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Seit fünf Jahren gibt es die "Prisongszeitung" mit dem programmatischen Namen Kontakt, die sich als Sprachrohr für die Probleme der Gefängnisinsassen versteht. Die Zahl der Abonnenten liegt bei 250, wovon 40 "innerhalb der Mauern" verteilt werden, wie es im Editorial der Jubiläumsnummer heißt. Die Zahl der Leser ist aber wesentlich höher, weil die Zeitschrift im Schnitt durch 3 bis 4 Hände geht, wie dies eine Umfrage der Redaktion ergeben hat. Kontakt ist ein Ort, wo die Gefangenen ihre Probleme artikulieren können, wo der Außenstehende Informationen aus einer anderen, kaum vorstellbaren Welt erhält. So lesen wir zum Beispiel folgende Nachricht:
"Bisher konnten die Strafgefangenen nur über drei Stunden Besuchszeit im Monat verfügen. Daß dies in den meisten Fällen als völlig ungenügend angesehen wurde, ist verständlich, denn drei Stunden Besuch pro Monat
fördern nicht gerade den Kontakt zu der Familie.
Der Gefangene braucht den Kontakt zu seiner Familie oder zu seinen Angehörigen, denn sie stellen seine einzige Verbindung zu der Außenwelt dar, das ist mehr als nur eine Abwechslung!
Ab dem ersten Februar wurde den Gefangenen eine weitere Besuchsstunde zugebilligt, so daß sie nun über 4 Stunden Besuchszeit im Monat verfügen können. Zusätzlich können nun auch Strafgefangene am Vormittag Besuch erhalten, was den Angehörigen auch mehr Spielraum für ihren Besuch gibt.
Den Kontakt zwischen draußen und drinnen will auch eine Sendung fördern, die seit dem 5. Januar auf Radio Radau läuft: "Iwwert d’Maueren ewech" ist eine Musik-Grußsendung, die sich gegen das Vergessen richtet, daß auch in Luxemburg Menschen hinter Mauern leben. Sie ist zu empfangen jeden Freitag von 19³⁰
bis 21 Uhr auf Radio Radau, UKW 95 MHz.
Adresse: KONTAKT
um Kuelebierg
L-5299 Schrassig
Génocide des Yanomamis
Ce n’est que vers 1975 que la nation indienne des Yanomamis, vivant en Amazonie brasilo-vénézuélienne, a commencé à avoir des contacts avec la "civilisation". A cette époque le "Centre de recherches de ressources minières" du Brésil révéla l’existence de diamants et de minerais d’or et d’étain dans l’Etat du Roraima. Cette information déclencha immédiatement une ruée vers l’or des "garimpeiros", pauvres diables fuyant souvent les sécheresses du Nordeste dans l’espoir de faire fortune. La faim au ventre, dominés et exploités par une "mafia de l’or", les "garimpeiros" – un million peut-être – se transformaient bien vite en hors-la-loi, destruisant la forêt, saccageant les terrains de chasse des Yanomamis et polluant les rivières avec le mercure employé pour laver le minerai d’or. En outre ils apportaient des maladies contre lesquelles les Indiens se défendent mal. Aujourd’hui les Yanomamis doivent aller mendier leur nourriture auprès des "garimpeiros" pour ne pas mourir de faim. A la suite des protestations de l’Eglise catholique, de Survival International, d’Amnesty International e.a. la Cour fédérale du Brésil a certes ordonné le retrait des "garimpeiros", mais ce jugement est contesté tant par la mafia de l’or que par l’armée qui poursuit son projet d’intégration de l’Amazonie en installant le long de la frontière septentrionale un réseau de postes militaires. En octobre prochain le Roraima élira pour la première fois deux sénateurs: selon toute vraisemblance ce seront des "garimpeiros" qui
forment 80% de la population de l’Etat. m.p./CJN, 325, févr. 1990
Neuauflage des Nestlé-Boykotts
In der BRD, Großbritannien, Schweden, den USA, den Philippinen u. a. sind Verbraucher(innen)proteste gegen die größten Hersteller künstlicher Babynahrung in Vorbereitung. Träger sind nationale Aktionsgruppen des Netzwerks IBFAN, dessen Vertreter aus 70 Staaten im Oktober 1989 in Manila über die Krise der Babynahrung berieten. Dort warf die IBFAN den führenden Babynahrungskonzernen (Nestlé (CH), Wyeth/American Home Products (USA), Milupa, Humana, Hipp, Krüger (BRD), Boots-Farlex (GB), Meiji (Japan), Namyang (Südkorea), u.a.) vor, sie verstießen unverdrossen weltweit gegen die 1981 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erlassenen Richtlinien. In ihrem Kodex zur Vermarktung von Muttermilchersatz hatte die WHO insbesondere jene Werbemethoden untersagt, die darauf hinauslaufen, Mütter vom Stillen abzubringen. Die Länder der Dritten Welt sind für die Konzerne ein so attraktiver Markt, weil dort jährliche Absatzsteigerungen von bis zu 15% für Babynahrung und -tees winken und die Unkenntnis der Gefahrenmomente größer ist. Der erste Nestlé-Boykott, der 1977-84 in der Schweiz und in der BRD für Aufsehen gesorgt hatte, war ausgesetzt worden, nachdem der Konzern sich mit einer Änderung seiner aggressiven Vermarktungsstrategie einverstanden erklärt hatte. Doch neue Verfehlungen ließen nicht lange auf sich warten. In der Deklaration von Manila rief die IBFAN zu einer Neuauflage des Boykotts gegen Nestlé und Wyeth auf. Zugleich forderte sie bessere Stillmöglichkeiten für arbeitende Mütter sowie eine ausreichende Nahrungsmittelversorgung für die sozial Schwachen der Welt.
