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Nr.22

19.2.1978

fir kiirch a gesellschaft

Eines der vielen Defizite der sozialliberalen Regierungskoalition im Bildungsbereich betrifft die Frage der Privatschulen. Sowohl DP als auch LSAP hatten in ihren Wahlprogrammen eine mehr oder weniger weitgehende Integration in das staatliche Schulsystem vorgesehen. Nichts dergleichen ist bisher geschehen. Nicht einmal Vorprojekte sind bekannt. Gott sei Dank, werden manche sagen, vornehmlich aus Kreisen der Rechtsopposition.

Aktuell ist das Thema trotzdem. Abgesehen von gelegentlichen Zeitungsartikeln in diesem oder jenem Sinne kommt die Aktualität vor allem durch eine Vorlage der Synoden kommission 2 über "Die katholische Schule", die wohl demnächst in einer Vollversammlung diskutiert werden wird. Die "forum"-Redaktion ist ehrlich verwundert, dass die Synode mit diesem Dokument überhaupt das anscheinend so delikate Thema aufgriff, denn als sie die Mitarbeit von Verantwortlichen aus dem Privatschulsektor für diese Nummer suchte, erhielt sie eigentlich nur höfliche Absagen. Das Eisen sei ihnen zu heiss. Man solle die Verhandlungen (welche? wer mit wem? worüber?) nicht stören. Was werden sie wohl in der Synode sagen? (Wie bei manchen anderen Vorlagen: reden lassen und tun, was man selbst will?)

In unserer Nummer fehlt leider auch die Stimme der Schüler. Obschon gerade von ihnen oft recht erhebliche Vorwürfe an die Adresse der Privatschulen gehen, von denen die Klagen über Eingriffe in die Privatsphäre nicht die geringsten sind. Vielleicht wird der eine oder andere Leser uns für nächstes Mal seine diesbezüglichen Erfahrungen mitteilen.

Angesichts dieser Mängel sind wir umso glücklicher, dass doch zwei Nicht-Redaktionsmitglieder zur Mitarbeit bereit waren. Ferdy Fischer fasst die wichtigsten Argumente zusammen, die für die Berechtigung von Privatschulen und ihre

finanzielle Unterstützung durch den Steuerzahler sprechen. Mit René Gregorius unterhielten wir uns, um die Contra-Argumente zu erfahren. Beides geht auch aus einem Beitrag hervor, der sich mit der höchst aktuellen Privatschuldiskussion in Frankreich befasst: dort bestehen ernsthafte Aussichten, dass sich nach dem 12. März Wesentliches ändern wird. Zum besten der Schüler? Ein abschliessender Beitrag der "forum"-Redaktion versucht zu untersuchen, inwieweit die vorgebrachten Argumente überzeugen, oder ob eventuell das Problem falsch angepackt wird. Vielleicht sehen nach dieser Stellungnahme auch Bildungspolitiker, die nicht auf Seiten der CSV kämpfen und echte Alternativen im Schulwesen herbeiwünschen, ein, dass es möglicherweise besser war, dass die Regierungsparteien ihre Vorhaben in Sachen Privatschulen nicht verwirklicht haben. Aber wo bleibt die Partei, welche unsere Vorschläge aufgreift? Die Redaktion

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