Am Nationalfeiertag 1983 entstand vor 35 Jahren, aus der Umwelt-, Anti-Atomkraft-, Frieden, Nord-Süd- und Feminismusbewegung der 1970er- und frühen 1980erJahre heraus, die heutige Partei déi gréng.
déi gréng wurden damals als Reaktion auf die wachsenden ökologischen und sozialen Probleme gegründet, die von den traditionellen Parteien nur ungenügend wahrgenommen wurden – und immer noch werden. Sie wurden als neue Partei aus der Gesellschaft heraus geboren, dank dem Willen ganz unterschiedlicher Gruppen, Organisationen, Bürgerinitiativen und Einzelpersonen, von denen auch einige bestehende Parteien enttäuscht verlassen hatten. Ihr gemeinsames Ziel: die Gründung einer jungen, dynamischen und provokativen “Alternative” zu den alt-etablierten und festgefahrenen konservativen, sozialistischen und liberalen Parteien.
déi gréng setzten die ökologische Dimension als neues Thema auf die politische Tagesordnung. Dabei spielen die Zukunft und die zukünftigen Generationen, die nach uns auf unserem Planeten leben werden, eine zentrale Rolle, ebenso wie die Infragestellung des Dogmas des grenzenlosen Wachstums. Die natürlichen Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt und wenn wir diese Grenzen nicht respektieren, zerstören wir unsere eigenen Lebensgrundlagen.
Heute gehört es bei fast allen Parteien zum guten Ton auch Umweltthemen zu berücksichtigen oder zumindest in die „Marketing“-Vitrine zu stellen. In den 80er Jahren waren die Umweltproblematik, die „globale“ Dimension und das vernetzte ökologische Denken bei den anderen Parteien noch gar nicht präsent. Es brauchte anfangs viel persönliches Engagement, Kreativität und Provokation seitens der Grünen, um für sich und ihre Themen in der Öffentlichkeit, den Medien und im Parlament die notwendige Aufmerksamkeit zu erreichen.
Seit ihrer Gründung sind déi gréng kontinuierlich gewachsen und setzen sich mittlerweile in vielen Gemeinderäten, in der „Chamber“, im Europäischen Parlament und auch in der luxemburgischen Regierung für eine nachhaltige und ökologische Politik für Mensch und Natur ein. Seit dem 4. Dezember 2013 stellen déi gréng vier Regierungsmitglieder der aktuellen Blau-Rot-Grünen Koalition: Félix Braz als Justizminister, François Bausch als Minister für Nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur, Carole Dieschbourg als Umweltministerin und bis zu seinem Tod am 16. Mai 2018 Camille Gira als Staatssekretär für nachhaltige Entwicklung und Umwelt, dessen Platz Claude Turmes jetzt eingenommen hat. Sie sind mit sechs Abgeordneten im Parlament vertreten.
Das innere Selbstverständnis und die Grundsätze der Partei sind unverändert. Anhand der 1983 festgelegten Prinzipien „ökologisch, sozial, basisdemokratisch, gewaltfrei, solidarisch“ setzen sich déi gréng für eine friedliche und gerechte Welt ein, für eine demokratische und humanistische Gesellschaft, für eine nachhaltige und faire Lebensweise und für den Schutz der Umwelt und der Lebensqualität, für die heutigen und die zukünftigen Generationen.
Diese Grundsätze teilen déi gréng übrigens nicht nur mit grünen Parteien in fast allen Ländern Europas, sondern überall auf der Welt, z.B. in Brasilien, Burkina Faso, Ägypten, Rwanda, Indien, Libanon, Madagaskar, Nepal, Pakistan, Taiwan, …
Uns alle eint der Wille zur Bewahrung der Natur in einem System von nachhaltigem, sprich umweltverträglichem und menschenwürdigem Wirtschaften und Zusammenleben, der Schutz unserer Umwelt und Gesundheit, das Eintreten für Demokratie und soziale Gerechtigkeit, die Solidarität mit Entwicklungsländern, die Verwirklichung der Menschenrechte, das solidarische Engagement für die Gleichstellung von Frauen und Männern, für die Integration von Minoritäten, für Frieden und Abrüstung und natürlich für Klimaschutz und saubere Energie.
Wir sind eine offene Partei, die von allen unterstützt, getragen und gewählt werden kann, die sich in den grünen Ideen für eine ökologische, soziale und solidarische Gesellschaft wiedererkennen.
www.greng.lu
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