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Interview mit Luc Marteling, Chefredakteur von RTL.lu, über Online-Kommentare, seine Zuneigung für die Nutzer und das RTL-Leserforum als Glücksfall für Luxemburg

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Interview mit Luc Marteling, Chefredakteur von RTL.lu, über Online-Kommentare, seine Zuneigung für die Nutzer und das RTL-Leserforum als Glücksfall für Luxemburg

„In den Phasen des Übergangs“

So charakterisierte Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Süddeutsche.de, kürzlich die Situation des Journalismus mitten im Medienwandel. Übergang ist ein omnipräsentes Schlagwort, seit die Krise der (gedruckten) Presse auch in Luxemburg angekommen ist. Doch welche Strategien verfolgen die Medienhäuser hierzulande mit ihren digitalen Angeboten? In seiner Medienserie hat forum die Verantwortlichen der drei meistgeklickten Onlineangebote befragt: Luc Marteling (RTL.lu), Chris Mathieu (L’essentiel Online) und Marc Thill (wort.lu).

Es handelt sich um drei sehr unterschiedliche Webseiten, bedingt durch ihren Hintergrund als Onlineableger des marktführenden Radio- und Fernsehsenders, der Hauptgratuzeitung und der meistgelesenen Tageszeitung. Gemeinsam ist den drei Seiten ihr Bemühen nach der schnellen Schlagzeile, die via soziale Medien Klicks bringen soll. Ihre Startseiten sind im ständigen Fluss, gleichzeitig bieten sie alle ein unerschöpfliches Nachrichtenarchiv. Darüber hinaus sind bisher aber nur erste, zaghafte Versuche zu beobachten, die Möglichkeiten des Onlinejournalismus auszureizen (z. B. interaktive Inhalte, neue Erzählformen usw.). Auch eine Gemeinschaft um die Onlineangebote herum zu schaffen und so Leser an sich zu binden, gelingt bisher nur RTL.lu in größerem Ausmaß (was allerdings andere Herausforderungen mit sich bringt).

Die Finanzierung der neuen Medien ist schwierig. Werbung bringt online weniger ein als gedruckt und bisher gibt es keine staatliche Pressehilfe für Onlineangebote. Der zuständige Minister François Biltgen scheint nicht gewillt, das zu ändern. Er rief die Verleger letzten Dezember auf, selbst Finanzierungsmodelle für ihre digitalen Inhalte zu entwickeln. Die Antworten auf den nächsten Seiten sind Momentaufnahmen eines Übergangs. Digitalen Medien gehört die Zukunft, es fragt sich nur welche.

LS

Ihre Eingangsseite wirkt ziemlich überladen und gleicht eher einem Trödelladen als einem Newsportal. Steht dahinter eine Strategie oder handelt es sich um das Ergebnis eines organischen Prozesses?

Luc Marteling: Ich liebe Trödelläden! Dessen ungeachtet bin ich der Meinung, dass der Schein trügt: Die Homepage von RTL.lu wirkt – und ich betone wirkt, denn ich würde niemals behaupten oder gar zugeben, dass sie es ist – also sie wirkt nur auf den ersten Blick „überladen“. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, dass sich ein Nutzer über das überbordende Angebot auf unserer Startseite beschwert hätte. Natürlich ist der Platz darauf beschränkt und begehrt, vergleichbar mit der Titelseite einer Zeitung, auf die alle Ressorts mit ihren spezifischen Inhalten drängen. So ist es auch mit unserer Eingangsseite: Im Idealfall stellt sie eine verheißungsvolle Vitrine dessen dar, was sich dahinter verbirgt; und da das zugegebenermaßen ziemlich viel ist, mag die Eingangsseite ungeübten Blicken wie ein Füllhorn erscheinen – wie eines, das bisweilen auch vermeintlich widersprüchlichen Anforderungen genügen muss: Information, Unterhaltung, Service, Werbung … Pyramidale Zielkonsistenz ist dabei keineswegs selbstverständlich, doch oberstes Gebot muss es sein, dem Leser das zu bieten, was er wissen sollte, was er entdecken möchte, was er gebrauchen kann. Also: „Immer an den Leser denken!“ (Danke, Helmut Markwort.) Dahinter steckt natürlich schon ein bisschen Strategie, gleichzeitig ist unsere Home immer auch das Ergebnis eines organischen Prozesses, bei dem die – geänderten – Leserinteressen berücksichtigt werden. So haben die Nachrichten etwa bei jedem Facelifting in den vergangenen Jahren immer mehr Platz eingeräumt bekommen. Zum Glück stellen News und Portal keine sich gegenseitig ausschließenden Begriffe dar. Also ja zur Co-Existenz, ja zum News-Portal und meinetwegen auch ja zum strategisch geplanten und organisch gewachsenen überladenen Trödelladen 😉

