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Im Dezember 1976 wurde in Paris der ZWEITE BRIEF AN DAS VOLK GOTTES veröffentlicht. Auch für dich sind konkrete Forderungen gegeben, und du sollst auch dazu beitragen die Wunden der Menschheit zu heilen.
Hier jetzt ein Auszug aus diesem Brief, über den du ja nachdenken kannst: Auf diesem Weg gehen dir viele voraus, besonders unter den Armen. Mit anderen zusammen das Gleichnis des Miteinanderteilens zu verwirklichen, betrifft zunächst die materiellen Güter. Der Beginn dazu liegt in der Umgestaltung deiner Lebensgewohnheiten.
Um dein Leben zu verändern verlangt niemand von dir, dass du in puritanische Strenge verfällst und Schönheit und Freude verachtest.
Teile alles, was du hast, du wirst darin Freiheit finden.
Das Miteinanderteilen wird dich dazu führen deine eigene Wohnverhältnisse zu ändern.
Mache deine Wohnräume zu einem Ort, an dem andere immer willkommen sind, zu einem Haus des Friedens und des gegenseitigen Verzeihens.
Vereinfache deine Wohnung, aber fordere das Gleiche nicht auch von älteren Leuten, deren Zimmer voller Erinnerungsstücke sind. Im hohen Alter eröffnen sich Einsichten über Gott, die Jüngeren weiterhelfen.
Du hast Nachbarn im Treppenhaus, im Wohnviertel. Nimm dir Zeit, immer wieder auf Sie zuzugehen und mit Ihnen Verbindungen zu knüpfen. Du wirst dabei oft auf grosse Einsamkeit stossen und feststellen, dass die Grenze der Ungerechtigkeit nicht nur zwischen Kontinenten sondern nur einige hundert Meter von deiner Wohnung entfernt verläuft.
Lade andere zum Essen ein. Das Fest wird eher bei einem einfachen als bei einem übertriebenen Mahl entstehen.
Als konkretes Zeichen der Solidarität wechseln einige ihre Wohnung oder ihr Wohnviertel, um mehr unter den von der Gesellschaft zurückgestossenen zu leben, den Alten, den ausländischen Arbeitern… In jeder Grosstadt grenzen die Armenviertel mehr oder weniger offensichtlich an die Wohngebiete der Reichen. Das Gleichnis des Miteinanderteilens bezieht sich auf deine Arbeit auch. Setze deine Kräfte dafür ein dass für alle eine Angleichung der Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen erreicht werden.
Wenn es dir bei deiner Arbeit nur auf Karriere, Konkurrenz, hohes Gehalt und die Erfüllung deiner Konsumentwartungen ankommt, bist du nahe daran, andere auszubeuten oder selbst ausgebeutet zu werden.
Arbeite um das Lebensnotwendige zu verdienen, niemals um Geld anzuhäufen. Es gibt nur eine Menschheitsfamilie. Kein Volk, kein einziger Mensch ist von Ihr ausgeschlossen. Können wir uns jemals damit abfinden, dass Glieder dieser Menschheitsfamilie Opfer des Rassismus werden, aus politischen Gründen im Gefängnis sitzen und allen Formen der Gewalt ausgesetzt sind. In mehr als neunzig Ländern wird heute auf gemeinsame Weise gefoltert. Augenblicklich werden die Grundrechte der Menschen eingeschränkt oder völlig aufgehoben.
Angesichts so vieler Wunden in der Menschheitsfamilie, stehen wir ständig vor der Aufgabe, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu arbeiten. Akzeptiere dass andere einen anderen Weg gehen, um dasselbe Ziel zu verfolgen.
Die einen arbeiten mit Beharrlichkeit und Ausdauer an einer Änderung der Gesell-
schaftsstrukturen und führen einen politischen Kampf auf lange Sicht. Andere engagieren sich in spontanen und direkten Solidaritätsaktionen mit den Opfern der Gesellschaft.
Hier in Luxemburg versucht auch eine Minorität das Jugendkonzil in das tägliche Leben miteinzubeziehen, in der Familie, im Beruf, in der Freizeit. Sie wollen der Herausforderung des Evangeliums nachkommen.
Eine Gruppe besteht nicht, doch der innere Wunsch einer grösseren nicht strukturierten Gemeinschaft, ist die Kraft die uns, durch unseren tagtäglichen Einsatz zusammenhält. Es gibt noch viele Männer und Frauen in vielen Teilen des Landes die die Kommunion mit jedem suchen, gerufen durch das Volk Gottes. Die Quelle ist Taizé, aber es ist von grösster Wichtigkeit, dass wir die Worte und das Leben, den Kampf und die Wiederversöhnung in unser tägliches Leben einbauen. Wir müssen jederman mit frohem Herzen begegnen, viele unter Ihnen haben die Worte ‚You are somebody‘ noch niemals gehört.
Und das wollen wir alle versuchen mit unserer ganzen Kraft, in unserem Glauben an den Auferstandenen JESUS-CHRISTUS.
Wir wollen die Wiederversöhnung mit allen Sozialschichten, mit allen Religionen ja auch mit dir.
G.R.
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