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Die ersten Lebensjahre des Kindes sind durch eine Lern- und Aufnahmebereitschaft gekennzeichnet, wie sie in keiner späteren Lebensphase wiederzufinden ist. Bei Kindern, die in ihrer motorischen, perzeptiven, kognitiven, kommunikativen und/oder sozialen Entwicklung Auffälligkeiten zeigen, sind diese frühen Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt. Daher bietet der Heilpädagogische Frühförderungsdienst (Service d’Intervention Précoce Orthopédagogique) gezielte und individuell abgestimmte Hilfen an.

Der Heilpädagogische Frühförderungsdienst wurde 1980 von 8 Heilpädagogen gegründet. Zu diesem Zeitpunkt gab es in Luxemburg noch keine pädagogische Hilfe für behinderte und entwicklungsverzögerte Kleinkinder.

Die Vereinigung gab sich folgende Ziele:

  • geistigbehinderten und mehrfachbehinderten Kleinkindern und "Problemkindern" durch sonderpädagogische Erziehungsmethoden ihre geistige, soziale, affektive, und physische Entwicklung zu fördern.
  • Unterstützung der Familie: zusammen mit den Eltern Behandlungskonzepte für das Kind zu besprechen, ihren Anleitung bei der Durchführung zu geben und auftauchende Probleme bewältigen zu helfen.

Grundlegendes Merkmal des Heilpädagogischen Frühförderungsdienstes ist die Hausfrühförderung. Die Förderarbeit erfolgt familiennah in der alltäglichen Umwelt des Kindes in Zusammenarbeit mit den Eltern. Diese bleiben auch während der gesamten Betreuung die Hauptverantwortlichen für die Erziehung und Förderung ihres Kindes. Gerade die emotionale Bindung ermöglicht den Eltern einen besseren Zugang zu den Fähigkeiten und Interessen ihres Kindes.

In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, den Eltern die besondere Situation ihres behinderten Kindes bewusst zu machen. Da die Entwicklung dieser Kinder langsam verläuft, ist es nötig, selbst kleinste Veränderungen zu beobachten, um darauf zu reagieren.

Zur Zeit betreuen 6 Heilpädagoginnen, eine Diplompädagogin und eine Ergotherapeutin 42 Kinder im Alter von 0 bis 5 Jahren in allen Gegenden des Landes. Diese Kinder haben verschiedenartige Diagnosen: trisomie 21 (Down Syndrom), IMC (cerebrale Bewegungsstörungen), degenerative Krankheiten, mehrfache Behinderung, Entwicklungsrückstand, Verhaltensstörungen, Psychosen, Risikokinder.

Die Heilpädagogische Frühförderung geschieht immer auf Anfrage der Eltern 1 x in der Woche oder alle 14 Tage. Sie dauert meistens über Jahre und endet spätestens dann, wenn das Kind in eine Sonderklasse

eingeschult wird.

Der Frühförderungsdienst hat sich die wichtige Aufgabe gestellt, wenigstens Kleinkinderndie Sonderschulung zu ersparen und integrative Möglichkeiten für diese Kinder zu suchen.

Viele Kindertagesstätten und Kindergärten nehmen problemlos diese Kinder auf, und so konnten 1986 16 Kinder in gleichaltrigen Gruppen integriert werden:

Ecole préscolaire 6
Foyer du Jour 7
Garderie 2
Classe enfantine 1.

2 Kinder besuchten neben einer Sonderschule 1x pro Woche den normalen Kindergarten. Der Besuch einer Kindertagesstätte geht meistens der Integration in einem Kindergarten voraus.

Für die meisten Kinder ist es vorteilhaft, neben der Förderung in einer gleichaltrigen Kindergruppe noch zusätzlich von einer Mitarbeiterin des Dienstes individuell in der Familie betreut zu werden. Die Zusammenarbeit von den Erziehern (Eltern, Kindergärtnerin, Heilpädagoge, …) ermöglicht eine einheitliche erzieherische Richtlinie für das betreffende Kind.

Die Motivation des Personals der Kindergärten und der Kindertagesstätten sowie der Mut der Eltern, diese integrative Möglichkeit für ihre Kleinkinder zu beanspruchen, hilft die Integration in Luxemburg voranzutreiben.

Kontaktadresse:

Service d’Intervention Précoce Orthopédagogique a.s.b.l.

Heilpädagogischer Frühförderungsdienst

1, boulevard Royal

2449 – Luxemburg

Telefon: 47 37 67

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