RTL.lu ist fast ausschließlich auf Luxemburgisch, die Hauptkonkurrenten L’essentiel Online und wort.lu sind dagegen mehrsprachig. Könnte das angesichts der demografischen Entwicklung zum Problem werden?

L. M.: Sobald man sich für oder gegen etwas entscheiden muss, kann das immer zum Problem werden. Vielleicht ist die Sprachensituation oder vielmehr -evolution aber eher eine Herausforderung für die Gesellschaft als für die Internetseiten. Natürlich darf man sich nicht losgelöst vom sozialen Kontext betrachten und definieren, aber bis dato ist RTL.lu mit der Festlegung aufs Luxemburgische als Hauptsprache gut gefahren. Immerhin besagen Studien der Universität Luxemburg, dass heutzutage so viele Menschen des Luxemburgischen mächtig sind wie nie zuvor. Und in der Gesellschaft steigt meiner Einschätzung nach das Bewusstsein für den Wert der eigenen Sprache, die – nicht zuletzt dank der technischen Entwicklung – auch immer häufiger als Schriftsprache benutzt wird, etwa in E-Mails sowie beim Simsen, Facebooken und Twittern und, wer weiß, vielleicht ja auch beim Briefe Schreiben und Tagebuch Führen. Insgeheim hege ich die Hoffnung, dass ein „modernes“ Luxemburgisch unsere Lingua franca bleibt oder sich weiter durchsetzt … was dann hoffentlich positive Auswirkungen auf die Gesellschaft (und unsere Seite) hat. Gleichzeitig versuchen wir der Sprache ihr segregierendes Potenzial zu nehmen, sind wir doch der profunden Überzeugung, dass der Sprache immanente Berufung das Verbinden ist. Deshalb schrecken wir auch nicht vor anderen Sprachen zurück. Auf RTL.lu finden sich auch Agenturmeldungen auf Deutsch, Französisch und Englisch; des Englischen bedient sich auch Benny Brown in seinem Blog. Unsere Schwesterseite 5minutes.lu ist dagegen gänzlich auf Französisch und auf meng-gemeng.rtl.lu wiederum spielt die Sprache der Leserbeiträge überhaupt keine Rolle, hier sind wir offen für alles. Doch bei aller Liebe fürs Polyglotte: In den Hauptnachrichtenrubriken auf RTL.lu dominiert das Luxemburgische, auch um babylonische Zustände zu vermeiden. Gleichzeitig erleben wir, dass die Hemmschwelle, Luxemburgisch zu lesen und zu schreiben (!), zusehends schwindet. Das Luxemburgische ist denn auch die „langue de prédilection“ unserer Nutzer, wenn es um Leserbriefe oder Leserkommentare geht …

Wenn es um Hasskommentare im Internet geht, wird RTL.lu oft genannt. Die Verurteilung von vier Personen wegen rassistischer Aussagen auf der Facebook-Seite von RTL wird dieses Image kaum verbessern. Wie können Sie dagegen vorgehen und wie hoch ist der Anteil an Kommentaren, den Sie löschen oder editieren?

L. M.: Hasskommentare? Allein schon das Wort tut mir weh! Aber der Reihe nach:

Erstens: Keine Frage, die Aussagen, die Sie erwähnen und die auf Facebook verfasst wurden, waren schmerzvoll, so schmerzvoll, dass ich sie an dieser Stelle nicht wiederholen möchte. Was über die Pläne für ein Heim für Asylbewerber in Kehlen geschrieben wurde, war sehr wüst und absolut nicht hinnehmbar. So gesehen begrüße ich, dass die Aussagen vor Gericht thematisiert und die Autoren verurteilt wurden, auch wenn es den Anschein hat, dass, was die Höhe der Strafe angeht, ein Exempel statuiert wurde.

