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BP 1766

CCP 20 249/73

Der Krieg in El Salvador ist in eine neue Phase getreten: die Militärregierung, unterstützt von den USA, Guatemala und Honduras, hat mit ihren Truppen und den von den USA bezahlten, ausgebildeten, ausgerüsteten und befehligten Söldnerkommandos eine grossangelegte militärische Offensive zur Ausrottung der Opposition eingeleitet. Die Grossoffensive der Regierungstruppen seit Anfang Oktober und die massive Intervention der USA sollen die Widerstandsbewegung zerschlagen. Das aber heisst heute in El Salvador einen Völkermord zu begehen.

So hat das Militär, um die Guerilla zu zerschlagen, damit begonnen, die Landbevölkerung auszurotten. In der Provinz Morazan fielen mindestens 3000 Bauern den Bombardements zum Opfer, und etwa 150 000 Menschen befinden sich auf der Flucht, obwohl es in diesem kleinen Land längst keine Zuflucht mehr gibt. Das Vorgehen der salvadorianischen Armee trägt die

Handschrift seiner US-Berater. Es ist die Handschrift des Vietnamkrieges, des Phoenix-Programmes.

Wo die Guerilla einen starken Rückhalt in der Bevölkerung hatte, gibt es inzwischen keine Bevölkerung mehr: alle Verdächtigen, mit der Opposition zu sympathisieren oder sie zu unterstützen, werden umgebracht, offen oder aber während der Nacht, im Schutz der Ausgangssperre. Diesen Vernichtungskrieg wird das Volk von El Salvador nur überstehen können, wenn es siegt. Den "anderen" Frieden, jenen der 100 000 Toten möchten jene durchsetzen, welche ihre Herrschaft und ihre Interessen auf weitere Jahrzehnte sichern möchten.

Diese Behauptung ist nicht etwa das Hirngespinst einer isolierten Guerilla, sondern der einhellige und erklärte Standpunkt der Kirche, sämtlicher Parteien (auch der Christdemokraten), sämtlicher grosser Gewerkschaften und sämtlicher Massenorganisationen El Salvadors.

"Sieg oder Tod" … diese Parole ist in El Salvador blutiger Ernst. Zum Sieg aber bedarf es der internationalen Solidarität.

Die ASLN fordert deshalb alle demokratischen und progressiven Kräfte Luxemburgs auf, gegen die US-amerikanische Interventionspolitik, ganz besonders in El Salvador, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und Kräften zu protestieren und vorzugehen. Wir dürfen uns durch unser Schweigen nicht mitschul-

dig an einem Völkermord machen.

Das luxemburgische Solidaritätskomitee versucht, das Schweigen um den Befreiungskampf des salvadorianischen Volkes zu durchbrechen, und mit zahlreichen Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Aktionen eine möglichst breite Öffentlichkeit zu informieren und zu mobilisieren. Wir müssen uns gemeinsam der Notwendigkeit stellen, die Unmenschlichkeit der Lebensbedingungen, die ständige Verletzung der Menschenrechte darzustellen, um eine konkrete humanitäre Unterstützung leisten zu können. Wir dürfen aber nicht

dabei stehen bleiben: wir müssen Zentralamerika benennen und unterstützen.

Die Association Solidarité Luxembourg-Nicaragua bittet um Spenden für das Ueberleben und den Sieg des Volkes von El Salvador auf das CCP 20249-73.

Die ASLN möchte ausserdem darauf hinweisen, dass sie am 18.Juli eine grosse Solidaritätsveranstaltung mit den Völkern Zentralamerikas organisiert, und zwar ab 20 Uhr im Casino Syndical in Bonneweg.

Mitgeteilt von der ASLN

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