Universität Luxemburg

"Anderen den Weg weisen"?

Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Universität Luxemburg

In forum 233 vom vergangenen Monat übte ein Lehrender der Université du Luxembourg, der um „Konflikte mit vorgesetzten Stellen“ zu vermeiden, seinen Namen nicht nennen wollte, in einem Artikel „Anderen den Weg weisen…“? unter anderem Kritik an der Selbstdarstellung der Universität und der Wahl eines Dekans. Hierauf reagieren in dieser Ausgabe nachfolgend Michel Pauly, Fernand Fehlen und Manfred Schenk.

Langsamer bitte!

Liebe Frau/Herr Kollege(in)!

Mit Ihrem anonymen Beitrag in der vorigen forum-Nummer haben Sie in der Sache sicher Recht und trotzdem muss ich Ihnen widersprechen.

  1. Vor allem ärgern Sie sich, dass aus den bisherigen Luxemburger Hochschulen, die mittels Gesetz vom 12.8.2002 unter einem Etikett zusammengeschlossen wurden, immer noch keine Universität entstanden ist. Das stimmt zweifellos, aber wie stellen Sie sich denn vor, dass anderes möglich wäre. Erstens hatte das akademische Jahr schon begonnen, als das Gesetz am 9. Oktober 2003 in Kraft trat. Zweitens verlangt die Umsetzung einheitlicher Studiengänge von universitärem Niveau doch wohl mehr als nur einen legislativen Federstrich.

Als einer, der auch an der neuen Universität lehrt, kann ich nur sagen, und ich bin keineswegs allein mit dieser Meinung: es geht jetzt alles viel zu schnell. Während die Regierung vier Jahre mindestens gebraucht hat, um ein unausgegorenes Gesetz durch das Parlament zu peitschen, sollen wir nun in vier Monaten, zwischen dem 1. Dezember 2003, als der Rektor sein Amt antrat, und dem 1. April 2004, wenn der Finanzplan für die nächsten vier (!!) Jahre auf dem Tisch liegen muss, um mit der Regierung verhandelt zu werden, ein kohärentes, attraktives, innovatives, … Konzept für die sog. erste Universität des 21. Jahrhunderts ausarbeiten. Großmundig verkündet Germain Dondelinger vom Hochschulministerium in der Revue (Nr. 5/31.1.2004, S. 40), bis zum 2. April werde endgültig festgelegt, auf wel-

welche Sparten die Universität sich überhaupt spezialisieren werde.

Das ist einfach verrückt. Im Fach Geschichte – um nur ein Beispiel zu nehmen, das mich direkt betrifft – sollen wir innerhalb acht Tagen (!) ein Master-Studium auf die Beine stellen. Dabei besteht unsere Sektion nur aus zwei vollamtlichen Professoren, beide Mediävisten, beide mit Lehrveranstaltungen und Forschungsvorhaben mehr als ausgelastet, beide wöchentlich zur Teilnahme an irgendwelchen Planungskommissionen und Arbeitsgruppen auf der Ebene der Fakultät verpflichtet, zum Ausarbeiten von ausführlichen Stellungnahmen zu Vorschlägen anderer, z. T. undurchsichtiger Instanzen, gezwungen, zur permanenten Verteidigung gegen Angriffe auf Arbeitsräume, Personalstand, Forschungsvorhaben u.a.m. verdammt, usw. Und man verweigert uns die Ernennung zusätzlicher Professoren, die schon der Verwaltungsrat des ehemaligen CUn-Lux bewilligt hatte, unter dem Vorwand, zuerst müssten Programme vorliegen, bevor Personal eingestellt wird. Das klingt logisch, doch Mediävisten und Landeshistoriker können und sollten nicht allein Programme für alte, neuere oder Gegenwartsgeschichte ausarbeiten. Freizeit und Familienleben gehen bei diesem Stress vollends drauf, von der Gesundheit gar nicht zu reden.