Zweitens: Ich liebe alle unsere Nutzer und mein erster Reflex ist stets, sie in Schutz zu nehmen, mal vor Verunglimpfung durch andere, mal vor juristischen Fallstricken, mal vor sich selbst. Ein Exempel war vermutlich aber überfällig, denn das Bewusstsein dafür, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, ist noch unterentwickelt. Das erleben wir in der Redaktion von morgens bis abends bei der Sichtung der Leserkommentare. Die Entscheidung „offline oder online“ versuchen wir immer im Interesse des Autors und des Betreibers der Seite zu treffen: Wir leben nicht nur von unseren Nutzern, wir leben in erster Linie für unsere Nutzer und auch mit unseren Nutzern.

Drittens: Ich lege auch großen Wert darauf, dass die inkriminierten und verurteilten Kommentare auf Facebook erschienen – zwar auf der Seite von RTL, aber eben doch nicht auf RTL.lu. Wir lesen alles, was uns zugeht, und entscheiden dann, ob etwas online gehen darf oder offline bleiben muss. Unsere Richtlinie: So wenig eingreifen wie möglich, aber so viel eingreifen wie nötig. Während wir bei RTL.lu ex ante

Was würden wir gewinnen, wenn nur auf ausländischen Servern über Luxemburg diskutiert würde?

agieren, können wir bei Facebook nur ex post reagieren. Ich bin mir bewusst, dass RTL.lu regelmäßig wegen des „Forums“ Gefahr läuft, in Verruf zu geraten. Und ich leide bisweilen sehr darunter, wie es sich für eine Passion gehört. Trotzdem erinnert mich diese Debatte an die über Luxemburg in der Europäischen Union: Auch da gab und gibt es epische Diskussionen darüber, ob es gut oder schlecht ist, dass ein „Steuerparadies“ (ups) wie das Großherzogtum Teil der EU ist. Während die einen das vehement negieren, betonen andere, pragmatisch-programmatisch, Luxemburg wäre ein Glücksfall für die Union, weil sonst viel Geld womöglich gänzlich aus ihr verschwinden würde. Ähnlich verhält es sich mit den Leserkommentaren auf RTL.lu: Was würden wir gewinnen, wenn nur auf ausländischen Servern über Luxemburg diskutiert würde? Wenn die Möglichkeiten, zu reagieren, viel komplizierter oder gar inexistent wären? Würden wir als Land und als Individuum nicht vollkommen machtlos vor so einer Offshore-Online-Diskussionsplattform stehen? Wir sollten die Möglichkeit der Mitgestaltung nicht leichtfertig aus der Hand geben! Was RTL.lu angeht, ist niemand machtlos – gerade weil es uns nicht egal ist! Uns liegt unsere Seite am Herzen, uns liegt unser Image am Herzen, uns liegen alle Nutzer am Herzen: die, die uns gut finden, und die, die uns schlecht finden. Und konstruktive Kritik ist in aller Regel sinnvoller als beliebige Zustimmung oder Ablehnung.

Viertens: Frei nach Kant, was ist zu tun? Vor allem keine Angst haben. Ja, das Internet hat ein Janusgesicht, aber es gilt seine Möglichkeiten zu nutzen und seine Grenzen zu (er)kennen. Vor allem aber gilt es, sich und seine User ernst zu nehmen und sie aufzuklären. Ich glaube, dieser Prozess, der m. E. bereits als Medienkunde in der Schule beginnen müsste, ist noch lange nicht abgeschlossen. Internetnutzer, egal ob vorm oder hinterm Bildschirm, haben noch viel zu lernen, müssen lernfähig bleiben und lernen (zum Glück) auch täglich dazu. Ich wehre mich auf jeden Fall gegen unnuancierte Verurteilungen, die etwa in Sachen Forum das Kind mit dem Bade ausschütten. Natürlich wäre es hilfreich, wenn nur fundierte und konstruktive Beiträge von aufgeklärten und rhetorisch gewandten Bürgern, die sich vorab informiert haben und dann auch noch mit vollem Namen unterschreiben, eingehen würden. Das darf man, wieder frei nach Kant, hoffen. Aber es wäre naiv, denn wir leben nicht in einer idealen, isolierten Welt. Werden wir wohl nie und müssen wir auch gar nicht. Insofern sollten wir uns mit der Frage befassen, was kann ich wissen, und uns bewusst werden, dass Luxemburg dem Internet, etwa in Sachen Anonymität, keine Regeln diktieren kann … en attendant werden wir bei RTL.lu comment-technisch weiter ein Dasein zwischen Hammer und Amboss, zwischen

