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Häuser abreißen hat – grob vereinfacht – drei Gründe: Kreativität, Ignoranz, Gewinnmaximierung.
Kreativität: Das Alte soll durch etwas Neues ersetzt werden, das schöner oder besser ist. Beispielweise wurde der Petersdom im 16. Jahrhundert auf den Fundamenten einer alten Basilika erbaut, der niemand nachtrauerte. Oder doch? Der Abriss der konstantinischen Basilika aus dem 4. Jahrhundert und der enorme Kostenaufwand des Neubaus gossen Öl auf das Feuer der Reformation. Auch hier stellte sich also die Frage, was ist „schöner“ oder „besser“.
Ignoranz: Historische oder kunsthistorische Ahnungslosigkeit führen zu einer geringen Wertschätzung und zu nicht wieder gutzumachenden Schäden.
Gewinnmaximierung oder – negativer ausgedrückt – Profitsucht: Alte Villen werden bewusst verfallen gelassen, um sie anschließend abreißen und an ihrer Stelle Büro- oder Mietblocks hochziehen zu können. Diese sind – und in den Fällen herrscht oft Einigkeit – keine Ausgeburt der Kreativität. Das Ziel ist auch nicht einfach ökonomischen Nutzen aus einem Gebäude zu ziehen, sondern diesen zu steigern.
Ignoranz und Gewinnmaximierung scheinen auch der Grund zu sein, weshalb eine Jugendstilvilla wie die „Maison berbère“ in der hauptstädtischen rue Glesener abgerissen werden darf. Obschon, Ignoranz dürfte es eigentlich nicht sein, da vermehrt und zuletzt von der Vereinigung Luxembourg Patrimoine klar darauf hingewiesen wurde, wie kunsthistorisch wertvoll und einzigartig diese Villa ist. Kreativität ist sicher auch nicht die Motivation, wenn man sieht was Farei-Service Crauthem – ohne jegliche Beanstandung der Stadt Luxemburg und des Denkmalschutzamtes – dahin pflanzen möchte.
Dieser Fall und viele andere im ganzen Land haben forum dazu angeregt mit der vorliegenden Rubrik ein Jahr lang auf diese Missstände hinzuweisen und sie dann in Form eines „Abr(e)isskalenders“ zu veröffentlichen. Das Thema ist für forum ein alter Hut$^{1}$, aber abgelegt wird er mit Sicherheit nicht so schnell. Den Anfang macht ein Rückblick von Richard Graf. ♦
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