Oder anderes Beispiel: Für die Wahlen zum wichtigen ‚conseil universitaire‘ hatten wir gerade mal acht Tage Zeit, um Kandidaturen einzureichen. Und damit sind die großen Brocken noch gar nicht genannt: die Integration von drei, vier Institutionen mit recht unterschiedlichen Traditionen und ursprünglichen Funktionen zu einer Universität, die Definition von Forschungsschwerpunkten, die ja nur im Dialog mit Zivilge-

Während die Regierung vier Jahre gebraucht hat, um ein unausgegorenes Gesetz durch das Parlament zu peitschen, sollen wir nun in vier Monaten, ein kohärentes, attraktives, innovatives, … Konzept für die sog. erste Universität des 21. Jahrhunderts ausarbeiten.

sellschaft und Wirtschaft, aber auch mit andern Universitäten erfolgen kann, die aber auch die bestehenden Kompetenzen berücksichtigen sollte, die Entwicklung von darauf aufbauenden Studiengängen, die Ausarbeitung von internen Ordnungen usw.

Und dann kommt Herr Lucien Thiel, CSV-Kandidat und ABBL-Direktor, und wettet im Fernsehen, es gehe nicht schnell genug! Dabei ist dem Vernehmen nach die Integration der von ihm gegründete Luxembourg School of Finance einer der größten Bremsklötze, mit denen sich das Rektorat auseinander zu setzen hat.

Diese Eile deckt einen der vielen Fehler des Gesetzes auf, nämlich die Abwesenheit von jeglicher Übergangsbestimmung. Doch die Eile ist von der Regierung gewollt! Vor den Wahlen muss die Ministerin Konkretes vorzeigen können. Und da die Universitätsgremien die Ausarbeitung eines sinnvollen Konzepts in dieser kurzen Zeit nicht schaffen, kann der Regierungskommissar seine im voraus ausgeheckten Vorstellungen umso leichter durchsetzen. Von Autonomie und demokratischer Entscheidungsfindung in universitären Gremien braucht man dann nicht mehr zu reden.

  1. Natürlich haben Sie auch recht, dass der Anspruch, alles neu zu erfinden, sehr nach Überheblichkeit riecht. Die Fortsetzungsprojekte von Forschungsprojekten, die zum 31.12.2003 ausgelaufen waren, wurden z. B. von den früheren Instanzen noch positiv begutachtet, inklusive Gutachten ausländischer Experten, aber vom neuen Rektorat gestoppt, unter dem Vorwand, die zum 1. Januar 2004 anlaufenden Projekte müssten den Vorgaben und Forschungsprioritäten der neuen Universität entsprechen. Wieder vergisst man Übergangsbestimmungen. Solche Richtlinien können doch nicht zum 1. Januar auf dem Tisch liegen und werden auch zum 1. April noch nicht spruchreif sein. Die Betroffenen haben aber schon seit Jahren für 2004 z. B. wissenschaftliche Tagungen geplant, die nun wieder in Frage gestellt sind. Dem Image der neuen Universität wird solche Rechthaberei des Rektorats sicher sehr förderlich sein. Etliche Professoren haben nun sogar offiziell keinen Forschungsauftrag mehr.

In diesem Punkt haben Sie also zweifellos auch recht. Doch längerfristig sollte man schon den neuen Instanzen die Chance geben, Neues aufzubauen, innovative Forschungsprojekte und daraus abgeleitet neue Studiengänge auszuarbeiten. Doch sollten die kompetenten Organe auch beachten, dass möglicherweise schon innovative Programme laufen bzw. am alten CUnLux, am ISERP, am IST liefen, die durchaus international

mithalten können. Immerhin genießen etliche Professoren der Universität, auch Luxemburger, internationales Ansehen.

  1. Ihr Angriff auf die Person des Dekans der Fakultät für Sprach- und Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften, Herrn Lucien Kerger, finde ich absolut deplaziert. Vor allem in diesem Punkt entblößt der Deckmantel Ihrer Anonymität nur pure Feigheit. Natürlich haben Sie Recht, auch in diesem Punkt, dass es an einer ausländischen Universität undenkbar wäre, dass ein nicht-promovierter Mitarbeiter Dekan wird. Im Ausland wäre auch ein nicht-habilitierter Dekan wie in den beiden andern Fakultäten undenkbar. Doch das Luxemburger Gesetz schließt das nicht aus. Einmal mehr wäre also der Regierung der Vorwurf zu machen, nicht dem Betroffenen. Angesichts der Zahlenverhältnisse betreffend institutionelle Herkunft der verschiedenen Wähler war folglich kein anderer Wahlausgang zu erwarten, umso weniger als ja auch gar kein Versuch gestartet worden war, die verschiedenen Wählergruppen zuerst zusammenwachsen zu lassen, bevor sie sich einen Vorgesetzten wählen sollten. Auch in dieser Hinsicht fehlten im Gesetz Übergangsregeln.

