prier, c’est espérer

Nichtamtliches Gebet

Dieser Inhalt wurde anhand eines gescannten Dokuments mithilfe von optischer Zeichenerkennung (OCR) und künstlicher Intelligenz (KI) digitalisiert. Er kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten.

Nichtamtliches Gebet

Gott,
unser Vater, Bruder und Herr,
meiner Armut bewußt
will ich dich bitten für alle
denen es nottut, daß sie ihr Amt
dem Dienst in die Hände legen,
daß sie ein wenig mehr Führung
deinem Geist überlassen,
damit sie ein wenig mehr Freiheit
und Hoffnung für alle gewinnen,
damit ein wenig mehr Freude und
Wärme den Glauben durchströme,
damit ihr dogmatisches Sorgen
ein wenig mehr Nähe
zum Bruder im Fußvolk bezeuge.

Ich will dir danken für alle, Jesus,
die den Schutz der Schranken
hinter sich lassend
die Straßen des Elends betreten,
um das bittere Brot der Armut
zu teilen,
die das Gewohnheitsunrecht
beim Namen nennen,
das Stillhalteabkommen widerrufen
und die wie du
von den angepaßt Frommen
getadelt, verdächtigt,

von Ausbeutern, die sich auf dich
berufen, verleumdet, bedroht,
ja getötet werden.
Sei du ihnen nahe,
Bruder, Vater und Herr,
sei du ihr Stab, ihre Lampe,
ihr Haus
und gib uns das Herz,
sie zu begleiten.

Du hast die Geringen
zu Brüdern gemacht,
du hast die Großen und Reichen
gewarnt,
du hast keinen Suchenden
weggeschickt,
du hast keinen Fragenden
behindert, verurteilt, verletzt.

Meiner Armut bewußt,
unser Vater, Bruder und Herr,
will ich bitten,
daß Priester, Bischöfe, Papst
als Brüder mit uns
den Weg, der Jesus heißt,
gehen.

Christa Peikert-Flaspöhler

in: Publik-Forum Nr. 13/1980

Als partizipative Debattenzeitschrift und Diskussionsplattform, treten wir für den freien Zugang zu unseren Veröffentlichungen ein, sind jedoch als Verein ohne Gewinnzweck (ASBL) auf Unterstützung angewiesen.

Sie können uns auf direktem Wege eine kleine Spende über folgenden Code zukommen lassen, für größere Unterstützung, schauen Sie doch gerne in der passenden Rubrik vorbei. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Spenden QR Code