Laxismusvorwürfen und Zensuranklage, zwischen Meinungsfreiheit und Privatsphärenschutz fristen. Übrigens: Rassistische Kommentare sind natürlich gravierend, fallen bei unserer Arbeit aber kaum ins Gewicht. Vulgäre Vokabeln, fehlendes Räsonnement, Unterstellungen, nicht bewiesene Anschuldigungen, Gerüchte, Defätismus, Neid etc. stellen ein wesentlich größeres Problem dar, von Debatten, die zu Privatfehden ausarten, ganz zu schweigen. Aber eine Redaktion, eine Gesellschaft, eine Demokratie muss das aushalten können!

Fünftens: Dann zum Hasswort „Hasskommentare“. Zeigen Sie mir ein halbes Dutzend auf RTL.lu, die definitiv nicht hätten online gehen dürfen, wohl gemerkt dürfen, nicht sollen oder müssen, und ich werde Asche auf mein Haupt streuen und drei Tage lang in einem Büßergewand zur Arbeit schreiten. Trotzdem bitte ich um Nachsicht: Von Dezember 2008 bis März 2013 gingen über 290 000 Kommentare bei uns ein. Davon gingen rund 245 000 online, was in etwa einer Quote von 85 Prozent entspricht. (Manchmal gibt es auch „technische“ Gründe fürs offline Bleiben: mehrmals abgeschickt, unvollständig eingegangen, ohne Absender, alles in Großbuchstaben, Spam …) Allein auf das Jahr 2013 bezogen, werden durchschnittlich 267 Kommentare am Tag geschrieben und abgeschickt. Dass da auch mit dem allergrößten Fingerspitzengefühl mal was online geht, was nicht hätte online gehen sollen, oder etwas offline bleibt, was online hätte gehen dürfen, ist evident. Aber wir geben unser Bestes, versprochen!

Wie wichtig wird in Zukunft die Interaktivität mit den Lesern sein? Haben Sie bereits Erfahrungen gesammelt, die in Richtung Crowdbourcing gehen?

L. M.: Interaktivität ist anstrengend, kostet Zeit und Nerven … Gegen dieses Klischee gilt es anzugehen, auch in den Köpfen der Medienschaffenden. Es genügt nicht zu fordern, dass sich etwa Verwaltungen als Servicebetriebe sehen, auch von Medien wird dies zunehmend erwartet. In Die Zeit stellten Götz Hamann und Bernd Ulrich unlängst sieben Thesen zum Journalismus auf. Gleich in der ersten heißt es: „Wer an seinen Lesern vorbeischreibt, wird sie verlieren, wer ihnen nach dem Mund schreibt, auch. Wer mit ihnen in einen lebendigen Dialog tritt, wer sich die Leser als wache Gesprächspartner vorstellt, der wird überleben.“ Es sei an dieser Stelle aber auch aus der vierten These zitiert: „Für Journalisten besteht die Schwierigkeit darin, sich von skandalisierenden Kommentierungen abzugrenzen. Den Shitstorm nicht zu befeuern und trotzdem nicht aus Mitleid oder Scheu zurückzustecken. Aber die Erregungsspirale schadet nicht nur den Politikern, sie schadet auf Dauer auch den Zeitungen. Es ist ein Journalismus,

[…] ein Dasein zwischen Hammer und Amboss, zwischen Laxismusvorwürfen und Zensuranklage, zwischen Meinungsfreiheit und Privatsphärenschutz fristen.