Zur Zeit steht die Fakultät meinem Gefühl nach voll hinter Lucien Kerger. Wir haben einen Dekan, der nicht aus Karrierebewusstsein falsche Rücksichten nimmt, der als ehemaliger ISERP-Direktor sich in Sachen Verwaltungsgepflogenheiten auskennt, der weiß, wie man mit der Ministerialbürokratie umgehen muss, um zum Ziel zu gelangen, der Erfahrung hat in Verhandlungen mit ausländischen Universitäten (denn im Gegensatz zum ehemaligen CUnLux-Präsidenten hat er für seine Studenten operative Kooperationsverträge mit ausländischen Universitäten unterschrieben und umgesetzt). Während der schwierigen Aufbauphase der neuen Universität, wo alle politisch Verantwortlichen nur erträgliche Wirtschaftswissenschaften und spektakuläre naturwissenschaftliche Forschungen im Kopf haben und die Geisteswissenschaften zu kurz zu kommen drohen, ist es m. E. keineswegs ein Fehler einen nicht-promovierten, aber umso erfahreneren Dekan gewählt zu haben. Den Wählern aus ISERP und IEES sei Dank. Und Lucien Kerger hat in den zwei Monaten seit Amtsantritt auch schon bewiesen, dass er keine Entscheidungen über die Köpfe seiner Mitarbeiter, auch nicht der ehemaligen CUnLux-Leute, hinweg trifft. Das war nicht unbedingt Tradition in dieser Fakultät.

  1. Sie belächeln auch zu Recht die Leichtigkeit, mit der Professorentitel an der Universität vergeben wurden. Das ist umso ulkiger, als die Universität (immer noch) keine Doktorentitel vergeben

Die Universität darf (immer noch) keine Doktorentitel vergeben, wohl aber Professorentitel.

darf, wohl aber Professorentitel. Doch der Vorwurf trifft nicht die neue Universität, sondern eine „commission des titres“, die von der Regierung eingesetzt worden war und die in der Tat Titel z. T. à la tête du client vergeben hat, unter dem Vorwand irgendwelche Verdienste auf Verwaltungsebene damit zu honorieren. Das ist natürlich völliger Blödsinn und im Ausland ebenfalls undenkbar. Die Gefahr ist groß, dass in Zukunft akademische Titel Luxemburger Herkunft im Ausland nichts gelten werden, weil sie inflationär und ohne entsprechende wissenschaftliche Leistung vergeben wurden (und werden?). Magister-, Doktor- und Professorentitel sind im internationalen Universitätsbetrieb für entsprechende wissenschaftliche Leistungen vorbehalten. Die können je nach Land geringer (Österreich) oder höher (Frankreich) angesetzt sein, aber vom Prinzip darf man nicht abweichen, ohne Gefahr zu laufen sie zu entwerten. Und auch Posten an der Universität sollte man streng nach entsprechenden Kriterien vergeben, denn sonst gibt es bald keinen Grund mehr, zuerst eine wissenschaftliche Leistung zu verlangen, bevor man einen Posten vergibt.

Das Gesetz sieht zwar vor, dass man Leute einstellen kann, die den notwendigen akademischen Titel haben „oder entsprechende wissenschaftliche Leistungen erbracht haben“. Mit dieser auch in Deutschland vorgesehenen zweiten Möglichkeit sollte man aber wie in Deutschland sehr restriktiv umgehen, da sie einer Promotion durch die Hintertür gleichkommt und Kandidaten, die tatsächlich den beschwerlichen Weg einer Promotion und Habilitation gegangen sind, vor den Kopf stößt. Einem kollegialen Arbeitsklima ist das nicht zuträglich. Die Verhältnisse an der Luxemburger Universität bestätigen das fast täglich.

