Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Figé

Nepal – ein Land am Himalaja

Nepal gehört mit einem Brutto-Inlandsprodukt von 148 Dollar pro Kopf zu den ärmsten Ländern dieser Erde. Der große Nachbar Indien bringt es immerhin auf 500 Dollar pro Kopf. Die Zahl der Analphabeten liegt bei 73% und damit wesentlich höher als in anderen Staaten aus dieser Region (z.B. Bangladesch 63%, Buthan 59%, Indien 50%). Doch wenn wir an Nepal denken, denken wir hauptsächlich an das Land im Himalaja oder an die Hauptstadt Kathmandu, das mythische Reiseziel einer ganzen Generation von Blumenkindern. Doch nicht die touristischen Attraktionen, die jedes Jahr Touristen, und in zunehmendem Maße Trekking-Touristen, anziehen, sollen im Mittelpunkt unseres Dossiers stehen.

Es gibt einen konkreten Anlaß ein Dossier über ein Land zusammenzustellen, das keineswegs in der Tagesaktualität steht. Auch wenn nur wenige es wissen, so gibt es doch eine gewisse Beziehung zwischen diesem Land und Luxemburger Gruppen, die dort Entwicklungsprojekte unterstützen. Die FNEL hat 1989 dieses Land "entdeckt" und ist seit dieser Zeit dort aktiv. Nachdem Claudine Hengesch, eine Luxemburger Lehrerin, dort zwei Jahre unterrichtet hat, wird jetzt Mario Fioretti, ein weiterer Luxemburger Lehrer, an derselben Schule ein Jahr lang tätig sein. Die Bekanntschaft mit Mario und seinem Projekt war der eigentliche Auslöser des Dossiers. Mario, der mittlerweile im Nepal angekommen ist, hat uns zugesagt, regelmäßig Briefe über seine Erfahrungen im

"Briefe aus Katmandu"

Seit nahezu zwanzig Jahren besteht in Naikap, einem Dorf nahe Kathmandus, eine größere Schule, die seit geraumer Zeit auch vom luxemburgischen Staat mitfinanziert wird. Angesichts der ständig steigenden Schülerzahl scheint der Ausbau der Schule in absehbarer Zeit zu einer unbedingten Notwendigkeit zu werden.

Aus diesem Grund soll während des Schuljahrs 1994/95 sowohl der Bau von zwei oder drei Klassenräumen als auch die Vergrößerung der bereits bestehenden Schülerbibliothek ins Auge gefaßt werden. Das Projekt soll Mitte September 1994 anlaufen und im Sommer 1995 abgeschlossen werden. Da der Schreiber dieser Zeilen während dieser Monate als Leiter des Projekts in Kathmandu leben wird, soll der forum-Leser die Möglichkeit erhalten, dank der ‚Briefe aus Kathmandu‘ Informationen aus erster Hand zu erhalten…

Mario Fioretti

Nepal zu schicken. Dieses Dossier bildet gewissermaßen die Einleitung zu seinen Berichten.

Das Dossier soll einerseits einen Einblick in das Land und seine Probleme geben und andererseits über Luxemburger und andere Entwicklungsprojekte berichten. Die Beiträge zum ersten Aspekt sind naturgemäß aus ausländischen Publikationen übernommen, während der zweite Aspekt von den direkt Beteiligten für "forum" behandelt wurde.

Mit Eugène Berger haben wir nicht nur über seine Leidenschaft für die Achttausender sondern auch über die Auswirkungen des Himalaja-Bergsteiger- und Trekking-Tourismus auf Umwelt und Gesellschaft gesprochen. Claudine Hengesch berichtet über ihren Aufenthalt als Lehrerin in Nepal, über die Schüler und die Bedingungen, unter denen sie unterrichtet hat. Pierre Matagne informiert über die Erfahrungen der FNEL-Scouten, die mit viel Naivität und Herz angetreten waren Entwicklungshilfe zu leisten, und die im Laufe der Jahre zu einer realistischeren

Einschätzung der Lage und ihrer Möglichkeiten, sie zu verbessern, gelangt sind. Die Wiederaufforstung des Kathmandu-Tales, ein Schul- und ein Krankenhausprojekt stehen im Mittelpunkt der Arbeit der FNEL. "La chrysalide" heißt eine französische ONG, die wir vorstellen wollen und aus deren Informationsmaterial wir Berichte über die Situation der Straßenkinder bzw. über die Benachteiligung der Mädchen übernommen haben.

"Was soll Nepal, das Land der Himalayaschneeriesen, der Tieropfer, Tempel und Heiligenschreine, der mittelalterlichen Städte und Dörfer, der schwindelerregenden Hängebrücken, der Yaks (Grunzochsen) und Yetis (Schneemenschen) im Deutschunterricht?" Diese Frage beantwortet Gaby Schiltz, die aufzeigt, wie entwicklungspolitische Fragestellungen in einem interdisziplinärem Unterrichtsprojekt vermittelt werden können.

Alex Diederich, von der ASTM, nimmt den vierstündigen Dokumentarfilm "Schamanen im blinden Land", über das Volk der Nördlichen Magar in Nepal, zum Anlaß, um sich Gedanken über unsere Wahrnehmung von "fremden" Völkern zu machen.

Was die Geographie, die Bevölkerungs- und Gesellschaftsstruktur betrifft, ist Nepal ein sehr komplexer Fall. Um einen Eindruck von dieser Komplexität und Vielfalt zu vermitteln, haben wir Auszüge aus der Schlußfolgerung einer 280-Seiten starken Publikation zum Thema übernommen. Geopolitisch steht Nepal im Spannungsfeld zwischen China und Indien. Diese Problematik wird in einem Text von Yves Lacoste dargestellt, während Wolf Donner seine Einschätzung der Zukunftschancen des Entwicklungslandes Nepal skizziert, die wir dem letzten Kapitel seines mehr als 700 Seiten starken Buchs zum Lebensraum Nepal entnommen haben.

Die Redaktion

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code