- Gesellschaft
Ein halbes Jahrhundert Engagement
Die Arbeit in einem offenen und partizipativen Verein
Wenn ein Verein wie forum ASBL auf fast 50 Jahre Bestehen zurückblickt, ist das nicht nur ein Anlass zur Freude, sondern auch eine Einladung, innezuhalten und nachzudenken: Was macht die Arbeit in einem partizipativen Verein so besonders? Welche Herausforderungen und Freuden birgt sie? Und wie schaffen wir es, über Jahrzehnte hinweg relevant, engagiert und lebendig zu bleiben? Als jemand, der zehn Jahre lang die Ehre hatte, diesen Verein als Präsident zu begleiten, möchte ich einige Einblicke und Gedanken teilen.
Ein Raum für Vielfalt und Debatte
Das Herzstück von forum war schon immer die Vielfalt der Stimmen. In unseren Redaktionssitzungen treffen Experten auf interessierte Laien, Studierende diskutierten mit Professoren, und manchmal gerieten auch politisch oder kulturell entgegengesetzte Ansichten heftig aneinander. Diese Offenheit ist nicht nur eine Bereicherung – sie ist das Fundament dessen, was forum ausmacht.
Wir verstehen uns als Plattform, nicht als Sprachrohr. Jede Ausgabe der Zeitschrift, jedes public forum ist ein Versuch, komplexe Themen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, ohne sie zu vereinfachen. Diese Haltung erfordert Geduld, Zuhören und eine Prise Demut – aber sie führt zu einem Dialog, der tiefere Einsichten ermöglicht.
Herausforderungen und kleine Triumphe
Die Arbeit in einem Verein wie forum ist nicht immer einfach. Gerade weil wir partizipativ und offen sein wollen, war die Entscheidungsfindung oft ein Spagat zwischen Konsens und Effizienz. Ich erinnere mich an Sitzungen, die bis spät in die Nacht gingen, weil wir uns einfach nicht einig werden konnten. Doch gerade in diesen Momenten wurde deutlich, wie wichtig das gemeinsame Ringen um eine Lösung ist.
Ein besonders prägender Moment war die Entscheidung, unsere digitalen Formate auszubauen. Die Diskussion war hitzig: Würden wir unsere Wurzeln verraten? Würde die analoge Zeitschrift darunter leiden? Doch letztlich war es ein Schritt, der uns neue Zielgruppen erschloss und uns half, auch in der digitalen Welt eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen.
Die Kraft des Ehrenamts
Ein Verein wie forum lebt von den Menschen, die sich mit Herzblut engagieren. Es sind die Freiwilligen, die ihre Zeit und ihre Ideen einbringen, die forum zu dem machen, was es ist. In meiner Zeit als Präsident war ich immer wieder beeindruckt von der Energie und dem Enthusiasmus, mit dem unsere Mitglieder an Projekte herangingen – sei es das Organisieren einer Podiumsdiskussion oder das Schreiben eines Beitrags für die Zeitschrift.
Doch Ehrenamt braucht auch Wertschätzung. Es war mir immer wichtig, dass jeder das Gefühl hat, Teil von etwas Besonderem zu sein. Denn letztlich ist es diese Gemeinschaft, die uns stärker macht als die Summe unserer Teile.
Ein Blick in die Zukunft
Zum nahenden 50-jährigen Bestehen von forum frage ich mich: Wie schaffen wir es, auch in Zukunft diese Offenheit und Partizipation zu bewahren? Wie können wir junge Menschen dafür begeistern, Teil dieser Plattform zu werden? Ich glaube, der Schlüssel liegt in unserer Bereitschaft, uns immer wieder neu zu erfinden, ohne unsere Grundprinzipien aus den Augen zu verlieren.
forum war und ist ein Raum für Begegnung, Diskussion und Reflexion. Es ist eine Institution, die zeigt, dass eine kleine, engagierte Gemeinschaft Großes bewirken kann. Für mich ist es ein Privileg, Teil dieser Geschichte zu sein – und ich freue mich darauf, zu sehen, wohin die Reise in den nächsten 50 Jahren geht.
Ein Hoch auf forum! Auf die Vergangenheit, die Gegenwart und eine vielversprechende Zukunft.
Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.
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