(10.2.2004)
michel pauly

P.S. Meine Erwiderung war geschrieben, als ich die Nachricht vom Tod des ersten Rektors der Universität Luxemburg erhielt. Leider bestätigt das traurige Geschehen meine Analyse: Der Stress, dem seit Monaten einfach alle an der Universität ausgesetzt sind, hat sein erstes tödliches Opfer gefordert. Bei den einen versagt das Herz, bei andern wölbt sich der Magen oder verklemmen sich Rückennerven. Die Verantwortung muss die Regierung übernehmen. Wer sich nach außen wie ein großer Staat aufführen will, muss auch das dazu notwendige Personal zur Verfügung stellen. Das scheint ganz besonders im Bereich Kultur und Hochschulwesen notwendig, wo die Nachrichten über Herzleiden von Beamten sich zu häufen beginnen und die Personalpolitik nicht mit den neuen Ambitionen Schritt

hält. Da das Gesetz dem „conseil de gouvernance“ das Recht zuerkennt, die nächsten Rektoren zu benennen, und nicht mehr der Regierung, gibt es immerhin eine kleine Chance, dass nun die Termine vorerst auf später vertagt werden.

Titel und Stelle

Unter der Überschrift „Anderen den Weg weisen…“ ist im letzten Forum ein anonymer Artikel zur Universität Luxemburg erschienen. Da der Autor als jemand vorgestellt wird, der „nicht an einem Campus, sondern an zwei tätig“ ist und da ich zu den ganz wenigen gehöre, auf die diese Beschreibung zutrifft, möchte ich mich an dieser Stelle öffentlich von diesem Artikel distanzieren und zur Kenntnis geben, dass ich nicht der Verfasser bin.

Die Art und Weise, wie der Rektor und der Dekan meiner Fakultät persönlich angereimelt werden, kann ich nur verurteilen. Der Rektor wird verantwortlich gemacht für eine Sache („die Episode ums Logo“), die vor seinem Amtsantritt in die Wege geleitet worden war, während der Dekan angegriffen wird, weil er keinen Doktor-titel besitzt.

Gefangen in seiner Häme merkt der anonyme Autor nicht, dass er durch die Fetischisierung akademischer Titel in genau jenen Fehler verfällt, den er bloßstellen will: „Wir blähen uns nur auf, mehr nicht“, schreibt er. In der Tat. Dadurch, dass man CunLux, IST, ISERP und IST einen neuen Namen verpasst, hat man keine Uni. Dadurch dass man neue Titel wie „professeur d’université“ einführt, hat man vorerst auch nichts geändert. Der eigentliche Skandal besteht nicht darin, dass der eine oder andere seinen neuen Titel bekommen hat, ohne promoviert oder habilitiert zu sein, der Skandal besteht darin, dass bei der Evaluation formale Kriterien (Titel) vor der realen Bewertung der Forschungs- und Lehrtätigkeit den Vorrang hatten. Welcher Betrieb kann es sich leisten, seine langjährigen Mitarbeiter nicht auf Grund ihrer Leistungen einzustufen, sondern von einem Tag auf den anderen die Spielregeln zu ändern und die Karten neu zu mischen? Deshalb meine Bitte an die „neuen“ Kollegen, die Titel, die uns (den Alten) eine Titel-Kommission verpasst hat, nicht zu ernst zu nehmen. Manche sind „unter-“ andere „überbewertet“ worden.

Das altehrwürdige ISERP soll jetzt plötzlich eine Uni sein. Den meisten dort Lehrenden, wäre ein viertes Ausbildungsjahr oder verbesserte mate-

Da das Gesetz dem „conseil de gouvernance“ das Recht zuerkennt, die nächsten Rektoren zu benennen, und nicht mehr der Regierung, gibt es immerhin eine kleine Chance, dass nun die Termine vorerst auf später vertagt werden.

rielle Arbeitsbedingungen lieber gewesen. Viele, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen guten Job dort gemacht haben, bekommen jetzt als Dank neben ihrem alten, vom Großherzog verliehenen Titel des professeur, den niemand ihnen abstreitig machen kann, einen zweiten: chargé de cours à l’université, der umso grotesker ist, da sie nicht als Lehrbeauftragte (chargé de cours = personne non titulaire d’un poste d’enseignement, wie man im Trésor de la langue française nachlesen kann) tätig sind, sondern eine Vollzeitdaueranstellung als Lehrer und Forscher haben.

