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Luxemburg, als kleine Insel, ist ein Land, das sich zu einer Plattform von Banken, Kongressen und politischen Treffen emporgearbeitet hat.
Diese Entwicklung unseres Landes macht es immer stärker abhängig vom Dienstleistungsbereich. Die Zahlen vom STATEC beweisen uns, welcher Anteil der schaffenden Bevölkerung sein Brot im tertiären Bereich verdient.
Ein Teil der Arbeiten, die in den Verwaltungen, den Banken, den Hotels usw. verrichtet werden müssen, sind kein lukratives Geschäft; jedenfalls nicht für die jeweilig Verantwortlichen.
So mausern sich immer mehr Leihfirmen empor, die diese mannigfaltigen Arbeiten alle anbieten: Empfangsdamen, Fensterputzer, Putzfrauen, Dactylographiekräfte, Arbeiter für den technischen Unterhalt, usw..
Das CPMO hat seit geraumer Zeit ein verstärktes Augenmerk auf diese Entwicklung geworfen. Wir wurden durch konkrete Situationen darauf aufmerksam gemacht, und die persönlichen Kontakte ermöglichten uns, Einblick in eine Welt zu bekommen, in der alles andere als Menschlichkeit Vorrang hat.
Putzfirmen schiessen wie Pilze aus dem Boden. Manche vergehen, andere verbleiben und vergrössern sich. Bestimmt hat ein jeder schon die Autos mit Aufschriften wie "Globi", "Prestalux", "Schnell + Fein", "ICE", "Pedus", "Nettoservice", "N.I.B.", "Cleanet", usw… um nur einige zu nennen, gesehen.
Morgens um sechs oder noch früher, abends um zehn oder noch später sind sie unterwegs.
Wenn die Lichter in den Buildings leuchten, die Beamten und Kunden im Restaurant, im Kino oder auch zuhause sitzen, sind Frauen und Männer dabei zu putzen. 2 Stunden hier, eine Stunde dort, 3 Stunden da. Mehrere Tausend mögen es sein, die hin und her gefahren (geschoben) werden; die schnell und fein wie Globi alle Ecken putzen.
Diese Putzfirmen haben eine Lücke, aus der noch Kapital herauszuschlagen ist, entdeckt. Die Banken, die Verwaltungen, die Hotels sehen die Vorteile, die im Angebot stehen:
- "Wir packen die Probleme an"
- "Keine Probleme mehr beim Krankwerden"
- "Wir putzen, wenn sie Pause haben"
- "Keine unnötigen Personalkosten"
- "Kein Ärger, keine Gedanken"
- "Wir erledigen alles für Sie"
- "Sie sparen Geld"
… usw. usw.
Es stimmt, dass die Putzfirmen sich dieser Probleme annehmen. Ich stelle mir nur die Frage: Auf welche Art und Weise begegnen sie diesen Problemen?
Mit Teilzeitarbeit, die angepriesen wird, können diese Firmen ihren Aufträgen am besten nachkommen,
d.h. die Frauen arbeiten nur die Stunden, die die Firmen als Auftrag bekommen haben.
So gibt es Arbeitskontrakte mit einer 20-Std-Woche als Grundbasis; die Stundenzahl jedoch kann den Bedürfnissen der Firma angepasst werden. So ist es "normal", dass es Wochen mit 40 Stunden Arbeitszeit und mehr gibt und andere, in denen nur 10 Stunden in der Woche gearbeitet werden.
Diese Arbeitszeitteilung bringt der Firma natürlich grosse Vorteile und alle, sich daraus ergebenden Nachteile treffen nur die dort arbeitenden Frauen und Männer. Diese Nachteile, die sich gegenüber den Betroffenen besonders bemerkbar machen, sind:
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Der Lohn ist niedriger als bei einer Festeinstellung oder auf einem festen Arbeitsplatz. Der Arbeitgeber "muss" ja auch Rendite haben, und der Konkurrenzkampf ist gross.
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Man wird pro Schicht zu verschiedenen Arbeitsorten hin- und hergefahren. Oft gibt es keine Pause; der Kaffee muss häufig während des Transportes getrunken werden.
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Die Arbeitszeit ist sehr unregelmässig. Es müssen häufig viele Überstunden gemacht werden, die aber nicht als solche bezahlt werden müssen.
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Oft wird geleistete Arbeitszeit unterschlagen.
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Die Frauen sind überbelastet.
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Es gibt fast keine Aufstiegsmöglichkeiten und keine Gehaltsaufbesserung (Mindestlohn)
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Ein Kollektivvertrag fehlt gänzlich.
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Die Gesetzgebung ist lückenhaft.
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Unlautere, willkürliche Entlassungen stehen auf der Tagesordnung. (Die Frauen sind ungenügend über ihre Rechte informiert)
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Kontrakte mit weniger als 16 Stunden werden abgeschlossen, und dies bedeutet, dass die Firma keine Sozialversicherung zu bezahlen braucht.
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Die Arbeitszeiten werden kurzfristig umgeändert bzw. mitgeteilt.
Wer arbeitet dort?
