Liebe Leserin, lieber Leser,
etwa alle sechs Monate treffen sich die Leute, die hinter der Zeitschrift forum stehen, am Samstagvormittag, um Perspektiven und Pläne für das nächste halbe Jahr zu diskutieren. Diese morgendlichen Veranstaltungen laufen bei uns unter der Bezeichnung „Itzig-Versammlungen” ab, da sie früher in einem Saal des Kannerheem Itzig stattfanden. Die Bezeichnung hat sich seltsamerweise erhalten, obwohl wir uns schon lange nicht mehr in Itzig sondern unweit unseres Redaktionsbüros im Pfaffenthal treffen. Jeweils kommen etwa 12 bis 15 Leute zusammen und diskutieren, wie die nächsten Hefte aussehen könnten. Die Stimmung ähnelt in etwa einer Mischung aus dem Zusammenstellen vorweihnachtlicher Wunschlisten und einem Einstiegskurs in Medienkritik, dazu Kaffee und Croissants. Am Ende stehen Themen, aber auch Strategien.
Bei unserer letzten Sitzung am 18. Januar hielten wir fest, dass der Regierungswechsel kaum Anlass für eine Änderung unserer inhaltlichen Ausrichtung gibt.
Die klassischen forum-Themen werden wohl auch in den nächsten fünf Jahren relevant bleiben:
• Nachhaltigkeit im weitesten Sinne
• Bildungspolitik
• Gesellschaftspolitik
• Geschichte und Sprachen des Landes
• Medien und Kultur
• Verfassung und Rechtsstaat
• Wirtschaftsmodell und Finanzplatz
Dazu wollen wir den politischen Wandel kritisch begleiten und prüfen, welchen Zwängen die Dreierkoalition ausgesetzt ist. Gerne würden wir der kulturpolitischen Debatte einen größeren Raum in der Zeitschrift geben. Illustrationen sollen einen höheren Stellenwert erhalten; auch technisch müssen wir unser Produkt weiter ausbauen (ein digitales Abo für Studenten ist in Vorbereitung). Und bei der Autorenbetreuung und im Lektorat ist immer noch Luft für Verbesserungen trotz der Fortschritte, die wir in den letzten Jahren gemacht haben. Im Hinblick auf die Verfassungsrevision und die anstehenden Referenden sehen wir einen zusätzlichen Bedarf an politischer Bildung. Die Frage stellt sich nur, welchen Platz wir hier einnehmen können und wie wir mit unseren beschränkten Ressourcen darauf reagieren sollen.
Allgemein hält sich die Überzeugung, dass ein partizipatives, nicht professionell ausgerichtetes Medienprojekt wie forum weiterhin eine reelle Daseinsberechtigung im luxemburgischen Kontext hat. Dabei muss es sich kontinuierlich wandeln und neue Generationen an Lesern, Autoren und Mitarbeitern anziehen. Und nebenbei bedarf es der finanziellen Unterstützung: ein Abonnement ist nicht teuer, Spenden sind steuerlich absetzbar und passende Werbung ist sehr willkommen!
Ein guter Teil der Umsetzung liegt in den Händen unseres kleinen Mitarbeiterstabs, der der (ehrenamtlichen) Redaktion, dem Verein, den Autoren und den Illustratoren zuarbeitet. In diesem Koordinationsteam haben wir seit Anfang des Jahres mit Stephanie Majerus, die einen Master in Anthropologie vorweisen kann, zusätzliche Verstärkung erhalten. Gemeinsam mit Laurent Schmit fällt ihr die ziemlich unmögliche Aufgabe zu, Wünschenswertes mit Machbarem zu verbinden und alle Ansprüche zufrieden zu stellen. An Enthusiasmus fehlt es nicht, und auch im Laufe der nächsten sechs Monate werden wir uns Mühe geben, Ihnen relevante Dossiers und Hefte vorzulegen.
Voller guter Vorsätze grüßt Sie herzlich, Ihre forum-Redaktion
Auf Seite 16 finden Sie einen Hinweis auf die nächste Ausgabe unserer Veranstaltungsreihe public forum, die diesmal der Psychiatrie gewidmet ist.