Immer noch
Michel Clees singt und spricht eigene Texte
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Michel Clees singt und spricht eigene Texte
MICHEL CLEES, 1963 in Esch-Alzette (Luxemburg) geboren, war von 1975 bis 1981 Mitglied des Schülertheaters von Ed Maroldt und Lex Reuter. 1979 erste Auftritte mit eigenen Liedern. Nach einer zweijährigen Stimmausbildung bei Georges Backes liess er 1981 mit einem Liederabend ("Lieder aus meinem Garten") bei Fernand Fox ("Theaterstuff") aufhorchen. 1982 Kasemattentheater ("Das Konzert zum heiligen Ovid") im früheren Escher Schlachthof. 1983 zweites Programm "Nur dann und wann" mit Bildern von Hendrik van den Kerchove. Seit 1982 Studium der Medizin. Mitarbeiter der Escher Kulturfabrik seit ihrem Bestehen. (Covertext).
Durch die intensive Zusammenarbeit mit René Nuss (Synthesizer, Tonstudio und Arrangements), Jean-Jacques Wathgen (Gitarre, Arrangements) und Marianne Wiltgen-Sanavia (Geige, Arrangements) ist eine Platte entstanden, die zwar von der Tonalität her sanft ist, durch den Inhalt der Texte aber aufrüttelt und uns das Unumgängliche mancher Situation klar macht ("nachtvisite" z.b.). Die stumme Hoffnungslosigkeit eines Vaters ("an einem Mittwoch, anfang april") auf dem Hintergrund trivialster Alltagsereignisse ist ebenso ein Teil des Innersten von Michel Clees wie Zwiegespräche mit Freunden ("du bist immer noch"). Manchmal wird man an Gottfried Benn erinnert ("hoffnung"), manchmal sind Ludwig Hirsch und Konstantin Wecker nicht weit ("schau opa," "unser kind") immer aber spürt man das Bedürfnis des Autors, das er so umschreibt "manchmal habe ich lust, mein innerstes nach au-
zen zu kehren und meine eingeweide an die frische Luft zu setzen. manchmal habe ich lust, einfach mit meinen knochen zu jonglieren, sie in die luft zu werfen und sie zärtlich treiben zu lassen".
Bestand die Gefahr, dass Instrumente wie Synthesizer die Texte und die Melodien von Michel Clees erdrücken können, so hat René Nuss es mit sehr großem Einfühlungsvermögen verstanden, die Lyrik und die Musik zu unterstreichen, ohne sie zu übertönen oder zu stören. Im Gegenteil, die vornehmlich eingesetzten Streicher tragen wesentlich dazu bei, den teils sehr einfachen Melodien eine neue Dimension zu geben, wie auch die Begleitung Jean-Jacques Wathgens und Marianne Wiltgen-Sanavias die Lieder voller und abgerundeter machen.
Man merkt, dass sich hier nicht ein Autor mit Musikern in einem Studio getroffen hat, "um eine Platte zu machen", sondern dass Freunde sich zusammengetan haben um in langen Diskussions- und Improvisationsabenden sich aneinander und an die Lyrik von Michel Clees herangetastet haben. Das Ergebnis ist eine schöne, sanfte Platte, die auch von der Tontechnik her einwandfrei ist, von der man sich vielleicht bloss wünschen würde, dass sie etwas mehr bespielt wäre. Es tut einem leid, dass sie schon so früh zu Ende ist.
Beziehen kann man die Platte zum Preis von 495.- in den grösseren Schallplattengeschäften oder direkt bei den Ed. Guy Binsfeld. sbb
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