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Es scheint so, als ob das einzige, allgemein akzeptierte Argument gegen die Abänderung des Bebauungsplanes die Gefährdung des Schilfgebietes sei. Nun ist es aber so, dass viel mehr auf dem Spiel steht. Es geht nicht nur um diese ökologische Nische. Es geht um die ganze Grünfläche. Sie ist gefährdet. Es gilt, sie als Ganzes zu schützen. Grünflächen inmitten der Stadt – und dazu wird Niederanven wohl werden, der jetzige Bebauungsplan sieht bereits bis zu 6000 Einwohner vor – sind nämlich von beachtlicher Bedeutung aus folgenden Gründen:
- Da Staub an Blättern hängenbleibt, verringern Bäume den Staubgehalt der Luft.
- Sofern Gase sich an Staub anlagern, können sie mit diesen aus der Luft gefiltert werden.
- Durch die Verminderung des Staubgehaltes wird
- die Sonnenscheindauer erhöht
- die Häufigkeit und die Intensität von Dunstglocken und Nebel herabgesetzt.
- Grünflächen können örtliche Sauerstoffdefizite, die im Sommer bei Windstille unvermeidlich sind, teilweise ausgleichen.
- Im Sommer sorgen Grünflächen für ein angenehmeres Stadtklima, indem sie
- einen Temperaturanstieg bei extremer Hitze verhindern,
- für eine leichte, angenehme Windbewegung sorgen,
- die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
- Grünflächen bestimmen das Bild einer Stadt, geben ihr Charakter. Neben dieser ästhetischen Funktion dienen sie der Naherholung. In der Tat entsprechen Grünzonen dem Konzept der grünen Innenerschliessung, gemäss derer der Städter direkt vor seinem Haus ins Grüne geht. Eine Verbesserung, in unserm Falle ein Bewahren von Lebensqualität, für die nicht nur Kinder, Alte und Behinderte dankbar wären. Mögen auch die meisten dieser Punkte für Niederanven
„Warum der lange Umweg über Auspuffrohr und Leitungswasser, über Kopfsalat und Kabeljau?“
Wolter/Augsb. Allg
nur bedingt von Wichtigkeit sein, so muss man dennoch fragen, ob dem auch noch in zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren so sein wird. Auf jeden Fall werden jetzt schon Richtlinien für die Zukunft gesetzt, und der verantwortungsbewusste Politiker kann doch nicht einfach behaupten, er habe mit den Entscheidungen seiner Nachfolger nichts zu tun.
Georges Kohnen
Aloys BERNATZKY: Bäume in der Stadt: "Architekten-Petersilie" oder "Grüne Lunge", in BILD DER WISSENSCHAFT 11/78 S.142-158.
Markus FRITZ (Hrsgb.), Markus FRITZ: Klipp und Klar, 100 x Umwelt, Mannheim, Wien, Zürich 1977 a.v.O.
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