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Die Zukunftspläne der Redaktion
Während Sie die letzte Nummer des Jahrgangs 1984/85 in Händen halten, ist die Redaktion schon damit beschäftigt, das nächste Jahr zu planen. Die seit einigen Nummern begonnene Verbesserung im Lay-out und in der Aktualität soll weiter fortgesetzt werden. Als wichtigste Neuerung werden wir ab September eine hauptamtliche Kraft einstellen, da es nur so möglich ist, das immer größer werdende Arbeitspensum zu bewältigen. Wir wollen auch in neue Räume umziehen, da die alten zu klein werden. Während die Lokalfrage noch nicht gelöst ist, sind die Vorbedingungen für unseren "Permanent" bereits geschaffen, so daß wir unsere Leser an dieser Stelle darüber unterrichten wollen.
Wenn man bei einer Halbtagsstelle von einer Belastung von 35.000 Fr ausgeht und mit einer gesicherten Auflage von 1600 Stück rechnet, müßten pro verkaufter Zeitung 33 Fr. mehr eingenommen werden. Das würde eine Steigerung des Abonnements von 300 auf 564 Fr. bedeuten, die Einzelnummer im Kiosk müßte von 50 auf 116 Fr. steigen, da "forum" nur 51% des Verkaufspreises erhält (49% werden von der Vertriebsfirma einbehalten). Nach längerer Diskussion sind wir der Meinung, daß eine solche Preissteigerung unseren Lesern nicht zuzumuten ist. Langfristig sehen wir vier Möglichkeiten, die erforderliche Summe aufzutreiben: eine Vermehrung der Abonnenten, eine Steigerung der Erscheinungsfrequenz, die Annahme von Werbung und eine Erhöhung des Verkaufspreises. Kurzfristig sehen wir jedoch nur eine Lösung: an die Unterstützung unserer Leser zu appellieren.
Deshalb haben wir vor einigen Wochen unsere Abonnenten angeschrieben und sie um monatliche Daueraufträge gebeten, um so den erforderlichen Betrag aufzubringen. Die Resonanz war überwältigend: wir haben (bis zum 4.6.) über 80 positive Antworten erhalten mit einem durchschnittlichen Monatsbeitrag von über 280 Fr. An dieser Stelle wollen wir allen Lesern, die geantwortet haben, für Ihre finanzielle oder moralische Unterstützung und für Ihre Anregungen danken. Auch wenn die erforderliche Summe noch nicht erreicht ist, ist das Projekt gesichert, da die Mitarbeiter auch zu einer Beteiligung bereit sind und eine geringfügige Preiserhöhung möglich ist. In der Person von Dominique Schlechter, Diplom-Theologin und Soziologin, haben wir auch schon eine qualifizierte Mitarbeiterin gefunden.
An dieser Stelle wollen wir auf einige Einwände eingehen, die in verschiedenen Briefen und Gesprächen anklangen. Obige Zahlen zeigen, daß der Mehraufwand über eine Preissteigerung nicht zu erreichen ist. Dies gilt besonders für den Einzelverkauf im Kiosk. Man muß bedenken, daß die Marktpreise aller Zeitungen, mit denen auch "forum" verglichen wird, nie kostendeckend sind. Die Hälfte, und oft mehr, des Gestehungspreises von Presseorganen wird über Werbung finanziert. Da "forum" sich nicht in diese Abhängigkeit begeben will, ganz davon abgesehen, daß es schwierig sein dürfte, soviele Inserenten aufzutreiben, da unsere Leser kein spezifisches und besonders kaufwütiges Marktsegment darstellen, legen wir unser Schicksal lieber in die Hände unserer Leser. Wir sind uns auch bewußt, daß viele Leser mit kleinen Beträgen weniger Abhängigkeit bedeuten als einige wenige mit großen finanziellen Beiträgen.
Über einmalige Spenden haben wir uns bislang noch immer gefreut, und wir werden auch in Zukunft nichts dagegen einzuwenden haben. Wenn wir als Redaktion jedoch die Verantwortung übernehmen, einem Angestellten jeden Monat einen Lohn zu zahlen, fällt dies uns leichter, wenn wir wissen,
daß wir jeden Monat mit einem regelmäßigen Betrag,
und sei er noch so gering rechnen dürfen. Bei
potentiellen Spendern weiß man nicht, ob man in
einem Jahr mit einer neuen Spende rechen darf und
wie hoch diese sein wird.
Man hat auch vorgeschlagen, Unterstützungs-
abonnements einzurichten. Gegen diese Idee ist
prinzipiell nichts einzuwenden, für uns ist es
aber technisch einfacher Abo, Spenden und
Daueraufträge gesondert abzurechnen. Da das
einmalige Erteilen eines Dauerauftrags für den
Leser keine besondere Arbeit bedeutet und da die
weiteren Abbuchungen automatisch von der Post oder
der Bank durchgeführt werden, denken wir, daß der
vorgeschlagene Weg für alle Beteiligten am
einfachsten ist.
