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"forum"-Abonnenten und Oeko-Foire-Besucher wissen es schon aus unserer Oeko-Foire-Sondernummer: im Rahmen einer Publi-Reportage im "Luxemburger Wort", die zur Umweltmesse erscheinen sollte, hatte "forum", so wie viele andere Aussteller auch, eine Anzeige aufgegeben, die wir auf dieser Seite abdrucken. Zunächst hatte sich jemand in der Werbeabteilung am Hausemer-Zitat gestört. Doch als wir einen Alternativvorschlag machen wollten, kam die Parole von oben, daß die Anzeige überhaupt nicht erscheinen dürfe.
für kritisch Information zur Politik, Kultur a. Reisen
forum
"forum",
eine kleine, aber freie und unangepaßte Zeitschrift "Nicht wenige Leser … greifen zu ‚forum‘ aus einem Informationsbedürfnis, das die einschlägigen Luxemburger Presseorgane nicht zu stillen vermögen."
Georges Hausemer ("revue")
In jeder Nummer
ein Dossier mit Hintergrundinformationen
z.B.: Kunsterziehung, Städteplanung, Literaturszene Luxemburg, christliche Gemeinschaft, Pflege im Alter, Sport und Gesellschaft.
forum a.s.b.l. 6, rue Vauban, L-2663 Luxemburg, Oeko-Foire: Stand 1817
Le quotidien
qui
vous invite à
réfléchir.
Jour après jour, vous êtes submergés par un flot d’informations incontrôlables. Bombardés par des phrases dont le sens se dérobe. Mots magiques! Mots traînés. Ce n’est pas là notre façon de concevoir un journal.
Capter pour vous l’événement à chaud, vérifier minutieusement chaque fait, chaque date. Déployer devant vous un panorama du monde. Observer ce qui se passe et vous expliquez le pourquoi des choses. C’est le travail que nous effectuons jour après jour au Luxemburger Wort.
LA VOIX DU LUXEMBOURG
Luxemburger Wort
"forum" ist daran gewöhnt vom "Luxemburger Wort" totgeschwiegen zu werden, sein einziger Trost ist der, dabei nicht in schlechter Gesellschaft zu sein. So sei als rezentestes Beispiel eine Veranstaltung mit dem bekannten kirchenkritischen Theologieprofessor und Psychoanalytiker Drewermann am 25.9. im Neuen Theater in Luxemburg angeführt. Auch diese Veranstaltung wurde nie im LW angekündigt. Da dem Theologen zwei Tage vor dem Vortrag mit dem Entzug der Lehrerlaubnis gedroht wurde, hätte sich eine aktuelle Berichterstattung, und sei es nur auf Grund des dpa-Pressedienstes aufgedrängt.
Das "Wort" vertraut darauf, daß es sich angesichts seiner absoluten Vormachtstellung auf dem Luxemburger Pressemarkt (laut ILReS-Medienanalyse 1991 sind 83% der Leser einer Luxemburger Tageszeitung LW-Leser) ein solches Vorgehen leisten kann. Doch in Sachen Publi-Reportage wurde es in seine Schranken verwiesen; es geriet an eine Organisation, die die Mitteilung der "Wort"-Gewaltigen nicht einfach zur Kentnis nahm und dann kuschte. Mouvement écologique und Oeko-Fonds bewiesen Zivilcourage und zogen die ganzen Anzeigenseiten zurück. Der Sankt Paulus Druckerei entging damit ein sechstelliger Auftrag und die Organisatoren verzichteten auf ihre Kommission und auf die zugehörigen positiven "redaktionellen" Beiträge. Außerdem setzen sie sich der Gefahr aus, auch auf die schwarze Liste der "Wort"-Redaktion zu geraten. Zivilcourage nennt man diese bürgerliche Tugend, die leider nicht genug verbreitet ist.
Auch ohne "Wort"-Werbung war die Oeko-Foire ein großer Erfolg. Erstaunlich nur, daß keine der anderen Zeitungen die Gelegenheit wahrnahm, massiv Anzeigen von den frustrierten "Wort"-Kunden an Land zu ziehen. Sicher, ein schnelles Reaktionsvermögen wäre gefragt gewesen, aber da der Vorgang in Insider-Kreisen bekannt war, wäre es rein zeitlich nicht unmöglich gewesen. Das Traurige, das bei diesem Vorgang wiederum zu Tage kommt ist, daß die Stärke des "Luxemburger Wort" zum Teil auf der Schwäche seiner Konkurrenten beruht.
Wie das LW sich selber gerne sieht, zeigt seine Eigenwerbung, die wir auf dieser Seite abdrucken, sozusagen als gratis Einbahn-Austausch-Anzeige. Was man konkret unter der dort angesprochenen ordnenden Hand des Redakteurs, der den armen Leser nicht unkontrolliert der Informationsflut aussetzt, zu verstehen hat, zeigt das hier besprochene Beispiel.
Betr.: "Vermessene Heimat"
In unserer Rubrik "Vermessene Heimat" am Ende dieser Nummer schreibt Guy Rewenig u.a. über das Kolloquium "Europe culturelle 2000" im Escher Stadttheater ("Die Erfindung der kulturfreien Stadt"). Der Beitrag wurde vor Beginn dieser Veranstaltung verfaßt; wenn das vorliegende "forum" erscheint, ist sie bereits vorüber. Trotzdem veröffentlichen wir den Beitrag, weil er das Verhältnis zwischen Kultur und Politik grundsätzlich beschreibt und somit nichts an Aktualität verliert. Über den Verlauf des Kolloquiums wird Guy Rewenig für die nächste "forum"-Ausgabe einen ausführlichen Artikel liefern.
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