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Zu Problemen die man nicht sieht oder nicht sehen will, braucht man keine Lösungen zu suchen. Dies scheint jedenfalls die gängige Einstellung der öffentlichen Instanzen bei Staat und Gemeinden in Sachen Versehrtensport zu sein. Es geht hier nicht die Rede von jenen Leuten die sich seit Jahren für die Belange der handikapierten Mitbürger einsetzen und dies nicht nur auf dem Gebiete des Sportes. Es geht hier vielmehr um einige praktische Probleme die nur von öffentlicher Seite zu lösen sind.

In wievielen der in den letzten Jahren errichteten Omnisporthallen sind die Zugänge für Gehbehinderte und Rollstuhlbenutzer geeignet? Hierzu gehören wohlweislich auch Notausgänge. In wievielen dieser Gebäude sind Toiletten für Rollstuhlbenutzer vorgesehen, und zwar sowohl für aktive Sportler wie für Zuschauer? Wo sind reservierte Plätze vorgesehen für Zuschauer in Rollstühlen? Wo sind bei Sportanlagen nahegelegene Parkplätze reserviert für handikapierte Zuschauer oder Sportler? Wo sind Dusch- oder Badegelegenheiten für versehrtensportler vorgesehen? In welchen öffentlichen Schwimmbädern sind in den Betriebszeiten Stunden für Versehrtensport vorgesehen, bzw. wie lange wird es wohl noch dauern bis die breite Öffentlichkeit es als völlig normal empfindet, dass Handikapierte zu den normalen Öffnungszeiten Schwimmsport betreiben? In diesem Falle ist auch an geeignete Umkleidekabinen zu denken.

Es soll allerdings hervorgehoben werden, dass einige dieser Ideen in letzter Zeit verwirklicht wurden. Nur bleibt die Frage, warum nicht öffentlich darauf hingewiesen wird? Gemeinden, die geeignete Sporthallen für Versehrtensport besitzen, sollten dies bekanntgeben und gegebenenfalls Trainingszeiten für diese Vereine vorsehen, resp. darauf hinwirken, dass solche Vereine zustande kommen. Andererseits müsste es doch selbstverständlich sein, dass in Programmen und auf Plakaten von Sportveranstaltungen auf reservierte Park- und Sitzplätze für Versehrtensport hingewiesen würde.

Dass es einige Zeit dauern wird bis der gewünschte Erfolg sich einstellt, darf doch kein Grund sein, den Versuch zu unterlassen.

Um allerdings in Zukunft solche Mängel bei Neubauten auszuschliessen, bzw. bei bestehenden Sportkomplexen die nötigen Umänderungen vorzunehmen, wäre es an der Zeit in Zusammenarbeit mit den Betroffenen (u.a. Fédération Nationale de Sports pour Handicapés) klare Richtlinien auszuarbeiten und dafür zu sorgen, dass sie bei Ausschreibungen von Sporthallen auch berücksichtigt und ausgeführt werden. Es darf auf keinen Fall mehr vorkommen, dass bei Devisüberschreitungen in Millionenhöhe u.a. eine Rampe für Rollstühle zum Preis von rund 50 000 Franken gestrichen wird. Solche witzlosen Entscheidungen können allenfalls unterbunden werden, wenn die finanzielle Hilfe des Staates bei der Errichtung von Omnisporthallen von der Ausführung der oben geforderten Einrichtungen abhängig gemacht wird. Bis zu dieser Entscheidung muss allerdings zuerst die Wichtigkeit und der Nutzen des Ver-

MOSKAU BOYKOTTIERT DIE OLYMPISCHEN SPIELE… IN MOSKAU

Traditionsgemäss finden die olympischen Spiele für Versehrtensport im gleichen Land wie die offiziellen Spiele statt. Luxemburg ist übrigens 1980 auch gut vertreten. Die Spiele sind allerdings in Holland und nicht in Russland, wie man annehmen könnte. Aus Moskau wurde nämlich mitgeteilt, in der Sowjetunion gäbe es keine Handikapierte (Inoffiziel 2 Millionen) und somit würde man nicht einsehen, warum man solche Spiele abhalten solle. Es ist schon schlimm, wenn man sich selber boykottieren muss.

Gust

sehrtensportes den zuständigen Instanzen ins Bewusstsein kommen. Dass solche Einrichtungen ihren Zweck voll erfüllen, kann an Hunderten von Beispielen aus dem Ausland belegt werden.

Die Probleme des Versehrtensportes hierzulande beschränken sich allerdings nicht nur auf elementare räumliche Voraussetzungen, sondern sind auch personaler Natur. Wenn man bedenkt, dass zur Zeit wenigstens 6 Nationaltrainer hauptberuflich hier in Luxemburg tätig sind, erscheint es einfachhin katastrophal, dass es im Bereich des Versehrtensportes nicht einmal nebenberuflich einen Trainer mit einer Fach-

Fachausbildung auf diesem Gebiete gibt. Ebenso wäre die wenigstens zeitweise Freistellung eines Facharztes angebracht. Für diese Fachleute werden genügend Ausbildungsmöglichkeiten in unseren Nachbarländern angeboten. Es wäre also bloss die Entscheidung zu treffen, einen solchen Posten auszuschreiben. Aber leider bringen einige hundert handikapierte Sportler nicht allzuviel Stimmen.

Übrigens erhält die Föderation des Versehrtensports ein jährliches Subsid von 10 000 Franken … einfach kolossal!

Gust

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