Die Internationale der Antikommunisten

Zum Jahreskongress der WACL in Luxemburg

Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Man soll das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, weil das eine oder andere Mitglied keine astreine Vergangenheit hat, meint Iz (LW 20.9.83) bezüglich der Anti-Kommunistischen Weltliga (WACL), die ihren 19. Jahreskongreß in Luxemburg abhielt. Will sagen, auch wenn faschistische, rassistische oder terroristische Kinder im WACL-Bade planschen oder planschten, die Sache, nämlich der Antikommunismus, heiligt die Organisation.

Genau gegen diese Haltung gilt es anzukämpfen, wie dies Pastor Casalis in seinem Beitrag tut. Schon einmal ist das LW und die damalige Rechts-Partei in diese Falle getappt, als es in den 30er Jahren den Aufstieg des "nicht ganz astreinen Herrn Hitlers" wohlwollend verfolgte, geblendet von der Tatsache, daß dieser auch Antikommunist war. Ein wahrlich absonderliches Geschichtsverständnis tritt in einer Glosse (Zum Nachdenken 26.8.86) zu Tage, in der einigen Organisationen vorgeworfen wird, gegen den WACL-Kongreß zu sein und gleichzeitig die Gedenkfeiern für das 50. Jubiläum der Ablehnung des Maulkorbgesetzes veranstalten zu wollen. Hat man im LW vergessen, daß dieses sog. Ordnungsgesetz dazu dienen sollte, die kommunistische Partei zu verbieten. L. Blau zeigt in einem Artikel die Affinitäten einer Strömung der Rechts-Partei mit dem Modell eines autoritären Staates auf. Dieser Beitrag, der unabhängig von dem WACL-Schwerpunkt geplant war, erscheint in neuem Licht, zeigt er doch auch die personelle Kontinuität auf: Mitautor des dort untersuchten Parteiprogrammes ist einer der eifrigsten Verfechter der WACL hierzulande: Pierre Gregoire. Auch in einer Broschüre, in der er 1985 dieses anti-demokratische Programm vorstellt, kommt er zu keiner eindeutigen Verurteilung des Textes.

Der Antikommunismus als Ideologie ist unfähig die Wirklichkeit zu erfassen, da er in verschiedenen politischen Situationen, die je verschiedene Ursachen und Erklärungen haben, immer nur den zum Bösen schlechthin hochstilisierten Kommunismus

sieht. Wenn ein unterdrücktes Volk aufmuckt, dann ist es in seinen Augen nicht wegen der sozialen Ungerechtigkeit, die es erleidet, sondern nur wegen der kommunistischen, weltweiten Umtriebe.

Der bedingungslosen Parteinahme des LW für die WACL wollen wir nicht eine ebenso pauschale Verurteilung entgegensetzen. Wir wollen vielmehr über die WACL informieren, indem wir ihre historische Entwicklung darstellen und aufzeichnen, wie sich bei gleicher Zielsetzung ihre Vorgehensweise und Zusammensetzung verändert. Anschließend wird in einem weiteren Artikel gezeigt, daß die WACL es im Augenblick hauptsächlich auf das kleine nicaraguianische Volk abgesehen hat, das es nicht nur mit propagandistischen Waffen bekämpft. Besonders hier wird augenfällig, daß sie keineswegs "un organisme marginal et superflu" (t 6.9.86), sondern ein wichtiger Teil innerhalb der heutigen US-Rechten ist.

Weshalb Luxemburg? Auch dieser Frage sind wir nachgegangen und wir hoffen, daß es zu keinem 3. WACL-Kongreß in unserem Lande kommen wird.

Distinguished Participants: In our struggle for freedom and peace, not another free world piece of land should be allowed to fall into communist hands, and the status of the world being only half free should no longer be tolerated. Afghanistan, El Salvador, and Nicaragua are suffering under communist aggressors. The free world certainly should not be sitting still. Nor should it allow the communists to take freedom away from the residents of Hongkong and Macao. The Berlin Wall must be pulled down. All precautions must be taken against Moscow-Peking rejoining of hands for advances against free nations. WACL organizations in the meantime should continue to enhance their structures, activities, and leadership roles, all for stepped-up global struggle to safeguard freedom and assure peace. Let us, with freedom’s victory, secure peace. Let us, through dealing of blows at communist expansionists, positively assure global peace.

Dr. Ku Cheng-kang, Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code