Die Ursachen der BSE-Krise…
Große Öberraschung auf allen Seiten!
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Die Ursachen der BSE-Krise…
Große Überraschung auf allen Seiten!
Endlich wird es öffentlich von Politikern zugegeben: die eigentliche BSE-Ursache liegt in der industrialisierten Landwirtschaft, in wirtschaftlichen Interessen, die über die Verbraucherinteressen dominieren, und in der mangelnden Bereitschaft, den Preis für gute Lebensmittel zu bezahlen.
Andrea Fischer, die grüne Bundesgesundheitsministerin tritt zurück. Die Dame wird für die Bauern geopfert. Doch Schachmatt ist das System allemal: Die BSE-Krise zeigt wie kurzsichtiges und auf schnellen Profit orientiertes Denken einen ganzen Wirtschaftszweig in die Knie zwingen kann. Unser Produktionsmodell muss radikal in Frage gestellt werden; vorläufig nur im Ernährungsbereich.
Aber warum hat man auf die BSE-Krise gewartet? Warum hat es überhaupt so lange gedauert bis ein Vertreter der öffentlichen Institutionen ausgesprochen hat, was jeder aufmerksame ernährungsbewusste Bürger schon seit mindestens einem Jahrzehnt weiß?
Zum Kurswechsel, den der deutsche Bundeskanzler Schröder mit seinem neu eingerichteten Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung
und Landwirtschaft einschlagen will, schreibt das Lëtzebuerger Journal: „Schröder sagt der Agrarlobby den Kampf an“. Von nun an würde die Landwirtschaft „ausschließlich“ an Verbraucherinteressen ausgerichtet werden.
Aber müsste denn die Landwirtschaft nicht sowieso ausschließlich an Verbraucherinteressen ausgerichtet sein? Jeder normale Bürger geht doch davon aus, dass ein Landwirtschaftsministerium (sowie ein Gesundheitsministerium) für die gesamte Bevölkerung zuständig ist. Und nicht für die Vertreter der Lobby. Doch denen scheint es ganz offensichtlich gelungen zu sein, ihre Interessen über die Interessen der Allgemeinheit zu stellen.
Das auf Problemverschiebungen und Schuldzuweisungen basierende BSE-Krisenmodell wird höchstwahrscheinlich kein Einzelfall bleiben. In zehn oder fünfzehn Jahren werden wir ähnliche Diskussionen führen, weil inzwischen genmanipulierte Pflanzen ihre künstlich veränderten Gene unkontrolliert an andere Pflanzen, Tiere und Bakterien weitergegeben haben. Resistenzen gegen Medikamente und Antibiotika machen sich schon jetzt breit. Wenn es erst einmal keine wirksamen Antibiotika mehr gibt oder das menschliche Immunsystem wegen nicht vorhersehbarer Folgen zusammenbricht, und Tausende von Menschen wegen heute noch als harmlos geltender Krankheiten sterben müssen, wird man wieder scheinheilig nach den Ursachen fragen.
Das Prinzip der Evolution beruht auf der Optimierung der chemischen und biologischen Prozesse. In Millionen von Jahren haben die Organismen sich optimal ihrer Umwelt angepasst und bewundernswerte Überlebensstrategien entwickelt. Der Mensch, in seinem „Verbesserungsdrang“ handelt aber nicht nach dem Optimierungsprinzip der Evolution (auch nicht wenn er es glaubt), sondern nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung. Nicht nur die Agrarindustrie handelt nach diesem Prinzip, sondern auch die Mehrheit der Landwirte, angetrieben von einer völlig verfehlten Agrarpolitik. Hinter Monokulturen, Massentierhaltung, massenhaftem Einsatz von Pestiziden, Verfütterung von Tiermehl an Pflanzenfresser und dem Anbau von genetisch manipulierten Pflanzen steht nichts anderes als das Streben nach Gewinnmaximierung. Und nicht das Ziel einer Optimierung der Produkte.
Eine grundlegende Frage bleibt: Falls sich die BSE-Krise auch auf andere Tierarten oder sogar auf die Fische (die ja in den Züchtungsanlagen ebenfalls mit Tiermehl gefüttert werden) ausweiten sollte, werden sich die Leute dann wirklich jeden Tag mit einem Linseneintopf zufrieden geben?
F.M.
Der Mensch in seinem „Verbesserungsdrang“ handelt nicht nach dem Optimierungsprinzip der Evolution, sondern einzig nach dem Prinzip der Gewinnmaximierung.
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