Bei Amnesty International engagiert

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  1. Warum hast Du Dich in "Amnesty International" engagiert?

Ich war schon immer tief betroffen an den schwerwiegenden Problemen der Folter und der politischen Gefangenen. Zuerst wurde ich eigentlich nur Mitglied von Amnesty International, um mehr Informationen über dieses Thema zu erhalten, dann entschied ich mich, aktiv in einer Gruppe mitzuarbeiten. Ich war eigentlich sehr erstaunt, wieviele Möglichkeiten zum aktiven Engagement es gibt, wenn man sich erst einmal dazu "aufgerappelt" hat, mit konkreter Arbeit zu beginnen.

  1. Würdest Du die dort geleistete Arbeit als politisches Engagement bezeichnen?

Das Engagement bei Amnesty ist politisch in dem Sinn, dass es ein Engagement für die Allgemeinheit ist, für die Konsolidierung der Menschenrechte. Es ist aber auch ein unparteiisches und rein idealistisches Engagement, das an keine Ideologie gebunden ist.

  1. Warum engagierst Du Dich nicht in einer politischen Partei?

Im Moment sehe ich hier in Luxemburg keine Partei die meine Auffassungen vertritt in Sachen politischer Beziehungen und Aussenhandel mit Ländern, in denen massive Menschenrechtsverletzungen begangen werden, in Sachen Entwicklungshilfe und Umweltschutz und noch auf weiteren Gebieten. Ein Engagement in einer dieser Parteien fällt also schon prinzipiell flach. Ausserdem muss ich den meisten Parteien vorwerfen, dass ihre Mitglieder nicht den Eindruck geben, engagierte Politiker zu sein, sondern vielmehr wie blosse Sprecher einer Ideologie wirken.

  1. Falls nun eine grüne Partei in Luxemburg gegründet wird, könntest Du Dir dann ein parteipolitisches Engagement vorstellen?

Wenn eine grüne Partei in Luxemburg meine Interessen vertreten würde, und ihren Mitgliedern genügend Freiraum und Mitbestimmungsrecht einräumen würde, könnte ich mir schon ein parteipolitisches Engagement vorstellen.

  1. Meinst Du Deine bisherigen Antworten seien typisch für die Jugend oder glaubst Du, Deine Haltung sei eher jene einer Minderheit?

Ich glaube, dass meine Antworten eher die einer Minorität von Jugendlichen ist.

  1. Falls Dir Deine Meinung eher minoritär scheint, wie erklärst Du dir die Haltung der meisten Jugendlichen?

Die meisten Jugendlichen (ebenso wie die meisten älteren Bürger auch) interessieren sich kaum für

Politik. Hier könnte man auch vielen Politiker den Vorwurf machen, dass sie zwar an den Stimmen der Bürger interessiert sind, aber sie von weiterem Engagement abschrecken, mit den Argumenten: Davon versteht der Laie nichts. Da müssen Spezialisten ran"(sprich Politiker). Dies sind ja bekanntlich die klassischen Ausreden, um die Sozialpolitik, die Umwelt- und Rüstungspolitik usw. nicht rechtfertigen zu müssen. Viele Jugendliche fallen auf diese Ausreden rein und wollen auch darauf reinfallen, da es doch sehr bequem ist, auf der faulen Haut liegenzubleiben und auch noch eine Begründung dafür zu haben. Ausserdem fehlt es an Informationen über Pflichten und Rechte des Bürgers in der Schule, da die einzige Stunde "Instruction Civique" pro Woche auf der "quatrième" kaum dazu beitragen kann, die Jugendlichen politisch zu motivieren.

Françoise (19 J – Iᵉ)

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