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Die vorliegende ‚forum‘-Nummer ist die zweite ohne eigentliches Dossier. Nachdem der erste Versuch im November 1983 ein positives Echo gefunden hat, wollen wir in Zukunft öfters solche Nummern herausbringen und dies aus zwei Gründen: einerseits um aufgelaufenes Material zu verarbeiten und es so der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, andererseits, um unsere Leser auf eine mögliche Umstellung in der Gestaltung von ‚forum‘ vorzubereiten.

Nichtsdestoweniger gibt es in dieser Nummer einen roten Faden: die Wahlen zum nationalen und zum europäischen Parlament. Mehrere Beiträge greifen nämlich Themen auf, die im Wahlkampf der etablierten Parteien wenn überhaupt, dann nur ungern aufgegriffen werden: Arbeitszeitverkürzung, Fremdarbeiter, Armut, Dritte Welt, … ‚forum‘ enthält sich natürlich einer Wahlempfehlung an seine Leser. Im Gegensatz zur luxemburgischen Tagespresse sind wir parteipolitisch ungebunden und sehen in unsern Lesern selbständig denkende Bürger, die ihre Entscheidung selbst fällen. Unsere Beiträge sollen sie nur über Probleme informieren, die in der herrschenden Presse nicht oder nur sehr knapp berührt werden. Das scheint uns die Hauptaufgabe einer Alternativpresse zu sein.

Es wird heute auch Zeit, unsern Lesern genauere Informationen über die Entscheidungen der Redaktion betreffend die technische Infrastruktur unserer Zeitschrift zu geben.

Da wir inzwischen fast 1000 Abonnenten haben, da wir eine Gesamtauflage von 1600-2000 Exemplaren, je nach Nummer, drucken lassen, ist es uns nicht mehr möglich, die Zeitschrift weiterhin mit den bisherigen ‚handwerklichen‘ Mitteln zu gestalten und zu führen. Aus diesem Grund hat die Redaktion beschlossen einen Computer zu kaufen, der die Abonnementsverwaltung und die Finanzgestion übernehmen soll. Der Computer soll aber so angelegt sein, dass wir in einer zweiten Etappe darüber auch das Layout elektronisch gestalten können. Diese technische Umstellung kann unter Umständen Einfluss auf die Erscheinungsform und Erscheinungshäufigkeit von ‚forum‘ haben.

Der Kauf dieser Maschine erfolgt noch nicht sofort, es sei denn es käme über Erwarten viel Geld zusammen -, u.a. auch aus dem Grund, dass damit die Texterfassung so stark zentralisiert würde, dass wir wahrscheinlich eine hauptberufliche Arbeitskraft einstellen müssten. Wir wollen das nicht prinzipiell ausschliessen, müssen aber vorläufig davon Abstand nehmen, da wir die Lohnkosten kaum aus eigenen Kräften decken können.

Zwei Dinge sind nun absolut notwendig: Erstens bitten wir unsere Leser um Spenden. ‚forum‘ hat zwar eine kleine Reserve erwirtschaftet; Verhandlungen über eine Kapitalbeteiligung laufen auch mit ‚Interaction Faubourg‘ und ASTI, die den Computer ebenfalls benutzen wollen, und wir haben ein Subsid beim Kulturministerium beantragt, da wir nicht von der gesetzlichen Pressehilfe profitieren können. Eine zusätzliche Geldquelle sehen

Zeichnung: Schrenier

in PF 14/82

wir in der Erledigung von Auftragsarbeiten für Dritte, allerdings in beschränktem Rahmen angesichts unserer Arbeitskräfte. Wir werden aus diesem Grund auch ‚forum‘ in eine Gesellschaft ohne Gewinnzweck (a.s.b.l.) umgestalten. Alle Spender werden dann ‚membres donateurs‘ die jährlich auch bei der Generalversammlung mitreden dürfen. Spenden sind aber ab sofort erwünscht, da es gilt 200 000 F zusammenzutragen. Sie sind auf das Postscheckkonto 61154-44 von ‚forum‘, Luxemburg mit dem Vermerk ‚Computer‘ zu überweisen.

Das zweite, was unbedingt geschehen muss, ist eine weitere Erhöhung unserer Abonnentenzahl, die, wir müssen es zugeben, seit ein paar Monaten etwas stagniert. Wenn jeder 2. Leser einen anderen Leser wirbt oder ein (verbilligtes!) Geschenkabonnement vergibt, könnten wir die dauernde Einnahmengrundlage unserer Zeitschrift entscheidend verbessern. Alte ‚forum‘-Nummern können zu Werbezwecken jeder Zeit angefordert werden (Tel 378575). Auch wir werden Anstrengungen in Sachen Werbung unternehmen: gezielte Briefe an jenes Publikum, das an einem bestimmten Dossier interessiert sein könnte Litfassäulenplakate in der Hauptstadt; Verkaufsstände bei Veranstaltungen … Für letzteres sind Einladungen von Seiten unsere Leser herzlich willkommen. Weitere Vorschläge erhoffen wir von unseren Lesern; auch die Stelle eines ‚Werbemanagers‘ steht in der Redaktion immer noch offen. Nicht zuletzt sollen auch Anstrengungen zu einer gefälligeren, leichter lesbaren Aufmachung der Zeitschrift unternommen werden (wozu allerdings der Textautomat höchst notwendig wäre).

An einer weiteren Erhöhung des Verkaufspreises möchten wir aber wenn irgendwie möglich vorbeikommen.

Am Schluss noch eine Bitte unserer Finanzfrau:
Bei der letzten Sendung von Abonnentenrechnungen
musste sie über ein Drittel Mahnungen verschicken.
Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Arbeit,
Zeit und Nerven. Wir bitten unsere Leser, in dieser Hinsicht etwas sorgfältiger zu werden. Soo
teuer ist "forum" ja auch nicht …

Folgende Bücher sind bei der Redaktion zur Bespre-

chung in "forum" eingegangen. Leser, die eins re-
zensieren wollen, dürfen sich gern über Tel.
369742 melden:

Roland BREITENBACH, Eine Zeit des Glücks.
Kleines Brevier für Verliebte, Verlobte und
Verheiratete, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz
1984 (152 Seiten)
Jul CHRISTOPHORY, Luxembourgeois, qui êtes-
vous? Echos et chuchotements, Editions Guy
Binsfeld, Luxembourg 1984 (202 pages).

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