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JOC
Ostern Osterglaube Nachfolge
Ostern, das Fest der Geburt des Christenstums, der Ursprung des Osterglaubens, des Glaubens an den Menschen Jesu, der als Mensch unter uns gelebt hat und seinen Weg ging bis in den Tod, der dafür von Gott verherrlicht wurde, als sein Sohn.
Unsern Weg gehen, das müssten auch wir! Diese Osterzeit kann für uns eine Besinnung sein ob wir es tun. Und was unser Weg ist, wie er aussieht, wo er hinführt.
Wenn wir nichts unternehmen, weil ‚man doch nichts tun kann‘, wenn wir zusehen, wie jemand entlassen wird, da dann unser Arbeitsplatz sicherer ist, wenn wir dafür sorgen, dass alles so bleibt wie es ist, gehen wir dann unsern Weg?
Welchen Weg? ‚Unser Glaube besteht vor allem in der Nachfolge Christi,‘ heisst es im Manifest für die Luxemburger JOC. Welcher Weg ist das, den wir in der Nachfolge Christi gehen sollen? ‚Wer mir nachfolgen will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir‘. Was heisst das, ‚das Kreuz auf sich nehmen‘? Heisst das, dass wir unser Leiden ertragen sollen ohne nach den Ursachen zu fragen? Heisst das, dass wir, jeder für sich, uns in unser Schicksal ergeben sollen, da man doch nichts tun kann? Heisst das, dass wir uns überhaupt keine Gedanken mehr machen sollen, was wir tun könnten? Heisst das, dass wir andere damit trösten sollen, dass auch Christus sein Kreuz getragen hat?
Oder heisst das: ‚Selig die Armen, sie werden nicht arm bleiben‘. Ueberall und immer wieder den Mächtigen zeigen, dass es noch jemand gibt, der das Rückgrat nicht beugt. Die Wahrheit sagen, auch wenn das Nachteile bringt. Dem andern helfen, wo immer Not am Mann ist. Nicht verzweifeln, sondern hoffen, denn alles wird einmal besser, ‚ich mache alles neu‘. In dieser Hoffnung nicht ruhen und nicht rasten, solange es Unrecht, Feigheit, Lüge und dergleichen gibt. Nicht …, sondern…
RU
Wenn ich als Christ von Ostern spreche, dann denke ich an die Auferstehung Christi und stelle mir die Frage: Warum ist Jesus Christus gestorben und auferstanden? Gott solidarisierte sich mit den Menschen, indem sein Sohn denselben Weg auf Erden ging wie der Mensch selber. Ich glaube, dass Gott seinen Sohn von den Toten auferweckt hat, weil er Wohlgefallen an ihm und an seinem Leben hatte. Jesus Christus gab seinem Tod einen Sinn, weil er diesen Sinn konkret in seinem Leben gelebt hat. Er erfüllte den Willen seines Vaters, der sich der Menschheit in seinem Sohn Jesus Christus offenbarte. Jesus wurde Mensch, um uns die Liebe Gottes zu zeigen und um uns zu erlösen. Er nahm sich besonders der Armen, der Sünder, der Kranken und Ausgestossenen an. Seine Jünger und Apostel, die seine Botschaft verkünden sollten, waren ebenfalls einfache Menschen.
Mein Glaube besteht vor allem in der Nachfolge Christi. Und wenn Gott also Wohlgefallen an dem Leben Jesu gefunden hat, ist es klar, dass ich auch in meinem Leben Konsequenzen ziehe, wenn ich an Gott glaube. Mein Glaube darf nicht vom Egoismus und vom Individualismus geprägt sein, wo ich mich an ‚meinen Gott‘ wende, sondern mein Glaube muss immer in Bezug zu andern Menschen stehen. Ich glaube mit andern und für andere. Somit ist der Glaube zugleich Aufgabe. So wie Christus sich für eine bessere Welt eingesetzt hat, so muss auch ich mich für eine bessere Welt einsetzen. So wie Christus sich vor allem für die Entrechteten, für die Ausgestossenen, die Unterdrückten eingesetzt hat, so muss ich in seiner Nachfolge dasselbe tun.
Sich einsetzen für eine bessere Welt kann auch heissen anderen Menschen zu helfen, Auferstehung zu erleben. Nicht nur ein Vertrösten auf eine Auferstehung nach dem Tode, sondern helfen, einen Raum zu schaffen, wo Menschen aufatmen, ihre Häupter heben zu aufrechtem Gang, um uns der Bestimmung durch einen andern und der Isolation auszubrechen.
Ich glaube, wenn ich so das Evangelium lebe und in der Nachfolge Christi in diesem Sinne aktiv bin, dann bin ich sicher, dass Gott auch mich mit seinen Augen am Jüngsten Tag nicht übersehen wird.
F.S.
JUNGE ARBEITER UND OSTERN
Wie findet der junge Arbeiter sich zurecht in seinem Arbeitsleben? Wird er von seinen älteren Arbeitskollegen ernstgenommen? Ist es nicht oft so, dass er von seinem Chef als Lückenbesser oder Sündenbock angesehen wird?
Man könnte weiter mit Fragen dienen, wie eventuell mit dieser: Was fängt der junge Arbeitnehmer mit seiner Freizeit an? Kann er sich da voll entfalten oder unterliegt er nicht auch hier unbewusst dem Zwang unserer Konsumgesellschaft (z.B. Motorrad, Alkohol, Fernseher usw.)?
So kommt es vor, dass der junge Arbeiter sich unsicher oder auch unverstanden fühlt. Da kann man ihm aber nur zurufen: Dein Leben ist wichtig! Bist du dir bewusst, dass dein Leben wertvoll ist? Du musst dein Leben leben!
‚Ja, das ist schon möglich, aber wie soll ich mein Leben allein in die Hand nehmen?‘ Dieser Einwand ist richtig, denn allein kommt man nicht weit. Man muss sich mit Gleichaltrigen zusammenfinden, die dieselben Probleme haben, die dasselbe möchten.
Aber was hat das alles mit OSTERN zu tun?
Man hat gesagt: Gott liebt alle Menschen, auch dich!
Am Osterfest glauben wir, dass Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Ostern, das Fest der Auferstehung, will uns sagen, dass wir erlöste Menschen sind. Wir dürfen ganz Mensch sein, Gott hat uns von allen Fesseln der Angst, der Unsicherheit befreit.
Die J.O.C. lebt aus diesem Glauben und will deshalb dem jungen Arbeiter helfen, ganz Mensch zu sein. Hier finden sich die jungen Arbeiter zusammen, um gemeinsam ihre Probleme auszusprechen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Sie will mit ihm eine Bewusstseinsbildung machen, damit er die Hintergründe seines Lebens sieht, um so bewusster leben zu können.
In einem Wort, die J.O.C. will dem jungen Arbeiter helfen, ganz Mensch zu sein. Erfüllt sie damit nicht den Auftrag, den Ostern ihr stellt ? J.P.
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