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Als Adoptivmutter von zwei (fast erwachsenen) Adoptivkindern möchte ich gerne auf Ihr Dossier über Adoption in der Nummer 247/248 eingehen. Wie das Elternpaar, das Sie im Nachtrag von Ihrer letzten Nummer zitieren, war ich persönlich empört über den Artikel von Jean-Marie Wagner, der meiner Meinung nach nur so wimmelt von Klischees und Vorurteilen gegenüber von Adoptiveltern. In der Tat geht Herr Wagner in seinem Artikel von einem traurigen Extremfall aus, um pauschal zu urteilen: „Sie heißen Claudine, Marc, Paul (…) Ihre Schicksale in ihren Adoptivfamilien gleichen sich nicht nur, sie polarisieren und erschrecken gleichermaßen.“ Sogar wenn Herr Wagner „täglich mit ähnlichen Fällen konfrontiert wird“, macht ihn das nicht zum Spezialisten von Adoptionsfragen! Besonders gestört hat mich die Tatsache, dass dieser doch sehr einseitige Artikel das Dossier einleitet.
Es geht bestimmt nicht darum, die Probleme zu leugnen, mit denen viele Adoptivkinder und ihre Eltern sich auseinander setzen müssen. Ganz im Gegenteil! Allerdings sind die allermeisten Adoptiveltern sich bewusst, dass ihr Kind durch die Trennung von den leiblichen Eltern, durch traumatische Erlebnisse, die es vielleicht schon in frühester Kindheit durchlebt hat, Verletzungen in sich tragen kann, die sich nicht durch Liebe und Fürsorge einfach in Luft auflösen werden. Sie wären bestimmt dankbar, wenn eine qualifizierte Betreuung bereit stehen würde, wenn es zu Problemen kommt. Ich hätte mir von einer Zeitung wie forum ein weniger einseitiges Dossier über ein solch komplexes Thema erwartet! Übrigens wundert es mich sehr, dass die forum-Redaktion nicht den integralen Text des Leserbriefes abgedruckt hat, der im Nachtrag des letzten Heftes zitiert wurde: Ich hatte die Gelegenheit, ihn im Original zu lesen und konnte keine einzige „im Ton ausfallende“ Aussage finden. Auch das passt nicht in das Bild, das ich als langjährige Abonnentin von forum habe, war Ihre Zeitschrift doch bis jetzt für mich synonym für Zivilcourage und kontroverses Diskutieren! Abschließend würde ich gern ein kürzlich erschienenes Buch empfehlen, das sich, ohne „Adoptionsromantik“, aber auch ohne übertriebenen Pessimismus mit dem Thema befasst: „Au risque de l’adoption, une vie à construire ensemble“, Cecile Delannoy, Editions La Découverte 2004. Mit freundlichen Grüßen,
Danielle Bailleux-Emering
An forum
Ich war jahrelang auf forum abonniert und schätzte die Zeitschrift wegen der Qualität ihrer Recherchen und Artikel. Ich muss sagen, dass ich jedoch über ihre Art mit Leserbriefen umzugehen, entrüstet bin. Ich erkläre: einen Leserbrief zu kommentieren ohne ihn abzudrucken, empfinde ich als sehr fragwürdig. In meinen Augen war forum immer eine seriöse Zeitschrift, ich muss das jetzt leider relativieren. Lassen Sie doch Ihre mündigen Leser/innen Zuschriften selbst beurteilen. Nur dies kann einen konstruktiven Dialog gewährleisten. Ich persönlich finde den Artikel von Herrn Wagner auch arrogant und voller Missachtung den Adoptiveltern gegenüber.
Colette Poos
Antwort der Redaktion
Die Kritik an der Ausgabe 247/248 ist berechtigt. Die „Einseitigkeit“ des Dossiers hatten wir in der Einleitung des Heftes auf Seite 3 selber beklagt. Auf die Hintergründe sind wir dann in Heft Nr. 249 (Seite 70, Punkt 1) eingegangen. Was Fragen des „Tones“ jedoch anbelangt, so sind diese wahrscheinlich nur subjektiv zu beurteilen. Wir bitten um Verständnis, dass wir unsere Autoren – die sich beim Zustandekommen des Heftes viel Mühe gegeben haben – nicht in unseren eigenen Spalten persönlich anrempeln lassen wollen. Deswegen wurde nur der inhaltliche Gehalt des besagten Leserbriefes wiedergegeben. Gerade die Enttäuschung unserer Leser über diese Ausgabe von forum zeigt jedoch, welcher Anspruch an unsere Arbeit im Allgemeinen gestellt wird – was uns wirklich nur freuen kann! Wir danken allen, die diese Zeitschrift weiterhin kritisch begleiten und ihren Nutzen aus unserem Engagement ziehen.
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Sekretariat
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Autoren dieser Ausgabe
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Thierry Defense, Véronique Faber, Ben Fayot,
Georges Glod, Claudine Moulin,
Jean-Jacques Picard, Klaus Pöhle, Ingo Ritz,
Jean-Louis Schiltz, Laurence Siquet, Jürgen Stoldt,
Viviane Thill, Frank Wilhelm
Interviewpartner dieser Ausgabe
André Hoffmann, Jean Huss, Vera Spautz
Originalillustrationen
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