Kirche und Staat: ein aktuelles Thema?

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Impressionen über den Diskussionsabend der GAG zum Thema ‚Kirche, Glaube und Politik‘ fallen mir anderhalb Wochen nach der Veranstaltung schwer. Warum wohl ? So war es mir während des ganzen Abends nicht klar, ob es um das allgemeine Thema der Beziehungen zwischen Kirche und Staat oder um das Synodenpapier ging. Lag es an dem Veranstalter selbst, der seine Absichten von vorneherein nicht genügend präzisiert hatte, oder an den Vertretern der Parteien, die sich nicht an die vorher abgesprochene Thematik hielten ?

Konkrete Themen, wie z.B. die Auswirkung einer Trennung von Kirche und Staat auf den Religionsunterricht wurden überhaupt nicht durchdiskutiert. Kam es zur Konkretisierung eines Themas, so ging es um Stahlkartell und Gastarbeiter : Gelegenheit um die Unwissenheit zum gestellten Thema zu verbergen oder um ein bestimmtes Anliegen an diesem Abend unbedingt anzubringen ? Ich sehe nichts spezifisch Christliches an beiden Fragenkomplexen. Wäre es nicht besser gewesen, der Moderator hätte diese Fragen nicht aufkommen und so das Publikum, das zum grossen Teil an den zwei Themen kein grosses Interesse zeigte, besser zum Zuge kommlassen ?

Alles in allem scheint mir, als ob keine Partei in Luxemburg sich schon intensiv mit dem Thema beschäftigt hat. War es eine künstliche Diskussion über ein Thema, das nicht aktuell ist, weder für die Parteien, die an einem Kulturkampf nicht interessiert sind, noch für die Kirche, deren Krise vielleicht grundlegendere Ursachen hat (z.B. eine fehlende Artikulierung zwischen Theorie und Praxis, ein anderer Kirchenbegriff von der Basis her usw.)? Und schliesslich noch eine Frage an den Veranstalter : wie intensiv hat die GAG sich selbst mit dem Thema abgegeben ? Die aktive Teilnahme der eigenen Mitglieder an der Diskussion durch gezielte Fragen hätte höchstwahrscheinlich der Debatte eine andere Richtung geben können. (Den Beweis für die Richtigkeit einer solchen Diskussionsstrategie wurde meines Erachtens übrigens acht Tage später beim Rundtischgespräch der AFC mit den politischen Parteien zum Thema Entwicklungspolitik erbracht).

Die allgemeine Lethargie des Luxemburgers zeigte sich auch an diesem Abend wieder recht deutlich. Ob diese Haltung nicht zu einer Verschärfung der Konflikte beitragen wird, wenn sie einmal offen ausgetragen werden (müssen)?

cj

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