Meistens sind es Männer und Frauen, die irgendwelche Probleme haben: es sind Fremdarbeiter, Leute ohne Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, Geschiedene, getrennt Lebende, Leute, die Kinder zu ihren Lasten haben, Minderjährige, Arbeitslose, Leute, die unbedingt auf das Geld angewiesen sind … Diese Menschen kann man leichter unter Druck setzen, und dies schon bei der Einstellung. Sie werden zu mehreren vor einen Einstellungskontrakt gestellt, und die (der) erste, die (der) den Kontrakt unterschreibt, ist eingestellt. Angst und Not begleiten diese Menschen, die Firmenleiter sind sogar oft darauf spezialisiert, diese Menschen zu detektieren.
Diesem Übel muss an mehreren Stellen abgeholfen werden.
Wie schon kurz erwähnt, ist unsere Gesetzgebung diesen Situationen nicht angepasst. Warum z.B. haben Menschen im Arbeiterverhältnis nicht das gesetzlich verankerte Recht auf ein Gehaltszeugnis? Warum zählen bei einem Teilzeitkontrakt die Überstunden erst ab der 41. Arbeitsstunde in der Woche? Die Bildung und der Informationsstand dieser Menschen lassen stark zu wünschen übrig. In den Gewerkschaften wird dieses Kapitel nur am Rande behandelt; die Sekretäre sind überfordert und widmen ihre Zeit eher den Sparten, die eine stärkere Resonanz in der Öffentlichkeit finden. Vielleicht fällt diese Aufgabe jedoch besonders jenen Organisationen und Dienststellen zu, die Kontakte zu Personen haben, die besonders Gefahr laufen, eine oben beschriebene Arbeitsstelle zu finden.
Ein Ansatzpunkt zur Veränderung wäre einerseits durch einen Kollektivvertrag zu erreichen, andererseits aber auch dadurch, dass die öffentlichen Verwaltungen nicht nur die wirtschaftlichen Aspekte berücksichtigen, sondern auch an die Menschen denken, die die Arbeit verrichten.
Vom CPMO aus funktioniert eine Arbeitsgruppe, die sich weiterhin mit dieser Problematik beschäftigt, und wir werden auch zu gegebener Zeit mit weiteren Informationen an die Öffentlichkeit treten.
Guy REGER
Moderne Sklavenhandel
Mir hun an enger Klinik geschafft, als Höllefsfraen an der Kichen. Anscheinend sin dem Verwaltungsrat d’Personalkäschten zevll héich gin. Wat hu se mat eis gemaacht? Si hun eis un eng Botzfirma verkaf. Mat eis maachen se dat, wat se fréier mat de Sklaven gemaach hun, oder haut nach mat de Schwäin maachen.
Elo wou déi privat Botzfirma d’Soen an der Klinik huet, hu mir vill méi Aarbecht. Mir kachen fir d’Gemeng, fir eng Crèche, fir eng Bank, de Radio, fir eng privat Fabrik, fir en Altersheem a fir d’Mepas sur roues‘ mat. Dat heescht, mir hu nach eng Kéier sou vill Menuen ze maachen, wéi dat bis elo de Fall war. An dobäi si nach 2 Frae manner an der Kichen wéi virdrun. Si si vun der Firma op aner Plazen versat gin. Daatselwecht as de Fall bei de Fraen, déi op de Stäck botzen. Virdrun waren der do 8, an elo sin der nemme méi 2 do. Si brauchen zwar nët méi op de Stäck ze spullen, well dat maache mir elo an der Kichen mat.
Zenter dass déi Privatfirma elo d’Soen huet, méngt ee grad, mir hätte keng Anung méi, wat schaffen as 3-4 Stäck spillen elo dauernd eise Chef a klappen op eis erëm. Oft weess een iwerhapt nët méi, wat fir eng Aarbecht ee fir t’éischt soll maachen. An de Kombel vun der Saach as, dass zenter 2 Méint dem Patron séng Fra och nach an der Kichen ronderëmmer spréngt.
Eis Aarbechtszäiten, déi mer hun, déi ännere bal all Dag. Et kënnt alt vir, dass mer owes heem gin, a wa mer mojes schaffe kommen, dann hu mer Verspëi dung, well no Feierowend de Stonneplang geännert gouf. An dobäi hu mer iwwerhaapt kee Beweis a keng Méiglechkeet, eis ze wieren.
A mat der Päi a mat de Stonnen, déi mer schaffen, klappt et och nët emmer sou richtet. Wa mer dann beim Chef reklaméieren, da seet hien, "d’Maschin", de Computer, huet sech geiert. Mee et as nët nëmmen "d’Maschin", well eng Rei Stonne, déi mir geschafft hun, stin einfach nët um Päiziedel. Wa mir dann erëm reklaméieren, da seet hien, déi Stonne bräichte mer am nächste Mount manner ze schaffen. Dee nächste Mount as dann awer sou vill Aarbecht, dass kee ka fräikréien. Dat gëtt dann esou erausgeschieeft, bis dann de Punkt kënnt, wou een d’Flemm kritt, nët méi reklaméiert, d’Zuel vun den Iwwerstonnen praktesch vergiess huet a schlussendlech fir näischt geschafft huet.
Wat mir hei erliewen, dat as de moderne Sklavenhandel vun haut. Mir kënne nach Bicherweis dovun erzielen.
Erzielt vun enger Rei Fraen aus enger privater Botzfirma
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