GréngeSpoun, Nr. 34/30.3.1990
Wahlrecht in der DDR
Es soll in Luxemburg "ewig Unein-sichtige" geben (Télécran, 13/1990), die der Meinung sind, die Ostblock-Staaten hätten im Vergleich zum Westen keine sozialen Errungenschaften zu verteidigen. Auch sie werden aber nicht an der Feststellung vorbeikommen, daß die neue DDR den meisten westlichen Staaten in Sachen Demokratie ein ganzes Stück voraus ist. Im Wahlgesetz, das Anfang
Publik-Forum
Mai bei den Gemeindewahlen erstmals zur Anwendung kommen wird, ist nämlich auch das aktive und passive Wahlrecht für Ausländer bei den Gemeinde- und Kreiswahlen verankert. Einzige Bedingung ist ein zweijähriger Aufenthalt in der DDR. Wenn auch keine Ausländerstatistiken z. Zt. verfügbar sind, so sei trotzdem auf die recht zahlreichen Gastarbeiter aus Vietnam und anderen Ostblockstaaten in der DDR verwiesen.
m.p./P.-F., Nr.5/9.3.1990
"Friede, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung"
Unter diesem Titel kamen wir im Magazin der letzten "forum"-Nummer noch einmal auf die Versammlung christlicher Kirchen zu sprechen, die im Mai letzten Jahres unter dem gleichlautenden Motto in Basel stattgefunden hat. Verwiesen haben wir auch auf den Brief, den der Erzbischof von Luxemburg im Oktober letzten Jahres an die kirchlichen Mitarbeiter geschrieben hat, mit der Bitte sich vordringlich mit diesen Problemfeldern zu befassen. Anschließend gaben wir der Hoffnung Ausdruck, "demnächst auch über Aktionen an der Basis berichten zu können, die beweisen, daß die Sensibilisierung sich nicht auf theoretische Appelle beschränkt".
Eine erste, positive Reaktion haben wir schon erhalten. Sie kommt aus Clerf, zwei MitarbeiterInnen des dortigen Pfarrates haben uns geschrieben: "Mir können am Moment zwar nach nät van konkreten Aktionen iwert aktiven Umweltschutz berichten, mee eise Porrot huet séch op d’mannst emol an déi Richtung a Bewegung gesatt. Mir hoffen awer, daß daraus och eppes Konkretes entsteht. Just als Informatioun schécke mir déi zwou Invitatiounen zu eisen Owender mat." Organisiert haben sie drei Informations- und Diskussionsabende, die auf dem Hintergrund der jüngsten Stürme, der allgemeinen Klimaveränderung, des Ozonlochs usw. die Frage stellten: "Wat könne mir machen?" An jeweils einem Abend waren Paul Ruppert vom "Mouvement Ecologique" und Marco Schank, Co-Autor von "Em-
weltschutz doheem" als Referenten eingeladen.
"Déi 3 Owender haten ee groussen Uklang fonnt. Et waren all Kéier 30-40 Leit do. Dee läschten Owend hu mir als Ofschloss d’Leit gefrot, wat fir eng Follich si dëser Initiativ wëllte gin. Praktisch all Leit waren u weider Gesprächs- an Informatiounsowender interesséiert. 10 Leit (!) hu sech engagéiert fir eng Emwelt-Grupp ze bilden an iwert länger Zäit an dëser Grupp matzeschaffen. Déi 1. Versammlung ass de 4. Mé."
Wer eine ähnliche Initiative ergreifen will und wissen möchte, wie man’s anpackt oder Erfahrungen austauschen möchte, wende sich an Romain und Christiane Kremer, Tel.: 9 19 20 in Clerf.
Reklamefilm für Hamburger verboten
Stockholm. Ein Junge zieht zusammen mit seiner Familie in einen fremden Ort, in dem er noch keine FreundInnen hat und sich entsprechend einsam fühlt. Da nehmen ihn seine fürsorglichen Eltern mit ins nächste McDonald’s-Restaurant- und da wird er wieder froh.
Dieses kleine Werbefilmchen, das vor allem im Fernsehen zu sehen war, hat die HüterInnen sauberer Reklamesitten in Finnland nicht ruhen lassen. Umgerechnet fast 100.000 DM wurden McDonald’s angedroht, falls das Kunstwerk nochmals auf den Bildschirmen filmmern sollte. In primitiver Weise, werde das bei Jugendlichen weit verbreitete Einsamkeitsgefühl ausgenutzt, kann man der Verbotsbegründung entnehmen. Es werde so getan, als ob Konsum von Hamburgern Freunde und Freundinnen ersetzen könne: Gummibärchen und Dressing gegen Einsamkeit. Solche Logik sei zumindest in einem Film, der sich überwiegend an Jugendliche wende, aber nicht zulässig.
Ob McDonald’s jetzt in die Instanzen geht, vielleicht mit einem wissenschaftlichen Gutachten, das den positiven Effekt von Hamburgerkonsum gegen Einsamkeitsfrust belegt, ist nicht bekannt. taz 11.4.90
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