Im inkriminierten Artikel steht über das alte ISERP zu lesen: „Mancher seiner Lehrer wird zum ‚Universitätsprofessor‘ ohne je ein Doktorat erworben zu haben.“ Tatsache ist, dass ganz genau drei Professorentitel vergeben wurden und dass zwei der betroffenen ein Doktorat haben. Hier gleitet die Polemik in Tatsachenverdrehung über und die Redaktion hätte klärend eingreifen müssen.

Bislang hat man in Luxemburg Titel nicht so ernst genommen, denn in einer kleinen Gesellschaft, haben die Menschen noch einen Namen.

Fernand Fehlen

„Anderen den Weg weisen“?

Der Artikel in forum vom Februar 2004 ist zwar polemisierend und sehr zugespitzt formuliert, zeigt aber durchaus einige Grundsatzprobleme von Neugründungen auf.

Als jemand der zahlreiche Forschungsprojekte in Luxemburg innerhalb des sozialen Sektors durchgeführt hat und der viele junge Luxemburger als Studierende an der Universität Trier betreut hat, begrüße ich die Neugründung. Gerade durch die enge Verzahnung Luxemburgs mit den umliegenden Ländern Frankreich, Belgien und Deutschland hat diese neue Universität große Chancen, diese Verzahnung auch im wissenschaftlichen Bereich nicht nur als Nachfrager sondern auch als Anbieter fortzuführen. Ich bewundere das Tempo, mit dem die Schaffung neuer Studiengänge angegangen wird. Bei uns dauern solche Vorgänge immer viele Jahre.

Eine Reihe der in dem Artikel angesprochenen Probleme ist sicher dieser außerordentlichen Dynamik zuzuschreiben. Andere Probleme hängen aber auch damit zusammen, dass die universitären Vorgängereinrichtungen nun vor der schwierigen Aufgabe stehen, sich ohne dass sie alle Bedingungen erfüllen können und auch nicht von ihrer bisherigen Aufgabenstellung erfüllen

konnten, sich nunmehr in kürzester Zeit in universitäre Strukturen einbinden müssen, und zwar nach internationalem Standard für BA und MA-Studiengänge. Dies birgt natürlich Chancen und Risiken. Die Chancen bestehen darin, dass man bei einer Neugründung auch wirklich Neues machen kann; die Risiken bestehen darin, dass man durch das Erbe der Vorgängereinrichtungen leicht Konstruktionsfehler begehen kann (dafür gibt es in der deutschen Geschichte der Hochschulentwicklung durchaus Beispiele).

Da jedoch die Luxemburger einerseits vielfältige Erfahrungen mit dem ausländischen Hochschulsystem haben und andererseits die Kriterien für BA und MA-Studiengänge europaweit festlegen, bin ich sicher, dass die in dem Artikel angedeuteten Probleme eher der Anfangsdynamik zuzurechnen sind und wenn der Zeitrahmen etwas weiter gefasst wird, auch überwunden werden können.

Dazu bedarf es natürlich auch einer weitgehenden Abkopplung der Hochschule von der Politik und damit einer wissenschaftlichen Autonomie. Gerade durch die MA-Studiengänge können interessante Angebote entstehen. Sie zeichnen sich durch Spezialisierung und eine hohe Flexibilität aus. Dies kann sie auch sehr interessant für das Umland machen.

Dr. Manfred Schenk
Universität Trier

Die im Artikel angedeuteten Probleme sind eher der Anfangsdynamik zuzurechnen und können, wenn der Zeitrahmen etwas weiter gefasst wird, auch überwunden werden. Dazu bedarf es natürlich auch einer weitgehenden Abkopplung der Hochschule von der Politik und damit einer wissenschaftlichen Autonomie.

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code