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Seit die Wirtschaftskrise unsere Industriegesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert hat, ist die Rede von der Kultur ohne Zweifel lauter geworden. Obschon die Kredite für diesen Bereich eher spärlich fliessen, ist doch das Bewusstsein der Notwendigkeit kultureller Aktivitäten gestiegen. Das hängt nicht nur mit der längeren Freizeit zusammen, sondern auch mit der durch die Wirtschaftskrise ausgelösten Identitätskrise.
"forum" kann und will nicht in diese fundamentale Diskussion über den Stellenwert der Kultur in unserer Gesellschaft eintreten. "forum" kann nicht einmal die gesamte Kulturpolitik der Regierung umfassend darstellen, analysieren, bewerten. Wir haben uns daher auf ein begrenztes Gebiet der staatlichen Kulturpolitik beschränkt, sicher nicht einmal das neueste oder jenes, wo zur Zeit die grössten Umwälzungen geschehen. Wir wollen ganz konkret die Arbeit der staatlichen Kulturinstitute, die wir als Basis für alle neuen kulturellen Aktivitäten des Staates ansehen, kritisch untersuchen und Verbesserungsvorschläge einbringen. Vorgesehen haben wir das Staatsarchiv, die Nationalbibliothek, die staatlichen Museen, den "Service des Sites et Monuments", den Kulturfonds. Da mehrere unserer Gesprächspartner auch auf die kulturpolitische Rolle des "Centre universitaire" zu sprechen kamen, wollen wir auch diesen in unsere Überlegungen mit einbeziehen. Das parastaatliche "Institut grand-ducal" mit seinen verschiedenen Sektionen werden wir auch nicht völlig ausklammern können.
Im Laufe unserer Recherchen trafen wir viele bereitwillige Gesprächspartner: die Direktoren (die Herren Paul Spang, Jul Christophory, Gérard Thill, Georges Calteux), aber auch andere Mitglieder des Personals der einzelnen Institute öffneten
uns bereitwillig "ihre Tore und ihre Herzen". Bei den einen war ein sicher oft berechtigter Stolz auf die gebrachte Leistung festzustellen, bei anderen dominierte die Sorge um oft seit Jahren ungelöste Probleme. Ihnen allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Da sie so zahlreich sind und um ihnen wegen manchmal kritischer Informationen keine Schwierigkeiten mit Vorgesetzten zu bereiten, wollen wir auf eine Namensliste unserer Mitarbeiter verzichten. Von der "forum"-Redaktion waren Simone Baldauff-Beck und Michel Pauly mit der Koordination des Dossiers beauftragt. Da viele Informationen fremden Quellen zu verdanken sind und da die kritische Bewertung im Laufe vieler Gespräche entstanden ist, soll auch auf eine namentliche Unterzeichnung der einzelnen Beiträge verzichtet werden.
Unsere Recherchen haben viel mehr Schreibenswertes über die staatlichen Kulturinstitute zutage gefördert, als wir uns bei Arbeitsbeginn erwartet hatten. Oft kommen wir auch nicht daran vorbei, auf Detailfragen einzugehen, weil sie Prinzipielles entlarven. Andererseits ist es möglich, dass manche "forum"-Leser nicht so stark an allen Einzelheiten interessiert sind. Um diese nicht zu erschlagen und um in dieser Nummer noch Raum neben dem Dossier zu behalten, haben wir beschlossen, heute nur drei Institute kritisch vorzustellen und die anderen in einer Artikelserie folgen zu lassen. Kultur soll ein permanentes und nicht nur ein punktuelles Thema in "forum" sein. Wir bitten um Entschuldigung bei unseren zahlreichen freiwilligen Mitarbeitern, dass wir also ihre Informationen z. T. erst in späteren Nummern veröffentlichen werden. Wir sind überzeugt, dass unsere Leser ihre Ausführungen mit um so mehr Interesse erwarten werden.
Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.
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