Erneuter Aufruf zum Boykott gegen Südafrika

Voici ce que le "Luxemburger Wort" a fait de cette résolution

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VOICI CE QUE LE "LUXEMBURGER WORT" A FAIT DE CETTE RÉSOLUTION

Erneuter Aufruf zum Boykott gegen Südafrika

In einer Entschließung, die in der Generalversammlung vom 19. März 1977 verfaßt und einstimmig gutgeheißen wurde, beschäftigt sich die „Action Formation de Cadres“ mit der Situation in der Republik Südafrika, nachdem sie, wie es heißt, die Lage dort unten examiniert hat. Die angestellten Untersuchungen veranlassen die AFC zu der Feststellung, daß die südafrikanische Regierung das Apartheidsystem nicht nur beibehalte, sondern sogar verstärke. Auch geht in der Resolution die Rede von „brutaler und blutiger Unterdrückung“, der nicht nur viele, sondern alle Regimegegner zum Opfer fielen. Trotzdem entwickle sich drunten in Südafrika rapide eine Opposition sowohl in den Reihen der Schwarzen wie der Weißen.

Wegen der „flagranten Verletzung der elementarsten Menschenrechte in Südafrika“ verurteilt die AFC in ihrer Resolution das Apartheidsystem und die „brutale Repression der Opponenten“ und erklärt sich mit allen Gegnern des Apartheidregimes solidarisch. Sie beglückwünscht die katholische Kirche wegen

ihrer mutigen Haltung gegenüber dem „Unterdrückungssystem“ und ihrem Einsatz für die „Befreiung“ der Schwarzen und ruft, so wie es neulich unser gewerkschaftlicher Dachverband der Kommunisten und Sozialisten (CGT) getan hat, zu einem Handelsstopp mit den Südafrikanern auf. Es folgt ein Appell an alle politischen, sozialen und religiösen Gruppen unseres Landes, sich mit den Gegnern des Apartheidregimes zu solidarisieren; unsere Regierung ihrerseits sollte alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, dabei mitzuhelfen, das Apartheidsystem schnell abzuschaffen.

Wir meinen, der Aufruf sollte befolgt werden, sofern er sich auf erwiesene Mißstände bezieht, die durch machbare, also realistische Politik und Sofortmaßnahmen überhaupt beseitigt werden könnten. Darüberhinaus sollte sich die AFC auch mit den wahren Hintergründen so mancher verzerrter Sachverhalte befassen, beispielsweise mit der Tatsache, daß die — auf jeden Fall abzulehnende — blutige Repression jenen aufständischen Studenten galt, die von den Kommunisten an-

gestachelt worden waren. (Schließlich fand man bei Aufständischen sowjetische Waffen, und vor einigen Tagen erst enthüllte ein übergelaufener sowjetischer KGB-Agent, daß sich allein in Johannesburg einige hundert KGB-Angehörige betätigten, was bezeichnenderweise kaum Schlagzeilen in unserer westlichen Presse machte). Außerdem wäre es der eigenen Glaubwürdigkeit halber klug, vor allem in dieser Periode verstärkter Unterdrückung und Verfolgung in den sozialistischen Ländern den Blick gleichzeitig nach rechts und nach links zu werfen. Ein Aufruf zum Protest gegen den Handel mit sozialistischen Diktaturen verspräche einen weit sichereren Erfolg, dies umso mehr, als die Luxemburger mit den Osteuropäern tatsächlich Handel treiben, auf jeden Fall mehr als mit den Südafrikanern, und daß die kommunistischen Unterdrücker tatsächlich Waren und Geld aus unserm Lande ziehen — nicht nur über das sowjetische Intourist-Büro und die Fluggesellschaft Aeroflot, die sogar eine Niederlassung in Luxemburg besitzen…

(24.3.1977)

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