipzig 1965
(5) Karl Polanyi, The Great Transformation, 1944,
deutsch unter diesem Titel bei Suhrkamp, 1978
(6) Robert Castel, Les métamorphoses de la question
sociale, 1995, p. 269
(7) Karl Polanyi, o.c., S. 329
(8) Helmut Fleischer, Lebendiges und Totes im Den-
ken von Karl Marx, Das Argument Nr 194, 1992
(9) Merleau-Ponty, Les aventures de la dialectique,
o.c., p. 125
(10) Zitiert in: Juliette Simont, Jean-Paul Sartre, Un
demi-siècle de liberté, Paris, Bruxelles 1998, p. 151.
(Merleau-Ponty bezeichnet Sartres Haltung in den
Aventures de la dialectique als «Ultra-
bolchévisme»!)
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