der sich verhält, als gäbe es kein Morgen.“ (In: „Es ist noch reichlich Zukunft“, Die Zeit Nr. 48 vom 22. November 2012.) In derselben Zeit-Ausgabe schreiben Mathias Müller von Blumencron, (Digitalchef Spiegel Online und Spiegel) sowie Georg Mascolo (Chefredakteur Der Spiegel) in einem gemeinsamen Beitrag zur Titelgeschichte „Wie guter Journalismus überleben kann“: „Die freie Zeit vieler Menschen ist knapper geworden. Umso mehr wollen sie uns nutzen, wenn es ihre Zeit zulässt. Sie wollen informiert werden, wann immer und wo immer sie können. Wenn sie unterwegs sind, wenn sie irgendwo warten müssen, wenn sie eine kurze Pause in ihren Arbeitsalltag flechten können. Sie wollen mitreden, ihre Meinung kundtun, ernster genommen werden. Sie wollen den Dialog mit uns Redakteuren. Sie wollen effizient informiert werden, sie wollen überrascht werden – und sie wollen unterhalten werden. […] Vorbei sind aber auch die Zeiten, in denen man den Lesern vorgeben wollte, wie sie Journalismus zu konsumieren haben. Viele Redakteure wollen noch immer den Leser erziehen. Vergesst es!“ Diese klare Abfuhr an jeglichen missionarischen Eifer zu hinterfragen, ist legitim, dennoch kann auch eine kritische Haltung nicht darüber hinweg täuschen, dass sich die Journalisten ihrer genuinen Aufgabe des „Mit-Teilens“ neu bewusst werden müssen. Erinnert sei an das metakommunikative Axiom: Man kann nicht kommunizieren. Wer also schlecht kommuniziert oder nur in eine Richtung, wird früher oder später sanktioniert werden. Journalismus zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist keine Einbahnstraße, das kann man gut finden oder schlecht. Aber man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass wir erst ganz

am Anfang dieses Trends stehen und dass viele neue Formen und Methoden der Interaktivität generiert werden. – Was das Crowdsourcing angeht, haben wir bei RTL.lu noch keine Erfahrungen gesammelt. Die Idee finde ich aber reizvoll …

In einem forum-Artikel von Juni 2011 schrieben Sie, es könne gut sein, dass bald mehr Leser via App auf die Angebote von RTL zugreifen würden als über die klassische Internetseite. Ist dies eingetroffen? Werbung auf Mobilgeräten gilt wegen geringerer Bildschirmfläche als schwierig. Hat diese Entwicklung deshalb eine Auswirkung auf die Finanzierung von RTL.lu?

L. M.: Was hat schon keinen Einfluss auf die Finanzierung? Im Ernst: Noch ist die Prophezeiung nicht Realität geworden, aber die Macht des Mobilen wird weiter wachsen, ungeachtet der Tatsache, dass Apps vermehrt den Weg zurück zu den Computern finden. Was die Frage nach der beschränkten Werbefläche angeht, diese zu knackende Nuss reiche ich gerne an unsere kreativen Köpfe in Technik und Vermarktung weiter. Mir ist auf jeden Fall nicht bange, dass sie kluge Lösungen im Interesse der Nutzer und im Sinne der Werbetreibenden finden werden. Denn auch davon hängt guter (Online-)Journalismus ab! Im Internet gilt also weiter: Panta rhei – alles fließt. Und den Titel meines letzten Artikels möchte ich wie folgt ergänzen: The best is yet to come!

Vielen Dank für Ihre Antworten! ♦

Das Interview entstand zwischen dem 25. Februar und dem 24. März 2013 via E-Mail. LS

Onlinemedien in Zahlen

1: Zahl der Follower am 30.3.2013, Summe der Accounts; 2: Zahl der Likes am 30.3.2013, Summe der Accounts; 3: Durchschnittliche Zahl der Besucher pro Tag, Quelle: TNS ILRES Plurimedia Luxembourg, 2011/2012; 4: Zahl der Besucher (unique browsers) pro Tag (Durchschnitt der Periode 23.3.- 29.3.2013), Quelle: Centre d’Information sur les Médias, (www.cim.be). Zusammenstellung: LS.

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