Fußgänger- und Fahrradwege schaffen!

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Sicher begegnen viele Mitbürger der Anregung, ein Fußgänger- und Fahrradwegenetz für die Stadt Luxemburg zu schaffen, wie es kürzlich von einer Arbeitsgruppe der "Natura" vorgeschlagen wurde, mit viel Skepsis. Zu große Höhenunterschiede, das Übergewicht des Personenkraftverkehrs mit all seinen Gefahren, die unbeständige Witterung usw. werden als Gegenargumente vorgebracht.

Warum solche Wegenetze?

  • als Alternative zum individuellen Autoverkehr
  • um die Zerstörung einzelner Stadtteile durch den Ausbau von Straßen zu verhindern
  • zur Verringung der Umweltbelastung durch Abgase und Lärm
  • um das Verkehrsproblem zu lösen
  • zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, vor allem für Fußgänger, Radler, Kinder, ältere Leute
  • zur körperlichen Ertüchtigung; Fußwandern und Radfahren im Alltag ist eine billige und gesunde Sportart
  • zur Einsparung von Energie (Erdölprodukte)
  • als Ergänzung zum öffentlichen Kollektivtransportsystem
  • um auf vom Autoverkehr befreiten Strassen, zusätzliche Grünflächen zu schaffen
  • um zusätzliche Treffpunkte zu ermöglichen
  • als Ergänzung zu den bestehenden und geplanten Fußgängerzonen
  • zur Bereitstellung von Wohnstraßen als Spielplätze.

Solche Wegenetze müßten über die ganze Stadt übergreifen:

  • zwischen Wohnvierteln und den zentralen Stadtteilen
  • zwischen den Wohnvierteln und den Erholungsgebieten
  • zu den Schul- und Sportzentren
  • zu den Fußgängerzonen und den Einkaufszentren
  • zwischen den einzelnen Stadtteilen
  • in den einzelnen Stadtteilen

Welche planerische Schritte und technische Maßnah-

men sind erfordert, um die vorgeschlagenen Wegenetze zu verwirklichen?

  • die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für Fußgänger- und Fahrradwege

  • die Integrierung dieses Konzeptes in einen gesamten Verkehrsplan, welcher Bus, Fahrrad, Fußgänger als prioritär betrachtet

  • der Bau von speziellen Fußgänger- und Fahrradwegen unabhängig von Autostraßen

  • die stellenweise Tunellierung des Autoverkehrs

  • der Bau von Liften, um größere Höhenunterschiede zu überwinden (z.B. Gölle Fra und in der Nähe des Staatsmuseums)

  • die Schaffung von Wohnstraßen, in welchen nur der Anliegerverkehr bei geringerer Geschwindigkeit gestattet ist

  • das Anbringen von speziellen Ampeln für Fahrradwege beim Überqueren von Autostraßen

  • das Anlegen von Parkplätzen an der Peripherie der Stadt

  • die Verbesserung des öffentlichen kollektiven Transport- und Parksystems, das Einlegen von Vorortzügen und entsprechenden Haltestellen, die Schaffung eines flexibleren Minibusbetriebes

  • die Bereitstellung von Abstellplätzen für Fahrräder

Wie würden nun diese Fußgänger- und Fahrradwege in

der Stadt Luxemburg aussehen?

Die Wasserläufe im Stadtbereich bieten die Hauptaxen des Fußgänger- und Fahrradwegenetzes. Entlang des Merler- und Cessingerbaches, der Petruss, der Alzette und der Drosbach lassen sich relativ leicht Fahrrad- und Fußgängerwege anlegen. Von Strassen her und nach dem Kirchberg sollen alte Römerwege bedienlich sein. Die Parkanlagen am Prinzenring, durch Brücken miteinander und mit dem Petrusstal verbunden, dienen als innerer Ring um den Stadtkern. Die Schaffung von Wohnstrassen in den einzelnen Stadtteilen vervollständigt das Fahrrad- und Fuß-

gängerwegenetz. Bestehende Fußgängerwege, besonders im Altstadtgebiet, sind mit einzubeziehen.

Der Kostenaufwand, um dieses Wegenetz zu schaffen, ist verglichen mit dem Straßenbau und Autobahnbau gering.

Sind einmal die Wege gebaut, werden sich auch ihre Benutzer einstellen. Wurden nicht in den letzten Jahren in Europa und auch bei uns wieder viele Fahrräder gekauft?

Wir schlagen vor mit relativ leicht realisierbaren Strecken zu beginnen. Von Helfenterbrück und Cessingen durch das Petrusstal könnten zum Beispiel die ersten Teilstrecken in Angriff genommen werden. Wichtigster Teil des ganzen Unternehmens wird das Mitwirken der Bevölkerung in den einzelnen Stadtteilen sein.

Ist ein guter Anfang gelungen, wird sich das geplante Netz sicher leicht ausbauen lassen.

Fr. Ch. Muller

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