Langfristig soll "forum" unabhängig von Spenden
werden. Das ist unser Ziel, Voraussetzung ist eine
Auflagensteigerung und in diese Richtung wollen
wir im Herbst neue Anstrengungen machen. Deshalb
wollen wir jetzt schon unsere Leser, um das Werben
neuer Abonnenten bitten.
Nicht nur die Abonnenten
Wir wissen, daß wir neben unseren Abonnenten viele
treue Leser haben, die "forum" regelmäßig am
Kiosk, in der Schule oder auf anderem Wege kaufen.
Auch an Sie wollen wir appellieren. Was wir heute
von Ihnen gerne wüßten, ist ob Sie prinzipiell zu
einem monatlichen Dauerauftrag bereit wären.
Zahlen sie jedoch noch nicht, senden Sie nur den
untenstehenden Antwortbogen ein.
«forum»-Abonnenten und
Datenschutz
Bislang haben wir die Adressen unserer Abonnenten
dreimal für Werbeaktionen zur Verfügung gestellt:
für die ASTI, eine Gruppe mit der wir uns
inhaltlich verbunden fühlen, für "Fräi Nucht",
das letzte Theaterstück von Rewenig, einem
gelegentlichen Mitarbeiter von "forum", in dem
auch unserer ständiger Mitarbeiter Gust Müller
mitspielte, und für die Aktion "Den Himmel op
Aerden". Gegen die zwei ersten Werbesendungen
hatte bislang kein Abonnent Bedenken, die 3.
hat jedoch einige Proteste ausgelöst. Eine
inhaltliche Auseinandersetzung mit der
Anti-Papst-Aktion kann man in "forum" Nr. 79 S. 12
nachlesen. Unabhängig davon haben wir unsere
Adressen zur Verfügung gestellt, weil wir
einerseits unsere Leser über das Stattfinden
dieser Aktion, die sie u.U. interessieren könnte,
informieren wollten, weil wir andererseits der
Aktion "Himmel op Aerden" erlauben wollten, mit
unseren Lesern, unter denen sicher viele an
einer kritischen Auseinandersetzung mit der Kirche
Interessierte zu finden sind, in Kontakt zu
treten. Ausschlaggebend war nicht zuletzt, daß
unserer Mitarbeiter und Karikaturist Franz Markus
bei dieser Gelegenheit sprechen sollte. Unsere
Absicht war es also, den Dialog zu fördern und
unsere Abonnenten zu informieren. Wir sind davon
ausgegangen, daß unsere Leser die zugeschickte
Werbung, ob es sich um ein Theaterstück, ein
ASTI-Buch oder eine Veranstaltung handelt,
kritisch zur Kenntnis nehmen würden und sich weder
durch deren Inhalt, noch durch die Tatsache, daß
der Adressenaufkleber so ähnlich wie der
"forum"-Aufkleber aussieht, manipulieren ließen.
Genau wie unsere Leser mögen auch wir es nicht,
wenn wir mit unaufgeforderter Werbung überflutet
werden oder wenn Unbefugte erfahren, welche
Zeitungen wir lesen; deshalb werden wir in Zukunft
unsere Abonnenten-Liste nur noch in Ausnahme-
fällen zur Verfügung stellen und die Modalitäten
so wählen, daß der Datenschutz gewahrt bleibt
(d.h. der Auftraggeber liefert das Werbematerial;
das Anbringen der Aufkleber und der Versand wird
von den "forum"-Mitarbeitern übernommen).
Eingegangene Bücher
Folgende Bücher stehen unsern Lesern zwecks Rezen-
sion kostenlos zur Verfügung:
Michel RAUS, Tag der Befreiung. Geschichten, mit
einem Vorwort von Gerold Späth, Editions Phi
In Sachen Papst. Texte zum Papstbesuch in Luxem-
burg, Eigenverlag der Autoren.
Kunststoff, Kulturmagazin Nr.25, hrg. Verein Kul-
tur und Kommunikation e.V. Trier
Die nächsten Dossiers
Nr. 82: INFORMATISIERUNG DER LUXEMBURGER
GESELLSCHAFT
Redaktionsschluss: 1.9.1985
Erscheinungsdatum: 28.9.1985
Nr. 83: TOD
Redaktionsschluss: 1.10.1985
Erscheinungsdatum: 2.11.1985
Nr. 84: DIE WIRTSCHAFTLICHE ZUKUNFT UNSERES
LANDES
- vorbehaltlich Umstellungen aus Aktualitäts-
gründen.
Bitte abtrennen oder abschreiben und an "forum", 10, rue des Champs, 5953 Itzig zurücksenden.
Ich Unterzeichneter
wohnhaft
erkläre mich bereit, ab Herbst 1985 monatlich die Summe von
☐ 1000 F
☐ 500 F
☐ 200 F
F
an die "forum" – Redaktion zu zahlen, um einen hauptamtlichen Mitarbeiter zu entlöhnen.
(Unterschrift)
Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.
Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!